Im Bann englischer Gärten

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„Englische Gärten sind nicht perfekt, sie sprudeln vor Geschichte“, sagt Heidi Howcroft. Und genau über diese hat die englische Autorin und renommierte Gartenarchitektin jetzt etwas in der Langenauer Buchhandlung Mahr erzählt. Das Geschäft veranstaltete nämlich einen Gartenbuchtag, an dem zahlreiche Bücher über das Gärtnern zum Verkauf standen. Passend zu diesem Anlass wurde Howcroft eingeladen, um über die englische Gartenkultur zu erzählen und aus ihren Büchern zu lesen.

Dabei nahm sie die Zuhörer mit auf eine Reise zu den englischen Gärten voller Rosen, Buchsbäumen, prachtvoller Beete. Die Autorin brachte die Besucher sogar zum Schmunzeln als sie erklärte, was das adlige Landleben in England ausmacht. Angefangen zu schreiben hat die Landschaftsarchitektin über das Verlegen von Pflastersteinen. „Ich war die Pflasterprinzessin, jetzt bin ich eher eine Gräfin“, sagte Howcroft lachend. „Nein, eine Queen“, rief da jemand von den Zuhörern.

In lebendiger Sprache

Doch es blieb nicht bei Gartenratgebern, Howcroft begann über englische Gärten zu schreiben, über die Menschen und Geheimnisse, die hinter ihnen stecken und über das Leben auf dem Land. Dabei bedient sie sich einer lebendigen Sprache. Wenn sie Passagen aus ihren Büchern vorliest, male man sich Bilder aus von Gärten und Landschaften, wie man sie aus Rosamunde-Pilcher-Filmen kennt, meinte eine Besucherin. „Was meine Bücher ausmacht, ist die Entdeckung von irgendeinem Thema“, sagte die Schriftstellerin. Privat für sich, hat die Britin ein denkmalgeschütztes Natursteinhaus in Somerset entdeckt, dessen Cottage-Charakter sie in den Bann zog.

Wenn sie den typisch englischen Blumengarten beschreiben soll, sagte sie, gehe man nach Liebe vor, nicht nach Plan. Doch es gebe noch eine zweite Form englischer Gärten, nämlich „große englische Landschaftsgärten, bei denen man nicht unterscheiden kann, was Park und was Kulturlandschaft ist“, inspiriert von diesem Typ wurde etwa der Englische Garten in München. „Rasen- oder Kieswege gehören dazu, Staudenrabatten, genau wie Prachtbeete und Kletterpflanzen“, zählte Howcroft auf. Durch den Golfstrom herrschen klimatisch in England günstige Bedingungen. In Cornwall, im Südwesten, sind auch die Böden sehr sauer, erinnern an eine Moorlandschaft. Vieles was in England geht, ist in Deutschland unmöglich, daher riet die Landschaftsarchitektin: „Besser man lässt die Pflanzen dort und nimmt nur die Atmosphäre mit.“

Welchen Eindruck hat die Engländerin von deutschen Gärten? „Deutsche Gärten sind viel besser, als die Deutschen selber meinen.“ Die Spannweite reiche von Bauerngärten über modern gestaltete Anlagen. Auch könne man den Mut haben, zu zeigen, was man hat, meinte die Autorin. Die Engländer schließlich gestalteten Gärten auf sich bestimmt, gingen nicht mit der Mode. Sie machten, was ihnen gefällt.

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