Höhlen reif für den Weltkulturerbe-Titel

Die Höhlen des Ach- und Lonetals sollten Weltkulturerbe werden. Darin waren sich 28 Wissenschaftler aus aller Welt bei einem Besuch der Region einig.

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Höhlen in schöner Landschaft, einmalige Funde der Menschheitsgeschichte, einzigartige Forschungstradition: Wissenschaftler sind begeistert von der Region. "Wundervoll. Natürlich sind es die Höhlen des Ach- und Lonetals wert, in die Liste der Weltkulturgüter aufgenommen zu werden", sagt Nuria Sanz, Leiterin einer Abteilung des Unesco Weltkulturerbe-Zentrums in Paris. Sie freut sich nicht nur über die Einbettung der Höhlen in der Region, sondern vor allem auch über die außergewöhnlich lange wissenschaftliche Tradition, den Erfolg und die Qualität, mit der in den Höhlen der Schwäbischen Alb nach außergewöhnlichen Funden der Menschheitsgeschichte gesucht wird. Beeindruckt ist Nuria Sanz außerdem davon, wie eng die Zusammenarbeit zwischen der Bevölkerung vor Ort und internationalen Forschern ist, wenn jährlich aus aller Welt junge Archäologen bei den Ausgrabungen der Universität Tübingen helfen.

Drei Tage lang haben sich rund 30 international renommierte Wissenschaftler, Sachverständige und Museumsdirektoren in Tübingen damit beschäftigt, welche Kriterien für bedeutende Fundstellen der frühen Menschheitsgeschichte gelten sollen, um sie als Weltkulturerbe auszeichnen und auch schützen zu können. Im Anschluss an die wissenschaftliche Diskussion ist die ganze Gruppe nun zwei Tage im Ach- und Lonetal unterwegs, um sich in der Region ein Bild davon zu machen, wie der Umgang mit herausragenden steinzeitlichen Fundstellen wie dem Hohlen Fels, dem Geißenklösterle oder der Vogelherdhöhle gelingen kann. Gestern besuchten die Experten das Urgeschichtliche Museum in Blaubeuren.

"Solche Arbeitstreffen dienen auch dazu, weltweit das Potenzial zu eruieren, welche Fundplätze in die Unesco-Weltkulturerbeliste aufgenommen werden könnten", erläutert der Tübinger Professor Nicholas Conard, der selbst als Berater der Unesco im Bereich der menschlichen Ur- und Frühgeschichte tätig ist. Wen auch immer man unter den Wissenschaftlern fragte, jeder verbindet die Ausgrabungsstätten der Region mit positiven eigenen Erinnerungen. Sarah Ranlett von der Universität von Toronto vergleicht die Höhlen mit denen in Frankreich, die schon Weltkulturerbe-Status haben. Robin Dennell, Professor an der Universität Sheffield, hält den Umgang mit den Ach- und Lonetal-Höhlen für beispielhaft auch im Umgang mit alten Fundorten in Russland, Litauen oder der Ukraine, von wo ebenfalls Forscher kamen.

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