Hope-Chor in Merklingen: Frohe Botschaft neu arrangiert

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Volle Konzentration: Beim Weihnachtskonzert in Merklingen zeigte der Hope-Chor, dass er dem Dirigat folgen kann wie nur wenige Laienchöre. Foto: Sabine Graser-Kühnle  Foto: 

Besinnlich, voller Vorfreude und mit träumerisch schönen Melodien: So stimmte der Hope-Chor aus Unterelchingen in der Merklinger Kirche zu den Heiligen Drei Königen auf Weihnachten ein. Geschichten zum Nachdenken und solche, die zum Lachen anregten, rundeten das  Chorkonzert ab.

Die Handschrift des Chorleiters Girard Rhoden war deutlich erkennbar – etwa in Lidern, die er neu arrangiert hatte. „Down by the rvierside“, weltweit bekannt, war kaum wiederzuerkennen: mit neu synkopiertem Rhythmus und Sprechchören war es zwischen Jazz und Gospel angesiedelt und bohrte sich trotz seines ungewohnt verhaltenen Duktus und der Dissonanzen ins Ohr. Oder der Spiritual „Show me the way“, ebenfalls ein Arrangement von Rhoden: Singend war der Chor zum Konzertauftakt durch den Kirchgang zum Chorraum marschiert.

Selten folgt ein Laienchor dem Dirigat seines Leiters so willig wie der Hope-Chor. Umso wirkungsvoller erlebte das Publikum die dynamischen Abgrenzungen: Das Spiel zwischen laut und leise und die kurzen, intensiven Augenblicke des Innehaltens bei Zäsuren und Stakkati, die präzise wie Nadelstiche eingehalten waren. Etwa in „Sometimes I feel like a  motherless child“, in dem Rhoden seinen Tenor im Intro als Solisten brillieren ließ. Mit seiner feinsinnigen Intonation erlangte der Hope-Chor zweifellos eine hohe klangliche Qualität. Doch die teilweise vorherrschende Akribie  schaffte auch eine Distanz zum Publikum – nur selten und bei wenigen kam der Drang zum Mitklatschen auf, obwohl dies offensichtlich das Ansinnen des Chores war.

Unter die Haut ging der englische Weihnachts-Choral „Coventry Carol“ aus dem 16. Jahrhundert. Dieser erzählt von den Kindsmorden, die König Herodes befehligt hatte. Aber der Chor transportierte auch eine frohe Botschaft, die er mit einem Glockenspiel menschlicher Stimmen verkündete.

In seinen Block moderner Weihnachslieder hatte der Hope-Chor den Händel-Choral „Freue dich Welt“, als von Rhoden arrangierten Gospel „Joy to the world“ eingebaut. Der Choral, im deutschsprachigen Raum wohlbekannt, hatte unter Rhodens Feder einen neuen, jazzigen Anstrich erhalten.

Als Mosaik kamen beliebte deutschen Weihnachtslieder daher: dazwischen trug Barbara Litz mitreißend Fortsetzungen einer lustigen Geschichte um die Heiligen drei Könige vor.

„Es ist ein Ros“ wurde in bewährter Form – im Satz von Michael Prätorius – dargeboten, während „O Tannenbaum“ und „Ihr Kinderlein kommet“ neu bearbeitet waren. Zum Mitsingen, wozu es mancher ältere Gast schon ansetzte, also wenig geeignet. Doch dafür erhielten die Zuhörer bei der Zugabe Gelegenheit: „I‘m dreaming of a white christmas“. Und wer der englischen Sprache nicht mächtig war, summte einfach mit.

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