Blaubeurer Landfrauen feiern 50-jähriges Bestehen

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  • Ehrenvorsitzende Inge Müller (links) und Vorsitzende Brigitte Huober (rechts) mit Gründungsmitgliedern (von links): Lina Söll (Sonderbuch), Rosa Straub (Bermaringen), Hannelore Ganzenmüller (Beiningen), Regina Zimmermann (Wippingen). 1/2
    Ehrenvorsitzende Inge Müller (links) und Vorsitzende Brigitte Huober (rechts) mit Gründungsmitgliedern (von links): Lina Söll (Sonderbuch), Rosa Straub (Bermaringen), Hannelore Ganzenmüller (Beiningen), Regina Zimmermann (Wippingen). Foto: 
  • Roswitha Gutknecht ist mit der Landesehrennadel ausgezeichnet worden. 2/2
    Roswitha Gutknecht ist mit der Landesehrennadel ausgezeichnet worden. Foto: 
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1967 war die Männerwelt noch skeptisch, was die Landfrauen anbelangte. Inzwischen erfahren sie große Wertschätzung, wie bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen des Kreislandfrauenverbands Blaubeuren zu hören war. Aus den 23 Ortsvereinen mit knapp 1600 Mitgliedern waren etwa 500 Landfrauen in die Halle am Schinderwasen aufs Hochsträß gekommen.

„Frauen zusammenbringen und stärken, ihnen Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, das ist unsere Aufgabe.“ Mit diesen Worten eröffnete Kreisvorsitzende Brigitte Huober das Treffen am Freitagnachmittag. Gerade die Angebote zur Weiterbildung seien ein Markenzeichen der Landfrauen, sagte Landrat Heiner Scheffold in seinem Grußwort: „Sie sind unverzichtbarer Teil des gesellschaftlichen Lebens, und Sie haben immer die Themen der Zeit aufgegriffen, so wie derzeit etwa den demografischen Wandel.“ Auch der Blaubeurer Bürgermeister Jörg Seibold fand lobende Worte:„Sie machen das ganz toll, Sie ziehen an einem Strang in die gleiche Richtung und leisten für die Gesellschaft Wertvolles.“

„Wir werden weniger, wir werden bunter und wir werden älter“, sagte Marie-Luise Linckh, Präsidentin des Landfrauenverbandes Württemberg-Baden, in ihrem Vortrag. Der demografische Wandel sei unumkehrbar und betreffe alle, das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen stelle eine große Herausforderung dar, die nur durch Begegnungen von Mensch zu Mensch bewältigt werden könne.

Die Landesvorsitzende ging auch auf politische Positionen der Landfrauen ein. Von der Mütterrente – drei Entgeltpunkten pro Kind – über die Vermittlung von Alltagskompetenzen in der Schule, dem zügigen Breitband-Ausbau auf dem Land bis zur gerechten Entlohnung landwirtschaftlicher Arbeit. Auch die Weiterentwicklung der Krebsvorsorge und gleicher Lohn für gleiche Arbeit stehen im Forderungskatalog.

Ehrenvorsitzende Inge Müller blickte zurück auf die Anfänge des Kreisverbands. Treibende Kraft sei Hannelore Ganzenmüller aus Beiningen gewesen. Sie habe die Landfrauenarbeit aus ihrer Heimat im Remstal gekannt und hier vermisst. Bei Helene Steckhan, der damaligen Leiterin der Landwirtschaftsschule in Blaubeuren, sei sie auf offene Ohren gestoßen. Im August 1967 wurde der Bezirkslandfrauenverband Blaubeuren gegründet, mit 136 Mitgliedern. „Die Männer waren am Anfang noch sehr argwöhnisch“, sagte Inge Müller. Doch Helene Steckhan habe die Frauen ermutigt, ihre Interessen durchzusetzen: „Ihr habt daheim die Hosen an, nicht die Schwiegermutter oder der Mann.“

Unterhaltsamer Höhepunkt des Nachmittags war die „Modenschau aus fünf Jahrzehnten“. Präsentiert von Carmen Fahrner und Waltraud Fischer aus Asch zeigten 30 „Models“, was alles schon für schick gehalten wurde (wir berichteten).

Roswitha Gutknecht, die Geschäftsführerin des Kreislandfrauenverbands, wurde mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die in Blaustein-Bermaringen lebende 64-Jährige übt dieses Ehrenamt seit 1998 aus. Zudem war sie neun Jahre im Vorstand ihres Ortsvereins tätig. Roswitha Gutknecht führe die Geschäfte des Verbands vorbildlich, mit Ideenreichtum und Idealismus, sagte Sylvia von Darl-Späth, Ehrenvorsitzende der Landfrauen Bermaringen und stellvertretende Bürgermeisterin von Blaustein. „Was Roswitha Gutknecht macht, das macht sie ganz, und es klappt alles zuverlässig, was sie anpackt.“ Die Geehrte war sichtlich gerührt und sagte: ,„Des hätt’s net braucht, aber i freu’ mi trotzdem.“

Kreisvorsitzende Brigitte Huober zeichnete vier Gründungsmitglieder für 50-jährige Mitgliedschaft aus: Lina Söll, Rosa Straub, Hannelore Ganzenmüller und Regina Zimmermann. In Abwesenheit wurden geehrt: Emma Pfetsch, Christa Kölle und Erika Schneider.

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