Hospizgruppe Langenau arbeitet mit Pflegeheimen zusammen

Lebensqualität bis zum Schluss: Das ist das gemeinsame Ziel der Langenauer Hospizgruppe und Pflegeheimen. Das besiegelt nun ein Vertrag.

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Hospiz-Koordinatorin Ulla Frank-Lux (links) und Sonnehof-Direktorin Frieda Freudenthaler unterschreiben den Kooperationsvertrag.  Foto: 

Am Ende zählt der Mensch“, lautet ein Motto der Hospizbewegung, die am Welthospiztag am 14. Oktober auf ihre Arbeit aufmerksam macht. Um die letzte Lebensphase für Sterbende und Angehörige würdevoll zu gestalten, helfen ambulante Hospiz- und Palliativdienste. Sie begleiten die alten oder schwerstkranken Menschen auch in stationären Einrichtungen.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

„Vernetzung ist in unserer Arbeit das A und O“, sagt Ulla Frank-Lux, Koordinatorin der ökumenischen Hospizgruppe Langenau, die Menschen im Gebiet des Verwaltungsverbands Langenau und in Beimerstetten betreut. Der Verein  schloss jetzt einen Kooperationsvertrag mit dem  Pflegeheim Sonnenhof in Langenau und dem Haus Plepla in Ballendorf. Damit wird die seit vielen Jahren bestehende Kooperation auch für die Zukunft auf eine verlässliche Basis gestellt.

Seit die Hospizgruppe im Jahr 2000 gegründet wurde, arbeiten die ehrenamtlichen ambulanten mit den professionellen Kräften in den Heimen eng und „auf Augenhöhe“ zusammen, wie Frank-Lux betont. Gegenseitige Wertschätzung der Partner sei ebenso Voraussetzung wie das Leitbild, das auf der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ beruht.

„Gemeinsam können wir ein umfassendes Angebot machen, das auf individuelle Bedürfnisse und Wünsche eingeht“, sagt Frieda Freudenthaler, Hausdirektorin im Sonnenhof. Begleitung der Sterbenden und Rituale seien sowohl für die Bewohner und ihre Angehörigen als auch für die Mitarbeiter wichtig.  Auch sie sind darauf bedacht, für bestmögliche  Lebensqualität bis zum Schluss zu sorgen.

Dazu gehört die Linderung von Schmerzen. Deshalb arbeiteten Hospizgruppe und Pflegeheime bei Bedarf auch mit der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) Ulm zusammen, so Freudenthaler. SAPV werde von Haus- oder Fachärzten verordnet. Seit 2015 sehe auch das  Pflegeversicherungsgesetz solche Kooperationen vor. Die Hausdirektorin hebt die „unkomplizierte Art und Weise“ der gegenseitigen Verständigung mit den ambulanten Diensten hervor. Besonders dankbar sei sie den 21 Ehrenamtlichen der Hospizgruppe. Sie nehmen den Sterbenden die Ängste und unterstützen diejenigen, die ihnen nahestehen.

Zusammenarbeit mit Angehörigen

  Die Begleiter stammen aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Das ist Frank-Lux wichtig, denn so findet sie die zum Betreuten   passenden Betreuer.  „Wir begleiten jeden, der es möchte – unabhängig von Herkunft, Konfession oder Glaube“, betont die Koordinatorin. Je mehr die Hospizbegleiter über den Sterbenden wissen, desto besser können sie dessen letzte Lebensphase in seinem Sinne gestalten. Auch deshalb spiele die Zusammenarbeit mit Angehörigen eine große Rolle. Es sei ratsam, schon „in guten Tagen“ mit Familie oder Freunden über Sterben und Tod zu sprechen, so Freudenthaler. „Wir werden uns in Zukunft auch mehr auf andere Religionen und Kulturen einstellen müssen“, fügt sie hinzu. Ein Vorteil sei, dass im Sonnenhof Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund arbeiten.

Für Freudenthaler und Frank-Lux ist entscheidend, den Menschen anzunehmen, nicht alleine zu lassen und seine Würde zu wahren. „Am Anfang und am Ende sind wir alle nackt und bloß“ – völlig abgekoppelt von Wertung und Leistung, betont die Hospiz-Koordinatorin.

Infoabend Der Langenauer Hospizdienst besteht derzeit aus 21 Ehrenamtlichen. Im Januar wird ein weiterer Kurs zur Qualifizierung von Sterbebegleitern angeboten. Ein Informationsabend ist geplant. Interessierte können sich auch vorab an Ulla Frank-Lux wenden, Tel. (0160) 91 93 69 94.

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