Höhenlimit für Windräder wird abgeschafft

Die Höhenbegrenzung im Windkraft-Vorranggebiet bei Temmenhausen soll fallen. Zu diesem Zweck wird der Flächennutzungsplan geändert.

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Acht Windräder sind im Vorranggebiet Temmenhausen-Bermaringen in Betrieb. Für drei weitere, jeweils knapp 200 Meter hoch, läuft das Genehmigungsverfahren. Einer der geplanten Standorte befindet sich in dem Teil des Vorranggebiets, in dem noch eine Höhenbegrenzung gilt: bei 140 Metern ist dort Schluss. Um die Grenze aufzuheben, muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Dieser Änderung hat der Gemeinsame Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Dornstadt, der auch die Gemeinden Beimerstetten und Westerstetten angehören, jetzt zugestimmt. Bis die neue Fassung rechtskräftig wird, dauert es noch ein paar Monate. Zunächst - voraussichtlich vom 22. November an - haben die Bürger vier Wochen lang Zeit, Stellungnahmen abzugeben.

Im Dornstadter Teilort Temmenhausen selbst ist der Wegfall des Höhenlimits umstritten. Der Ortschaftsrat hat sich dagegen ausgesprochen und lehnt auch den Bau eines 200-Meter-Windrads ab. Letzteres war zuletzt auch im Ausschuss für Bau, Umwelt und Technik des Dornstadter Gemeinderats umstritten. Im Gemeinsamen Ausschuss jedoch wurde keine kontroverse Diskussion geführt: Das Gremium folgt traditionell dem Beschluss des jeweiligen Gemeinderats. Der Abschaffung des Höhenlimits hatten die Dornstadter Räte Ende Juni mit großer Mehrheit zugestimmt.

Weitere Änderungen des Flächennutzungsplans beziehen sich auf Wohngebiete: Um in Temmenhausen eine neue, 18 000 Quadratmeter große Wohnungsbaufläche auszuweisen, müssen in Dornstadt selbst zwei mögliche Baugebiete gestrichen werden. Darauf hatte das Regierungspräsidium Tübingen bestanden. Insgesamt bleiben die für den Wohnungsbau reservierten Flächen in der Gemeinde gleich groß.

In Beimerstetten wird die im Flächennutzungsplan ausgewiesene Gemeinbedarfsfläche südlich der Dornstadter Straße erweitert. Dort plant die Gemeinde in Nachbarschaft von Grundschule und Lindenberghalle einen Kindergartenneubau (wir berichteten). Bislang ist das etwa 7200 Quadratmeter große Grundstück als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen.

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Kommentare

08.11.2013 08:04 Uhr

Gemeinderat gegen Ortschaftsrat: es geht halt ums Geld

Tja, wenn es ums Geld geht, dann kann der Gemeinderat schon mal den betroffenen Ortsschaftsrat überstimmen. Dieser an sich seltene Vorgang zeigt hier klar die Prioritäten: den einen die Einnahmen, den anderen die Lasten.
Den potentiellen und schon vorhandenen Investoren sei nochmals empfohlen, sich die Planungen genau anzuschauen. Mit den neuen 3 Riesenrädern wird den anderen Windrädern teils ordentlich der Wind und damit auch der Stromertrag abgegraben, weil die Abstände der Windräder um die Hauptwindrichtung herum (hier Südwest) häufig nur im Bereich von 300 bis 600 Metern liegt.
Fachleute und auch viele Genehmigungsbehörden geben als Fausttregel für diesen Abstand das Achtfache des Rotordurchmessers an. Das wären hier also fast 1000 Meter!
Wer sich darauf neu einlässt, sollte das vorher genau und sorgfältig abgewogen haben. Die bereits vorhandenen Investoren der älteren Räder sollten prüfen, ob sie durch diese neuen Räder nicht massiv finanziell geschädigt werden.

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