Im Donauried sind bald alle Biberreviere besetzt

Der Biber hat sich vom Fastenessen zum unter Naturschutz stehenden Bewohner im Donauried entwickelt. In Langenau kümmert sich Manfred Späth um das Tier und sucht Kompromisse in Problemsituationen.

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Noch ist ein bisschen Platz im Langenauer Ried für den Biber - aber nicht mehr lange. Dieser Meinung ist Manfred Späth. Er ist Biberberater der Stadt Langenau und Bibermanager des Regierungspräsidiums Tübingen. "In Langenau gibt es fast keine Möglichkeiten mehr", sagt er mit Blick auf die 13 Vorkommen im Donauried mit insgesamt etwa 70 Tieren. "Der Naturschutz sagt, das Gebiet sei noch nicht gesättigt", sagt Späth.

Manch ein Nager versucht sein Glück jenseits der Gräben im Donauried auch im Langenauer Stadtgebiet. "Hier tauchen auch Streuner auf", sagt Späth. Aber die Tiere bleiben nicht lange. "Das ist kein guter Lebensraum für den Biber und das wird ihm auch meist schnell klar."

Seit zwei Jahren ist Späth, der als Feldschütz bei der Stadt Langenau angestellt ist, Biberberater und Bibermanager. Er setzt sich mit den verschiedenen Interessensgruppen auseinander und sucht für alle tragbare Kompromisse. Sein Engagement in Sachen Biber will der baldige Rentner auch im Ruhestand nicht aufgeben. Seinen Nachfolger als Feldschütz, Sven Ehret, lernt er gerade ein. In dieser Funktion sind Späth und Ehret für den Naturschutz sowie die Biotop- und Gehölzpflege zuständig. Alles Bereiche in denen der Biber mit seinen Burgen und Dämmen eingreift.

Zum ersten Mal ist der Biber im Jahr 2000 im Donauried bei Langenau aufgetaucht. "Wahrscheinlich kam er über die Donau zu uns", erzählt Späth. Doch das Nagetier, das in den 70er-Jahren in Bayern wieder angesiedelt wurde, ist nicht für alle ein Grund zur Freude. Landwirte sorgen sich um ihre Felder und sehen ihre Ernte in Gefahr, das Wasserwirtschaftsamt muss die Wasserqualität sicherstellen und der Naturschutz fordert die Rechte des Bibers ein. Für Späth ist das eine Gradwanderung: "Wir von der Verwaltung verhalten uns neutral."

Als Maßnahmen kann er Rohre in Dämme einbauen lassen, den Damm absenken, Begleitgräben ziehen oder als letztes Mittel einen Damm ausheben. Die Kommune koste das im Jahr etwa 25 000 Euro. Aber eines sei sicher so Späth: "Das Tier Biber ist rigoros geschützt." In Baden-Württemberg leben derzeit etwa 2000 Nagetiere, schätzt Späth. "In Bayern ungefähr zehnmal so viele", erklärt er. "Aber die haben ihn schließlich auch wieder eingesetzt", gibt er zu bedenken.

Verständnis hat der Biberberater für die Landwirte. "Hier in Baden-Württemberg gibt es keinen Entschädigungsfond wie in Bayern", erklärt Späth. Wenn im Donauried Ackerland überflutet wird oder die Biber Mais oder Getreide auf den Feldern fressen, gibt es keinerlei Entschädigung für die Bauern.

"Wir heben dann auch mal einen Damm aus, damit ein Feld wieder abtrocknet, um es dann abernten zu können." Ausgleichsflächen könne die Kommune den an Biberreviere grenzenden Bauern nicht anbieten. "Der Landhunger ist groß", erklärt Späth. Alle Nutzungsflächen seien bereits verpachtet. Nach Späths Ansicht, muss die grün-rote Landesregierung das Problem angehen und sich bei der Lösung ein Beispiel an Bayern nehmen.

Ehret erklärt, dass auch die Naturschützer nicht alle nur den Biber im Blick haben. "Da gibt es auch Zielkonflikte zwischen den Naturschützern", erklärt er. Libellenliebhaber oder Fischer seien oft nicht begeistert, wenn Biberdämme Bäche oder Dämme so weit stauen, dass im weiteren Flusslauf kein oder kaum mehr Wasser fließt.

Am Landesgrenzgraben treibt ein "Störer" schon seit über einem Jahr sein Unwesen. Der Unbekannte räumt jede Woche einen Biberdamm aus und häuft das Gehölz rechts und links vom Graben auf. "Wir wissen immer noch nicht, wer das macht. Eine Überwachungskamera dürfen wir nicht aufstellen", sagt Späth. Bislang gibt sich der Biber aber noch nicht geschlagen: Im Wasser lässt sich bereits der nächste Damm erkennen. "Der ist ein recht aktives Tierchen. Und der Biber darf machen was er will", erklärt Späth.

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