Illerrieden bekommt Hilfe im Notfall nur über Umleitung

Schnelle Hilfe bekommen die Anwohner in Illerrieden oft nur über eine Umleitung. Das nimmt Zeit in Anspruch und hat schon zu Einsatzproblemen geführt. Eine technische Lösung ist nicht in Sicht.

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Symbolbild  Foto: 

Die Anwohner in Illerrieden und seinen Ortsteilen haben in manch einem Notfall ein Problem, denn wenn sie die Notfallnummer 112 wählen, werden sie nicht mit der zuständigen Ulmer Leitstelle verbunden, sondern  – wie ihre Vöhringer Nachbarn – mit der Leitstelle in Krumbach. Weil die bayerischen Feuerwehrleute aber für das baden-württembergische Illerrieden nicht zuständig sind, muss der Anrufer erst nach Ulm weitergeleitet werden.

„Das dauert zwei bis drei Minuten länger, mindestens“, sagt der Illerriedener Feuerwehr-Kommandant Thomas Lambacher, der sich die falsche Verbindung nach Krumbach mit der gleichen Vorwahl von Illerrieden und Vöhringen erklärt. Unter Umständen könne die Zugehörigkeit zu den Ortsnetzen zu lebensgefährlichen Verzögerungen führen. Denn nicht nur bei Bränden wird die 112 gewählt, sondern auch bei medizinischen Notfällen. Erst neulich habe er in Wangen einen solchen Notfall miterlebt und feststellen müssen, dass der Anruf über die Leitstelle in Krumbach nach Ulm führte. „Das erinnert ein bisschen an die stille Post“, sagt Lambacher, der schon den Kreisbrandmeister im Alb-Donau-Kreis, Ralf Ziegler, davon in Kenntnis setzte.

Probleme tritt an vielen Stellen auf

„Wir sind der Sache auch schon nachgegangen“, sagt Ziegler. Und die Antwort der Telekom lautete: Das Problem trete nur in gewissen Zeiten auf, wenn die Leitungen überlastet seien. Diese Probleme gebe es ohnedies in mehreren Randbereichen, meint Kreisbrandmeister Ziegler. Befinde man sich etwa in einem Grenzgebiet zu einer anderen Stadt und telefoniere mit dem Handy, komme es darauf an, in welcher Funkzelle sich das Handy eingebucht habe. Dieses Problem habe aber nicht nur Illerrieden; es trete an vielen Stellen im ganzen Bundesgebiet auf, an denen die Grenzen von Ortsnetzen und Kommunen nicht übereinstimmten. Generell gelte aber, dass egal ob man per Festnetztelefon oder Handy die 112 wählt, man automatisch zu der örtlich nächsten Leitstelle vermittelt werde.

Das sei in Illerrieden ein technisches Problem, das man in den Griff bekommen müsse, sagt Ralf Ziegler, der die Zeitschätzung von einer Verzögerung von zwei bis drei Minuten für übertrieben hält. Sobald die Krumbacher Kollegen vom Anrufer hörten, wo der Notfall stattgefunden habe, würden sie das Gespräch umgehend an die Leitstelle nach Ulm weiterleiten. Wie rational der Betroffene bei seinem Notfall-Anruf aber Auskunft geben kann, sei ganz unterschiedlich.

Von diesem Problem hat Peter Langmaier, Leiter der Integrierten Rettungs- und Feuerwehrleitstelle in Ulm, noch nichts gehört. Wie viele Anrufe tatsächlich erst über eine Umleitung aus Krumbach in Ulm aus Illerrieden eingegangen seien, müsse man prüfen, meint er auf Nachfrage. Prinzipiell müssten solche Probleme aber vom jeweiligen Landratsamt geregelt werden, sagte er noch.

Trauriges Beispiel

Dass aber eine solche Umleitung zu einem größeren Problem werden könne, weiß Illerriedens Feuerwehr-Kommandant aus eigener Erfahrung. „Im Großen und Ganzen funktioniert es ja ganz gut“, sagt Lambacher, nur bei Großeinsätzen würde es kritisch. Besonders die lang anhaltenden Unwetter im vorigen Jahr seien für eine solche Großschadenslage ein trauriges Beispiel. So hätte es im Nachhinein einige Klagen von Anwohnern gegeben, dessen Anrufe einfach im Zuge der stillen Post untergegangen seien. „Und das muss doch technisch lösbar sein“, fordert Lambacher.

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