Heideker siegt mit hauchdünnem Vorsprung

Spannender hätte es kaum sein können. Mit sieben Stimmen Vorsprung setzte sich der Heidenheimer Gerd Heideker am Sonntagabend im zweiten Wahlgang als neuer Bürgermeister von Niederstotzingen durch.

|
Der Niederstotzinger Bürgermeister Gerhard Kieninger (li.) gratuliert seinem Nachfolger Gerd Heideker aus Heidenheim.  Foto: 

Wieder ist bei der Bürgermeisterwahl in Niederstotzingen extrem knapp hergegangen. Beim ersten Wahlgang am 31. Januar lag Gerd Heideker mit nur drei Stimmen vor Mitbewerberin Sandra Bonnemeier. Beim zweiten Wahlgang am Sonntag konnte er seinen Vorsprung auf sieben Stimmen ausbauen. Das reichte zum Wahlsieg, nötig war die einfache Mehrheit.

Die Wahlbeteiligung war mit 67,2 Prozent enorm hoch. 2503 der 3726 Wahlberechtigten gaben am Sonntag ihre Stimme ab. Schon beim ersten Wahlgang war das Interesse mit 59,5 Prozent groß. Abzüglich sieben ungültiger Stimmen wurden am Sonntag 2496 gültige Stimmen gezählt. Davon entfielen 1251 Stimmen auf den 48-jährigen Heideker, Kreisverwaltungsrat aus Heidenheim - 50,1 Prozent. Die 50-jährige Wirtschaftsjuristin und Betriebswirtin Sandra Bonnemeier, angestellt bei der Stadtverwaltung von Oer-Erkenschwick (Nordrhein-Westfalen), sicherte sich 1244 Stimmen, was 49,8 Prozent entspricht.

Mehrere hundert Bürger waren am Sonntagabend ins Rathaus gekommen, um die Verkündung des vorläufigen Ergebnisses mitzuerleben. Amtsinhaber Gerhard Kieninger würdigte die "supergroße Wahlbeteiligung". Ein endgültiges Wahlergebnis werde man wohl erst in zehn Tagen haben, wenn - auch in Hinsicht auf die höchst enge Entscheidung - die Einspruchsfrist abgelaufen sei.

"Ich bin zufrieden. Ich habe schon gesagt, ich will nicht um jeden Preis gewinnen und jetzt habe ich wieder mehr Planungssicherheit. Dieses tolle Ergebnis gibt mir Schwung für Weiteres", sagte die knapp unterlegene Sandra Bonnemeier. "Die Erfahrung und die vielen tollen Kontakte nehme ich mit." Wahlsieger Heideker wünsche sie "ein glückliches Händchen" für all die netten Leute, die sie hier kennengelernt habe.

Heideker selbst bekannte angesichts des Ergebnisses, dass er "im Moment eigentlich sprachlos" sei. Er habe den Wahlausgang nicht einschätzen können. "Persönlich hätte ich mir eine deutlichere Zustimmung gewünscht. Ich sehe hier aber die Herausforderung, die Menschen in künftige Prozesse stärker einzubeziehen." Sollte das Ergebnis nach der Prüfung bestehen bleiben, werde es eine der wichtigsten Aufgaben sein, Brücken zu bauen und die Menschen für das Zukunftskonzept Niederstotzingen zu überzeugen. "Ich bin froh, dass die Wähler entschieden haben und es nicht auf das Losglück ankommt." Letzteres wäre bei Stimmengleichheit der Fall gewesen. Von allen Seiten gab es Glückwünsche für Heideker.

Bei einem Blick auf die Ergebnisse in den Wahlbezirken zeigte sich, dass für Heidekers Sieg die Briefwähler entscheidend waren. In der Urnenwahl hatte Sandra Bonnemeier insgesamt 1083 Stimmen oder 50,9 Prozent und damit die Mehrheit errungen. Hier kam Heideker lediglich auf 1042 Stimmen oder 49 Prozent. Bei den Briefwählern jedoch bekam der 48-Jährige 209 Stimmen - 56,5 Prozent, während seine Mitbewerberin 161 Stimmen oder 43,5 Prozent erhielt.

Es gebe noch eine Frage, die am Montag im Gemeindewahlausschuss geprüft werden muss, sagte Bürgermeister Kieninger am Sonntag. Dies soll offenbar einige Briefwähler betreffen. So habe man 16 Briefwähler aussondern müssen, da bei ihnen der Wahlschein gefehlt habe oder nicht korrekt ausgefüllt gewesen sei. Außerdem sollen am Montag um 18.30 Uhr in der öffentlichen Ausschusssitzung wegen des engen Ergebnisses nochmals alle Stimmzettel ausgezählt werden. Kieninger gab sich jedoch zuversichtlich: "Ich glaube, dass das Ergebnis Bestand haben wird."

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

52-Jähriger tötet Freundin und springt von Autobahnbrücke

Ein kreisender Hubschrauber hat am Mittwochabend im oberen Filstal für Aufsehen gesorgt. Ein 52-Jähriger hatte sich vom Maustobelviadukt in den Tod gestürzt. Zuvor hatte er im Landkreis Ludwigsburg seine Freundin getötet. weiter lesen