Der Gemeinderat beschließt Umgestaltung des Dorfplatzes

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Balzheim ist kein Donut. Warum? „Wenn Sie ihn angebissen haben, ist nichts mehr drin.“ Clemens Künster, Planer und Urheber des ungewöhnlichen Vergleichs, sprach damit die Verödung vieler Ortskerne im ländlichen Raum an, um den herum die Neubaugebiete entstünden. Gegenläufiges soll eben in Balzheim passieren – zeitgemäß umgestalten will die Gemeinde den Dorfplatz in Unterbalzheim, möchte dort einen multifunktionalen Platz schaffen. Es handle sich um eine „wahnsinnig wichtigen Maßnahme“ und einen „Kristallisationspunkt“, befand Künster. Die Intention dahinter: Es gehe ums Ankommen, Verweilen und Kommunizieren.

„Viele Anregungen aus diesem Gremium wurden aufgegriffen“, hob der Architekt bei der jüngsten Ratssitzung die intensive Zusammenarbeit hervor. Die nach Absprache mit den übergeordneten Behörden und dem Gemeinderat überarbeitete Planung ist mit nun 449 000 Euro um rund 27 000 Euro teurer geworden. Dafür wird das Projekt mit rund 32 Prozent oder rund 143 000 Euro gefördert.

Was die Gemeinde mit der Umgestaltung bezweckt? Der Weihnachtsmarkt könnte hier im Wechsel stattfinden, ebenso kleinere Konzerte oder Aufführungen, sagte der Bürgermeister. Bedingt durch die Veränderungen in der Nahversorgung wäre er auch als Standort für Verkaufswägen eine Option. „Vielleicht könnte dadurch ein Wochenmarkt entstehen“, meinte Bürgermeister Günter Herrmann. Touristische Überlegungen spielen zudem eine Rolle: Schließlich verläuft der Iller-Radweg entlang des Flusses östlich von Balzheim. Über die Mühlgasse wird der innerörtliche Radweg in der Sterngasse mit ihm verbunden. Eine E-Bike-Ladestation und Fahrradständer sollen dem Rechnung tragen.

Da ist zudem das Gasthaus „Löwen“, das ebenso wie das gesamte Gebäude „Am Dorfplatz 12“ der Gemeinde gehört. „Im Zuge der Umgestaltung wird der Außenbewirtungsbereich erweitert beziehungsweise neu ausgeführt“, erläuterte der Schultes. Ebenfalls solle der Zugang zum Restaurant verändert werden. Für diese Maßnahmen gebe es jedoch keine Bezuschussung. Nicht zuletzt stünden mehr Parkplätze auf der Agenda: „In der Ortsmitte mit Rathaus, Dorfgemeinschaftshaus, Gaststätten, Zahnarzt, Friseur, Banken sind zu wenige vorhanden.“ Der vorhandene Baumbestand, daran ließ Herrmann genauso wie Architekt Clemens keinen Zweifel, werde jedoch beibehalten.

Stimmiges Grundkonzept

Der Dorfplatz besitze eine zentrale Funktion für die gesamte Kommune, sagte der Ortschef. „Wir möchten durch die geplante Umgestaltung auch ein Signal an Privatpersonen und Investoren geben.“ Konkret heißt das: Der Fokus richtet sich auf die Schaffung von Wohnraum und die Sicherung der Grundversorgung.

Gemeinderat Klaus-Peter Federhen sagte: „Das Innenleben soll einfach gut funktionieren.“ Es bestünden noch viele Möglichkeiten. „Das Grundkonzept ist für mich stimmig.“ Bürgermeister Günter Herrmann betonte: „Östlich und westlich des Bereichs ist Potenzial da.“ Da könne es modulartig weiter gehen. Rudi Kohl fand: „Wir haben hier tolle Firmen, die expandieren und weltbekannt sind. Wir sollten ein moderner Ort sein und den Unternehmen auch zeigen, dass das Dorf zeitgemäß mitgeht.“

Der Baubeschluss fiel einstimmig aus, womit sich das Architekturbüro nun mit der detaillierten Werkplanung befassen wird. Aufgrund der Vorgaben des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum muss noch heuer mit der Maßnahme begonnen werden. Das Gros wird aber im nächsten Jahr über die Bühne gehen, kündigte Günter Herrmann an.

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