Im Tiefental entsteht ein Waldrefugium

|
Am Impfenstein nahe Seißen soll aus Naturschutzgründen eine Alt- und Totholzinsel entstehen.  Foto: 

Rund 14,9 Hektar Wald im Tiefental will die Stadt Blaubeuren auf Vorschlag der Forstverwaltung als Waldrefugium ausweisen. In diesem Bereich darf dann keine Waldbewirtschaftung stattfinden. Dadurch könnte dem Ökokonto der Stadt eine sechsstellige Punktzahl gutgeschrieben werden und bei künftigen Bauvorhaben verrechnet werden, sagt Friederike Hübner vom Planungsbüro Tränkle. Sie richtet derzeit das städtische Ökokonto ein.

Für Blaubeurens Bürgermeister Jörg Seibold ist es „eine gute Chance“, einen großen Alt- und Totholzbereich auszuweisen,  sagte er auf einer Tour des Gemeinderats im Stadtwald. Der Stadt entstehe durch die Stilllegung am Steilhang kein wirtschaftlicher Schaden. „Der Druck ist enorm, rechtzeitig ein positives Ökokonto aufzubauen“, ergänzte Hübner. Andernfalls werde es immer schwieriger, Neubaugebiete auszuweisen, weil die Einschnitte in die Natur enorm sind. Das Baugebiet Steigziegelhütte 4 hatte ein Gesamtdefizit von 240 000 Ökopunkten verursacht, die nur mit Mühe ausgeglichen werden konnten, sagte Hübner: „Da ist es gut, langfristig mit einem Ökokonto zu planen.“

Der Blaubeurer Stadtwald ist für die Kommune eine gute Möglichkeit, ihre Umwelt-Bilanz zu verbessern, urteilt Thomas Herrmann, Fachdienstleiter Forst und Naturschutz im Landratsamt. Auch in vielen anderen Kommunen biete der Wald gute Chancen, entsprechend würden die Nachfragen der Gemeinden steigen. Ein Grund: Es wird immer schwieriger, landwirtschaftliche Flächen zu bekommen.

Pilze begünstigen Artenvielfalt

Das Konzept der Forstverwaltung sieht im Tiefental vor, dass sich das Waldrefugium direkt an den vorhandenen Bannwald Rabensteig anschließt. Außerdem entstehen weitere Alt- und Totholz-Bereiche im Wald der Umgebung – etwa auch am Impfenstein. „Dadurch ist das Waldrefugium nicht isoliert“, erläuterte Förster Ferdinand Menholz. „Wir brauchen einen Lebensraum-Verbund“, sagt Hübner. Gegenwärtig ist der Artenreichtum im Bannwald Rabensteig noch begrenzt. Aber im Bereich der Pilze habe sich etwas getan, der Zunderschwamm beispielsweise habe sich entwickelt. Auf Grundlage von Pilzen könnten sich Käfer und andere Tiere wie der Schwarzspecht vermehren.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Stellenabbau: Bittere Pille für Ratiopharm

Der Mutterkonzern Teva streicht weltweit 14.000 Stellen. Es bleibt vorerst offen, inwieweit Ulm betroffen ist. weiter lesen