Hüttisheimer Kulturstadel: Mehr Leben ins Gewölbe

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Lothar Beck (links) und Stefan Gerthofer.  Foto: 

Mit dem Kulturstadel hat Hüttisheim etwas, was wohl nur wenige Gemeinden mit knapp 1400 Einwohnern bieten können. 2011 eröffnet, läuft es in dem aufwendig umgebauten, ehemaligen landwirtschaftlichen Ökonomiegebäude richtig rund. Nicht nur beim Publikum, sondern auch bei Künstlern und Agenturen hat sich das Projekt in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Keine Woche, in der nicht eine Anfrage beim Kulturverein als Betreiber eingeht, sagt der Vorsitzende und Bürgermeister Stefan Gerthofer. Wegen des vollen Terminkalenders könne man gar nicht alle unterbringen. Nicht zuletzt will der Kulturstadel vor allem regional agieren.

Manche Künstler, die unter anderem dank ihrer Auftritte in Hüttisheim den Sprung in größere Hallen geschafft haben, etwa die Kabarettisten Heinrich del Core und Maxi Schafroth und das A Capella-Quartett „Les Brünettes“, hätten Gerthofer und Lothar Beck vom Programmacher-Team gerne wieder gesehen. „Mit 200 Plätzen brauchen wir aber erst gar nicht anfragen“, sagt der Vorsitzende.

Was ihm und seinem rührigen Verein bleibt, ist das Lob der Künstler: Für die Akustik – sie kommt ohne Lautsprecher aus –, die besondere Atmosphäre des ehemaligen Heubodens, die zuvorkommende Bewirtung, die Mitglieder der Hüttisheimer Vereine ehrenamtlich leisten. Nicht nur Kulturveranstaltungen finden im Dachgeschoss statt, auch Hochzeiten, Seminare Tagungen.

Mehr Umtrieb wünscht sich Gerthofer dagegen für das „Gewölbe“, den einstigen Kuhstall des Hagelhofs. Dreimal in der Woche hat es geöffnet. Hier trifft sich der Fotostammtisch, hier wird Binokel gespielt, bei einem „Hüttisheimer Dorfbier“ geplaudert und einmal im Monat wird in der Reihe „Kult im Stadel“ Kleinkunst geboten. „Mir ist das immer noch zu wenig. Die ursprüngliche Idee, mit dem Kulturstadel eine Dorfmitte, einen Treffpunkt für Jung an Alt zu schaffen, könnte besser angenommen werden“, sagt Gerthofer. Dazu könnten neue Angebote beitragen, wie offenes Singen, Spieleabende oder ein Stammtisch, wie es in früher im Dorfwirtshaus gab. „Das macht doch ein Dorf erst lebenswert: Dass man sich trifft, miteinander redet und Spaß hat“, sagt der Bürgermeister.

Mitwirken bei der Kulturarbeit könne im Übrigen jeder, auch Nicht-Hüttisheimer. „Wer sich da mal Ausprobieren möchte, ist bei uns willkommen“, sagt Lothar Beck. Der frühere Leiter der Ulmer Valckenburgschule lebt selbst in Neu-Ulm und hat das Kleinod eher durch Zufall entdeckt. Und schätzen gelernt.

Programm Am Samstag tritt die bayerische Kabarettistin Christine Eixenberger mit ihrem Programm „Lernbelästigung“ im Kulturstadel auf. Beginn 20 Uhr. Karten zu 17 Euro (ermäßigt 15 Euro) in den örtlichen Geschäften, bei „Traffiti“ in Ulm und der SÜDWEST PRESSE. Am Donnerstag und Freitag,, 3. und 4. November, sind die „Untertöner“ zu Gast, am Sonntag, 19. November, Chris Boettcher. Mehr Infos gibt es unter:  www.kv-huettisheim.de.

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