Historische Dampfbahn fährt nach Oppingen

Alle Jahre zum Amstetter Rathaushock rattert die historische Dampfbahn der UEF nach Oppingen. Diesmal fuhren so viele mit, wie lange nicht mehr.

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13 Uhr am alten Bahnhof Oppingen. Die Ulmer Eisenbahnfreunde (UEF) haben Tische und Bänke im Freien aufgestellt, die sind schon seit dem Frühschoppen besetzt von Besitzern alter Traktoren. Heinrich Biro, Sektionsleiter des Albbähnles, schiebt knusprig-braune Grillwürste auf dem Rost hin und her, in der „Bahnhofgastwirtschaft“ bereitet Bernd Scherer, der Vorsitzende der UEF, leckeren Kuchen für die Gäste vor. Ein lautes Tuten deutet an, dass die sie nicht mehr weit sind.

Wenige Minuten später fährt die 112 Jahre alte Dampflok 997203 im Bahnhof ein, zwei Personenwaggons und einen Güterwagen hinter sich. Der Ansturm auf die Dampfbahnfahrt war unerwartet groß, so dass am Morgen kurzerhand ein zweiter Waggon angehängt wurde. Der 13-jährige „Schaffner“ Daniel Biro öffnet die Türen, die Fahrgäste strömen auf den Bahnhof.

Bernd Scherer begrüßt sie und präsentiert stolz eine Gepäckstück-Sammlung. Mit seinem gezwirbelten Schnurrbart und der runden Brille sieht er aus wie aus dem Bilderbuch des frühen 20. Jahrhunderts. Neugierig begutachten die Leute die Inhalte der alten Koffer und Hutschachteln, teils vergessene Gepäckstücke der Fahrgäste. Inzwischen hat Lokführer Matthias Biro die Dampflok abgekuppelt und auf dem Ausweichgleis zum Aufladen von Kohle gefahren. Zu zweit wird der Kohlekasten gefüllt. Manche Zuschauer bemühen sich um Fotos von den schwer arbeitenden rußgeschwärzten  Männer. Der sechsjährige Julian schaut staunend zu. Er fuhr das erste Mal mit dem Albbähnle und fand es „toll“. Sein Freund Jakob hat ihm den Tipp gegeben. Der kann gar nicht oft genug mitfahren. „Das war heute, glaube ich, das sechste Mal.“

45 Minuten haben die Fahrgäste Aufenthalt in Oppingen, schnell sind bei diesem unerwartet großen Ansturm Grillwürste und Kuchen fast weggefuttert. Dann heißt es „alles Einsteigen“, die Fahrgäste winken aus den Fenstern den Zurückbleibenden zu, Biro lässt seine Lok tutend grüßen. Auf dem Bahnhofsgelände kehrt mit weniger Gästen wieder Ruhe ein. Die genießen das herrliche Wetter und freuen sich über die Traktor-Oldies, die aufgereiht da stehen.

Die Oldtimerfreunde treffen sich zum dritten Mal an diesem Tag der Dampfbahnfahrt am Oppinger Bahnhof. Wie der 17-jährige Jonas, der mit einem Fordson Super Dextra aus dem Jahr 1964 mit 36 PS von Nellingen hergetuckert ist. Kurz vor 15 Uhr kündigt das inzwischen bekannte Tuten wieder das Albbähnle an. Erwartungsvoll wird sein Einfahren beobachtet. Insgesamt vier Mal fährt sie an diesem Tag die Strecke Amstetten-Oppingen. Nächste Gelegenheit ist am Teddybärtag am 21. August. Kinder mit Teddybären im Arm fahren dann kostenlos mit.

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