Heiner Scheffold wird wohl Landrat

Die Stelle ist nicht mal ausgeschrieben, ihre Besetzung aber bereits ziemlich sicher: Heiner Scheffold bewirbt sich um die Nachfolge von Landrat Heinz Seiffert. CDU und Freie Wähler unterstützen den Parteilosen.

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Lob von allen Fraktionen im Alb-Donau-Kreistag gibt es für Heiner Scheffold. Seiner Wahl zum Nachfolger von Landrat Heinz Seiffert – voraussichtlich bereits am 11. Juli – dürfte damit nichts mehr im Weg stehen.  Foto: 

Nach der Ankündigung von Landrat Heinz Seiffert (CDU), im September in den Ruhestand treten zu wollen, zeichnet sich im Kreistag des Alb-Donau-Kreises schon jetzt eine Mehrheit für dessen parteilosen Stellvertreter Heiner Scheffold ab. Nach einem Sondierungsgespräch mit dem Ersten Landesbeamten am Montagabend teilte die CDU-Fraktion am Dienstag mit, auf die Suche nach einem Kandidaten mit Parteibuch zu verzichten, wenn der 53-jährige Scheffold zu der auf den 11. Juli terminierten Wahl antritt.

„Wir halten ihn für den richtigen Mann. Auf ein Parteibuch kommt es in diesem Fall nicht an“, fasste der Vorsitzende Jens Kaiser die Stimmung in seiner Fraktion am Dienstag zusammen. „Wir haben die weit überdurchschnittlich engagierte Arbeit von Heiner Scheffold in den letzten drei Jahren gesehen“, erklärte Kaiser – und: „Er ist ein Kandidat, der zu unserem Kreis und unserer Fraktion passt.“

Genau so sehen das die Freien Wählern im Kreistag. „Wir freuen uns sehr, wenn er kandidiert“, sagte deren Fraktionsvorsitzender Wolfgang Mangold. „Er ist fachlich sehr gut. Und das Menschliche passt auch.“ Deshalb habe sich auch seine Fraktion – nach einem Gespräch mit Scheffold – entschieden, sich „nicht aktiv um einen anderen Kandidaten zu kümmern“.

Auch seitens der Grünen- und der SPD-Fraktion gibt es viel Zuspruch für Scheffold, wenn auch noch keine offiziellen Fraktionsbeschlüsse, seine Kandidatur zu unterstützen. „Wir treffen uns nach den Osterferien“, sagte Robert Jungwirth, Fraktionschef der Grünen, auf Anfrage. Er persönlich aber halte Scheffold für eine gute Wahl: „Er ist fachlich hochkompetent, arbeitet sehr strukturiert, ist dazu umgänglich und respektiert den Kreistag“, sagte Jungwirth. Kurzum: Er könnte mit Scheffold als Landrat sehr gut leben.

Die SPD habe am 2. April ein Gespräch mit Heiner Scheffold, informierte deren Fraktionsvorsitzende Klara Dorner. Auch sie – persönlich – findet nur lobende Worte für den Ersten Landesbeamten: „Es ist unglaublich, was der Mann leistet.“ Sie schätze ihn nicht nur wegen seines Fachwissen und seiner Leistungen, sondern auch als Mensch.

Angesichts von so viel Unterstützung dürfte es Scheffold leicht gefallen sein, sich bereits vor der offiziellen Ausschreibung der Stelle Ende April mit einer persönlichen Erklärung zu Wort zu melden. „Die Aufgaben des Landrats sind attraktiv und vielgestaltig, anspruchsvoll und mit einer hohen Verantwortung verbunden. Diese Aufgaben und diese Herausforderung reizen mich. Deshalb werde ich mich um das Amt des Landrats im Alb-Donau-Kreis bewerben, sobald die Stelle ausgeschrieben ist“, erklärte der Vize-Landrat am Dienstag schriftlich.

Er habe bereits mit allen Vorsitzenden der im Kreistag vertretenen Fraktionen gesprochen. Bei zweien, CDU und Freie Wähler, habe er sich, auf deren Einladung hin, inzwischen persönlich vorgestellt. Auch mit den beiden anderen werde er das Gespräch suchen. „Die Signale aus den bisherigen Gesprächen haben mich in meiner Entscheidung bestärkt“, erklärte Scheffold. Und ergänzte auf Nachfrage: „Ich muss zugeben, dass mir das persönlich auch ein Stück gut tut.“

Der Alb-Donau-Kreis ist aus Scheffolds Sicht gut aufgestellt und hat positive Zukunftsperspektiven. In seiner persönlichen Erklärung macht der Erste Landesbeamte aber auch klar, dass „ in den absehbar schwieriger werdenden Zeiten“ die Herausforderungen schnell wachsen könnten. Das sei schon jetzt an den „großen Themen“, wie dem Zustrom von Asylbewerbern, der Energiewende und der dringend notwendigen Breitbandentwicklung, zu erkennen.

Die Entscheidungen von Landrat, Kreistag und Kreisverwaltung haben laut Scheffold unmittelbaren Einfluss auf die Kommunen und den Lebensalltag seiner Bewohner. „Mich reizt es, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen und gemeinsam mit dem Kreistag und der Kreisverwaltung diesen Landkreis zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger, der Kommunen und Unternehmen weiterzuentwickeln.“ Dies unter anderem auch deshalb, weil er seit 17 Jahren in diesem Landkreis lebe – Scheffold wohnt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Ehingen – und sich sehr wohl fühle: „Meine Arbeit als Erster Landesbeamter und stellvertretender Landrat, die ich seit drei Jahren wahrnehme, macht mir jeden Tag viel Freude. Gerne möchte ich nun noch mehr Verantwortung übernehmen.“

Seit der Gründung des Alb-Donau-Kreises hätten die Landräte und Kreistage gemeinsam mit der Kreisverwaltung den Landkreis sachorientiert weiterentwickelt und ihn vom unteren Tabellenende in den Bereich der Tabellenspitze in Baden-Württemberg geführt, meint Scheffold. Er wolle den Landkreis in dieser Erfolgsspur halten und zusätzliche Impulse für seine Entwicklung geben.

Das Bewerbungsschreiben seines Stellvertreters freut offenbar auch den scheidenden Landrat Heinz Seiffert. Der CDU-Mann, der nie einen Hehl aus seiner guten Zusammenarbeit mit dem parteilosen Vize machte, will sich aktuell aber nicht mehr zum laufenden Verfahren äußern. „Zu seinen Vorgängern und zu seinen potenziellen Nachfolgern sollte man nichts sagen“, erklärte Seiffert am Dienstag. Doch dann rutschte es ihm doch noch heraus: „Heiner Scheffold hat in den vergangenen Jahren als mein Stellvertreter hervorragende Arbeit geleistet. Das ist den Kreisräten nicht verborgen geblieben.“

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