Initiative „Zusammenrücken“ zieht positive Bilanz

Zum Abschluss der Reihe „Blickwechsel“ der Initiative „Zusammenrücken“ war die „Banditaliana“ zu Gast in Langenau. Die Organisatoren zeigen sich zufrieden.

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Die „Banditaliana“ spielt traditionelle italienische Lieder, aber auch viele eigene Kompositionen.  Foto: 

Das ein oder andere Glas Wein hatte seinen Weg ins Publikum schon gefunden, als Riccardo Tesi und seine Kollegen der „Banditaliana“ die Bühne betreten. Es fühlt sich ein bisschen an wie ein gemütlicher Abend in der Toskana. „Ciao!“, ruft Tesi und das Publikum antwortet. Er grinst und fängt an zu spielen. Auf seinem Organetto, einem diatonischen Knopfakkordeon. Warum gerade dieses Instrument? „Es hat mich ausgesucht”, erzählt er später.

Mit ihm auf der Bühne stehen Maurizio Geri an der Gitarre, Claudio Carboni am Saxophon und Percussionist Gigi Biolcati. Seit 25 Jahren spielen die vier Männer zusammen. „Länger als wir verheiratet sind“, erzählt Tesi in gebrochenem Englisch. Es sei Magie, dass sie zusammen schon so lange auf der Bühne stehen.

Schon nach dem zweiten Stück jubelt das Publikum. Die Musiker spielen auch den Liscio, den toskanischen Walzer. „Die Art von Musik, die wir früher gehasst haben, weil unsere Eltern sie hörten“, sagt  Tesi. Aber es geht bei den überwiegend selbst komponierten Stücken natürlich auch um Amore, die Liebe.

Das Konzert ist die letzte Veranstaltung der Reihe „Blickwechsel“ der Initiative „Zusammenrücken”. Zwischen September und November gab es unter anderem Fotoausstellungen, einen südamerikanischen Abend, einen Tag der offenen Moschee, verschiedene Vorträge und Theateraufführungen. Die Heimat mit den Augen anderer zu betrachten, ist die Motivation hinter dem Projekt.

„Wir freuen uns, dass alle Veranstaltungen gut besucht waren und wir von den vielen Kulturen, die in Langenau zusammenkommen, einige vorstellen konnten”, sagt Lea Napierala von der Initiative „Zusammenrücken“. Nächstes Jahr soll es die bereits fünfte Auflage der Reihe geben. Für die Organisatorin hat sich durch die Veranstaltung auf jeden Fall etwas verändert, was den Kontakt zwischen den Menschen angeht. „Man kennt einfach mehr Leute in der Stadt, hält dann doch kurz an für ein Schwätzchen und kann sich auch besser in die anderen hineinversetzen.” Ein paar mehr Mitglieder für die Initiative „Zusammenrücken” wären trotzdem noch gut”, sagt Napierala.

Bürgermeister Daniel Salemi freut sich, dass die Initiative nicht von städtischer Hand geleitet wird, sondern von den Bürgern gegründet wurde. „Wir haben nicht mehr und nicht weniger Probleme mit Zugewanderten als andere Gemeinden. Aber solche Initiativen helfen, die Menschen näher zusammenzubringen.” Er war selbst bei einigen der Veranstaltungen dabei, etwa bei einem Theaterstück, das Flüchtlinge zusammen mit Einheimischen aufgeführt haben. „Sie haben sehr schnell nicht nur Deutsch, sondern auch gleich noch Schwäbisch gelernt”, erzählt Salemi.

Zuhörer sind begeistert

Auch für Musiker Riccardo Tesi ist das Mischen der Kulturen wichtig: „Nicht nur in der Musik hilft es, Blickpunkte anderer einzunehmen.“ Zwei Zugaben spielen Tesi und seine „Banditaliana“. Ehepaar Rockemann aus Ulm ist „total begeistert” von der so herrlich „undeutschen” Musik und dem etwas anderen italienischen Abend. „Super! So vielfältig. Man merkt einfach, dass sie zusammengehören”, sagt auch Gertrud Schelling aus Senden.

„Grazie. Danke“, sagen die Musiker am Ende. Und schon sind die Zuhörer wieder im regnerischen Deutschland. Aber in ihren Köpfen klingt die Musik weiter.

Plattform „Die Initiative Zusammenrücken ist eine offene Gruppe für alle Langenauer, die Interesse haben, das gute Zusammenleben zwischen Langenauer Bürgern unterschiedlicher Kulturen zu fördern“, so beschreibt sich die Initiative auf ihrer Homepage.

Treffen Die Gruppe trifft sich etwa ein Mal im Monat. Mehr Infos gibt es online unter zusammenruecken.com

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