Höhlenverein Laichingen richtet Bundestagung aus

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Mitglieder des Laichinger Vereins agieren vor Uwe Krügers Kamera.  Foto: 

Der Höhlen- und Heimatverein Laichingen wird 70 Jahre alt. Er ist zuständig für den Schauhöhlenbetrieb in der vor 125 Jahren entdeckten Tiefenhöhle – und ist dabei immer auf der Höhe der Zeit. Zur Information der Besucher hat er im vergangenen Jahr eine Broschüre herausgegeben mit historischen und aktuellen Fotos aus der 87 Meter tiefen und insgesamt 1348 Meter langen Tiefenhöhle. Jetzt hat der Laichinger Verein einen 14 Minuten langen Film fertiggestellt, der die ganze Bandbreite der Höhlenforschung zeigt und der von Ende Mai an im Höhlenkundlichen Museum bei der Tiefenhöhle gezeigt werden wird.

Spielende Kinder stolpern über Höhlenforscher, die gerade mit lehmverschmierten Anzügen aus einem Loch an die Oberfläche klettern. Die Buben und Mädchen stellen den Forschern Fragen, die von diesen bereitwillig beantwortet werden. Das ist die Rahmenhandlung des Films, der im Höhlenmuseum einen älteren Film von 2002 ablöst. „Man will’s ja immer noch besser machen“, sagt Dr. Wolfgang Ufrecht, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Entstanden ist jetzt ein professioneller Film. Als Schauspieler fungieren Mitglieder des Höhlen- und Heimatvereins. Filmemacher ist Uwe Krüger, der in Rammingen das Unternehmen „Spelefilm“ zur Konzeption und Produktion von Filmen betreibt und seit 25 Jahren Mitglied ist im Laichinger Höhlenverein.

In der größten Eishalle

Befahrungstechniken mit Seil und Strickleiter, Vermessung, das Leben in Höhlen, Tropfsteinschmuck, unterirdische Flüsse – all das kommt vor in dem Film. Drehorte waren nicht nur in Laichingen. Schon für die Eingangsszene bewegten sich Kameramann und Schauspieler weg von der Stadt, um an einem versteckten Höhleneingang bei Sontheim zu drehen, wo es keine störenden Lärmquellen gibt. Gefilmt wurde beispielsweise auch in der größten Eishalle der Welt im Toten Gebirge in Österreich. In Laichingen entstanden „die ganz dreckigen Aufnahmen“, berichtet Uwe Krüger, nämlich beim Graben nach einer Fortsetzung in der Tiefenhöhle.

Für Krüger kein unbekanntes Terrain, seit etwa 30 Jahren filmt der 53-Jährige immer wieder in der Unterwelt. Die Technik werde da sehr in Mitleidenschaft gezogen, berichtet der Filmemacher. Dass Staub in die Mechanik eindringe, sei keine Seltenheit. Die Drehtage für den neuen Höhlenfilm seien aber ohne Verluste geblieben. Verwendet hat Krüger auch Archivmaterial aus 23 Höhlen in fünf Ländern.

Die Arbeit mit den Laichinger Forscherkollegen hat Uwe Krüger Spaß gemacht. Von einem Höhlenforscher, der beim ersten Film vor 15 Jahren mitspielte, war jetzt die Enkelin dabei. Krüger lud alle, die mitgemacht haben, zu einer exklusiven Premiere in die Ulmer Lichtburg ein. Der Film kam bei allen gut an.

Bewegte Bilder werden auch beim Festabend zum 70-jährigen Bestehen des Höhlen- und Heimatvereins und zur Entdeckung der Tiefenhöhle vor 125 Jahren am Freitag, 16. Juni, zu sehen sein.

Der „Sandmack“

Uwe Krüger arbeitet an einem Film, einer Mischung aus Animation und Realfilm, der die Geschichte der Höhlenentdeckung darstellt. Mitglieder des Vereins schlüpfen dafür in die Rolle des „Sandmack“, des Laichinger Sandgräbers Johann Georg, der sich im Herbst 1892 darüber wunderte, dass sein gesiebter  Dolomitsand in der Erde verschwand und dann der Sache auf den Grund ging.

Doppeljubiläum 125 Jahre Tiefenhöhle,  70 Jahre Höhlen- und Heimatverein Laichingen: Beides wird am Freitag, 16. Juni, (Beginn: 20 Uhr) in der Daniel-Schwenkmezger-Halle gefeiert. Nicht mit langen Reden, sondern mit Interviews, Filmen, Bildern und Erzählungen, kündigt der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Ufrecht an. Der Geologie-Professor hält zusammen mit Andreas Schober am Samstag, 17. Juni, 20 Uhr, einen öffentlichen Vortrag mit dem Titel „Auf der Alb und in der Alb – auf den Spuren des Wassers“.

Bundestagung Vom 15. bis zum 18. Juni läuft in Laichingen die Jahrestagung des Verbands der deutschen Höhlen- und Karstforscher. Neben der turnusgemäßen Hauptversammlung stehen viele Exkursionen in die Höhlen der Mittleren Alb auf dem Tagungsprogramm.

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