Imam in Langenau: Gelassener leben ohne Vorurteile

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Die Langenauer haben auch in diesem Jahr hohes Interesse an der islamischen Glaubensgmeinschaft gezeigt.  Foto: 

Den Nachbarn beistehen in der Not, sie besuchen, wenn sie krank sind, und Anteil nehmen: Israfil Polat zählte eine ganze Reihe von Aufgaben auf, die Nachbarn haben. Dazu gehöre auch, anderen Geld zu leihen, wenn sie es benötigen. Manchmal sage man, „bei Geld höre die Freundschaft auf“, zitierte Polat ein Sprichwort. Nach muslimischem Verständnis dagegen fange sie da eigentlich erst an. Denn Geld zu verleihen, „setzt Vertrauen voraus“, so der aus Langenau stammende Ulmer Imam beim Tag der offenen Moschee in Langenau. Vertrauen und Dialog seien Voraussetzung für eine gute Nachbarschaft – und damit auch für Harmonie in der Gesellschaft.

Seit 20 Jahren öffnen die Moscheen in Deutschland jeweils am 3. Oktober ihre Türen für Besichtigungen und Diskussionen. Der „Tag der deutschen Einheit“ sei bewusst gewählt worden, um zu zeigen, „dass wir auch dazugehören“, unterstrich der Imam bei einem Gespräch nach der Moschee-Führung.

Seit zehn Jahren lege der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) das jeweilige Motto fest. „Gute Nachbarschaft – bessere Gesellschaft“, lautete es dieses Jahr. Ein aktuelles Thema. Denn Rassismus und Extremismus stellten die Gesellschaft derzeit vor eine große Herausforderung, hieß es in der Ankündigung. Die „nähere“ und „fernere“ Nachbarschaft spielten eine große Rolle für die Harmonie im Kleinen wie im Großen, erläuterte Polat: „Wir haben Nachbarn aus verschiedenen Kulturen. Und wir leben gelassener ohne Ängste und Vorurteile.“ Diese abzubauen, ist ein Ziel des Tags der offenen Moschee.

Der sei in Langenau stets gut besucht, so der Imam. An der Führung nahmen etliche Eltern mit Kindern teil, wie zum Beispiel Andrea Hamm und ihr zehnjähriger Sohn Christoph. „Es leben ja immer mehr Andersgläubige hier. Dem kann man sich nicht verschließen“, sagte die Langenauerin.  Auf jeden Fall sei es notwendig, andere Religionen besser kennenzulernen. Die könnten dadurch vielleicht ihre „Bedrohlichkeit“ verlieren. Sie habe keine Berührungsängste, betonte Petra Bauer, die nicht zum ersten Mal in den Räumen in der Wörthstraße war. „Es ist wichtig, dass der Kontakt besteht, und ich freue mich immer auf die Begegnungen.“

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