IG Metall zu Personalabbau bei Centrotherm

"Der Wunsch des Arbeitgebers sagt nichts darüber aus, ob es auch funktioniert", sagt Reinhold Riebl von der IG Metall Ulm nach der Ankündigung von Centrotherm, 50 Stellen abbauen zu wollen und zwar ohne betriebsbedingte Kündigungen.

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Noch sei kein Wort über die Höhe der Abfindungen verloren worden. Zudem hätten erfahrungsgemäß vor allem solche Mitarbeiter ein Interesse auszuscheiden und den Job zu wechseln, die weiter wichtig für das Unternehmen wären. Riebl vermutet, dass der Anlagenbauer solche Spezialisten nicht gehen lassen möchte und auf andere, eher verzichtbar erscheinende Mitarbeiter zugeht. Die hätten aber möglicherweise schlechtere Chancen, eine neue Stelle zu finden. Die Gewerkschaft empfiehlt, ein Abfindungsangebot nur dann anzunehmen, wenn man schon einen neuen Job hat.

Riebl sieht die Photovoltaik trotz der Turbulenzen als Zukunftsbranche. Es gelte jedoch, die Phase bis zur Konsolidierung zu überstehen. Im Moment sieht der Gewerkschaftssekretär Centrotherm in einer Zwangslage: Auf der einen Seite reichten die Aufträge definitiv nicht aus für die vorhandenen Kapazitäten. Auf der anderen Seite dürfe auch die Entwicklungsfähigkeit des Werks nicht durch überzogenen Personalabbau gefährdet werden. Beide Aspekte müssten in Einklang gebracht werden. "Davon hängt die Zukunft des Standorts ab."

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Kommentare

25.09.2014 09:49 Uhr

Zutiefst demokratischer Prozess

Erst gestern ließ Herr Wetzel als seines Zeichens derzeit amtierender Erster Vorsitzender der IG Metall verlauten, dass hiesig das Schicksal jedes Einzelnen von einer erfolgreichen Industrie abhängt. Was hindert also die Belegschaft der in Blaubeuren ansässigen Centrotherm, diesen Ausblick exemplarisch im eigenen Unternehmen zum Wohle aller durchzubuchstabieren anstatt sich damit zu begnügen, dass ungebrochen auf breiter Front das Arbeitsleid zunimmt, sobald die Beantwortung der darin innewohnenden Frage verweigert wird? Es liegt somit auf demokratische Weise keinesfalls allein in den Händen des von der SÜDWEST PRESSE zitierten Gewerkschaftssekretärs der Ulmer IG Metall, welche Zukunft nicht zuletzt den dortigen Betriebsangehörigen, aber vor allem der gesamten Bevölkerung zumindest in der Region beschieden ist.

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