Hüttisheimer entwickelt Mini-Wohnwagen

Franz Fesseler aus Hüttisheim hat einen Mini-Wohnwagen entwickelt, gerade mal drei Meter lang und 305 Kilogramm schwer. Zielgruppe des rollenden Schlafplatzes sind Kurzurlauber, die nie mehr ein Zelt aufbauen möchten.

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3 Meter lang und 1,88 Meter hoch ist der kleine Wohnwagen, den Franz Fesseler entwickelt und hergestellt hat. Ein Schlafplatz ist darin, Kühlbox, Regale, Gaskocher, Tisch und Sonnensegel können zugebucht werden. Foto: Franz Glogger

Vor einem Jahr wurde die Idee geboren, seit kurzem ist sie greifbar: Ein Mini-Wohnwagen, der nicht viel mehr bietet als einen Schlafplatz für zwei Erwachsene, wenns eng her gehen darf, auch für drei oder die Ein-Kind-Familie. Der Clou an dem rollenden Doppelbett: Es kann selbst von einem Smart oder einem Trike gezogen werden. Franz Fesseler, Entwickler und Hersteller des Gefährts, hat dafür folgende Zielgruppe vor Augen: Oldtimerfreunde, Sportfreaks, die in die Berge zum Mountain-Biken fahren, junge Leute, die übers Wochenende schnell mal weg wollen. Schlichtweg Menschen, die für ein paar Tage einen Schlafplatz brauchen, aber kein Hotel buchen wollen, vom Zeltaufbauen die Nase voll haben und sich trotzdem einen gewissen Komfort gönnen wollen.

Der Mini-Wohnwagen kam dem Hüttisheimer Betreiber eines Camping- und Caravan-Centers im Ulmer Donautal im Frühjahr 2011 in den Sinn. Da sah er ein amerikanisches Produkt ähnlicher Größe. Doch bei diesem stimmte weder die Ausstattung (zu sparsam), noch der Preis (viel zu hoch). Dennoch sah Fesseler einen Markt für Mini- Wohnwagen. Der schwäbische Tüftler in ihm war erwacht. Und der wollte hohe Qualität und einen vernünftigen Preis unter einen Hut bringen.

Die Kontakte aus über zehn Jahren Handel mit Wohnwagen und Wohnmobilen halfen ihm dabei, passende Zulieferer zu finden. Gedacht war an ein Chassis, praktisch eine Achse mit Metallrahmen, auf das der Aufbau montiert wird. Für diesen sei "nur das Beste" in Frage gekommen, eine Sandwichbauweise mit Glasfaser verstärktem Kunststoff (GfK).

Die schlagfeste Oberfläche halte jedem Wetter stand, die darauf folgende Schaumstoffschicht isoliere und Sperrholz sorge innen für eine wohnliche Atmosphäre. Zudem sei der GfK federleicht und sehr stabil. Der Anhänger sollte ja von Kleinwagen gezogen und von einer Person rangiert werden können. Chassis und Segmente werden vorgefertigt ins Donautal geliefert, wo sie Fesseler mit einem Mitarbeiter montiert. Für die Innenausstattung hat der 59-Jährige ein ausgeklügeltes, zubuchbares System entwickelt: Kühlbox, Regale, Gaskocher, Tisch, Sonnensegel und mehr. 4699 Euro kostet der Mini in der Grundversion, voll ausgestattet 7800 Euro. "Unser Mini schenkt sich nichts im Vergleich mit den Großen"", sagt der gelernte Elektriker stolz. Mal abgesehen von der Größe. 3 Meter lang ist der Aufbau, einschließlich der Deichsel 4,32 Meter, 1,88 Meter hoch und 1,83 Meter breit. Das reicht für eine Liegefläche von 1,95 mal 1,70 Meter. 1,26 Meter Innenhöhe seien genug, um gemütlich zu sitzen, meint Fesseler. Ohnehin finde im Urlaub das Leben meist im Freien statt.

Wenn Franz Fesseler seine Entwicklung erklärt, ist er kaum zu bremsen. Immer wieder gehen die Hände über die sauber verarbeiteten Kanten und Verbindungen. "Zum Verlieben", findet auch Tochter Yvonne, zuständig für den Vertrieb. Die ausgebildete Mediengestalterin hat deshalb auch den passenden Namen ausgesucht, "Casanova Caravans", in Erinnerung an den legendären Frauenhelden und in Anlehnung an die lateinische Bedeutung "das neue Haus". Vorgestellt wird der Mini-Wohnwagen erstmals bei der Hausmesse des Familienbetriebs, die am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr in der Steinbeisstraße 14 in Ulm läuft.

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