Hoher Aufwand schreckt Laichinger Vereine ab - Stadtfest in Gefahr?

Mit einem Empfang für Vereinsvertreter anerkennt die Stadt jedes Jahr das Engagement um das Laichinger Stadtfest. Dennoch schreckt der Aufwand Vereine ab, immer weniger sind dabei. Kippt das Stadtfest?

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Vereinsspitzen und der Bürgermeister prosten sich zum Start des Laichinger Stadtfestes zu: (von links) Rolf Riek, Anton Wenzel, Tina Hasebrink, Jens Rauscher, Alexander Schmid und Bürgermeister Klaus Kaufmann.  Foto: 

"Dass Sie so viel Zeit und Engagement in dieses Traditionsfest investieren, dass manche dafür sogar ihren Urlaub opfern, dafür gebührt Ihnen größtes Lob", sagte Bürgermeister Klaus Kaufmann und betonte, dass aus eben diesem Grund es ihm "Freude und Ehre zugleich" sei, die Vereinsvertreter im Bürgersaal des Alten Rathauses einzuladen. Viele der das Stadtfest veranstaltenden Vereine sind vom ersten Tag an dabei: "Das ist ein gutes Zeichen für den Zusammenhalt in dieser Stadt." Im Alten Rathaus stoßen alle mit einem Glas Sekt auf ein gutes Gelingen des Festes an, stärken sich am kleinen Imbiss, bevor sie geschlossen zum Festplatz gehen, um mit dem Fassanstich das diesjährige, 32. Stadtfest zu eröffnen.

Während sich die Vorsitzenden der Vereine, die das Stadtfest mitgestalten, im Alten Rathaus einfinden, legen deren Mitglieder letzte Hand an den Ständen an, damit das Fest pünktlich beginnen kann. Die Grillroste und Fritteusen sind vorgeheizt, erste Würste und Steaks brutzeln schon, manches Bier geht noch vor der offiziellen Eröffnung für frühe Gäste über die Theken. Für die Akteure des Stadtfestes stehen zwei harte Tage an, gepackt voll mit Arbeit. Begonnen hat das alles bereits Tage zuvor. Mit dem Einkauf der Speisen, dem Organisieren des eigenen Verkaufsstandes, dem Aufbau. Enden wird für sie das Stadtfest nicht am Sonntagabend, sondern frühestens am Dienstag, wenn alles aufgeräumt ist.

Doch zuerst gilt es, das Festwochenende zu stemmen. Nach dem Fassanstich beginnt der große Run auf die Getränke- und Speisenstände. Schlangen bilden sich, die jedem darin Geduld abfordern. Die hinter den Theken stehen, sehen das nicht, so sehr sind sie beansprucht. Nicht jeder der Vereine, die beim Stadtfest einen Löwenanteil ihrer Kosten erwirtschaften, die übers Jahr durch die Vereinsarbeit anfallen, hat so viele tatkräftig mitarbeitende Mitglieder, dass nach einer Acht-Stunden-Schicht der Arbeitseinsatz vorüber ist und sie sich unter die Festgäste mischen können. Die meisten müssen zwei, drei Schichten Dienst schieben. Immer wieder sind in den vergangenen Jahren deshalb Vereine abgesprungen, andere folgten zwar nach, und doch wird die Zahl der mitwirkenden Vereine kleiner.

Waren es vor drei Jahren noch 17 Vereine, die das Stadtfest ausrichteten, sind es heuer nur noch 13. Und zwei davon haben ihr Angebot gekürzt, bieten keine Speisen, sondern nur noch Getränke an. Die Fußballer sparen sich dadurch 20 Leute, erklärt Abteilungsleiter Thomas Waibel. "Der Wurstsalat verbreiterte zwar die Speisenvielfalt, als Nischenprodukt brachte er aber nicht so viel ein, dass sich der Aufwand gelohnt hätte." Und beim Reit- und Fahrverein erhöht der Wegfall des lästigen Reinigen von Fritteusen wieder die Bereitschaft für Arbeitsdienste bei den Mitgliedern.

Anton Wenzel vom Stadtfestausschuss lobt den Einsatz aller in höchsten Tönen: "Dass die Vereine trotz der bekannten Schwierigkeiten, Helfer zu kriegen, dennoch bei der Stange bleiben und den Wahnsinnsaufwand stemmen, ist beachtlich, nur so ist das Fest überhaupt möglich." Die ernste Botschaft dahinter, dass die mitwirkenden Vereine und das vielfältige Speisenangebot weniger werden, sei beim Stadtfestausschuss angekommen. "Im Herbst tagt der Ausschuss, dann erörtern wir die weitere Vorgehensweise, denn wir brauchen viele Vereine, sonst gibt es kein Stadtfest mehr."

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