Handeln statt wegsehen

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Dekan Ulrich Kloos und Pfarrer Jochen Boos gestalteten den Abschlussgottesdienst in Unterkirchberg.  Foto: 

Über ein Jahr hinweg hat die St. Martinusgemeinde Unterkirchberg die Grundsteinlegung ihrer Pfarrkirche vor 500 Jahren gefeiert. Jeden Monat mit mindestens einer Veranstaltung, wie etwa der Vorstellung einer Kirchenchronik, einer Kräuterweihe und einem Open-Air-Konzert der Jugend. Am Wochenende wurde der Abschlussgottesdienst abgehalten. „Ein wahrhaft besonderes Fest, das ich so noch nie feiern durfte“, sagte Dekan Ulrich Kloos. Als Pfarrer der Wiblinger Martinsgemeinde fühle er sich der Tradition des Klosters mit Unterkirchberg besonders verbunden, wie schon viele seiner Vorgänger. Ein Abt war es auch – der aus Unterkirchberg stammende Georg Hacker –, der die jetzige Kirche auf den Grundmauern einer Vorgängerkirche hat bauen lassen. Den Namen habe er wohl von der Basilika so übernommen. Der historische Martin sei aber viel mehr als ein Name: Er habe seinen Mantel mit einem Bettler geteilt und das sei „gelebtes Evangelium“. Martin habe nicht Schriften studiert oder gefragt, ob ihn der Bettler etwas angehe. Auch sei er nicht vorübergegangen in der Hoffnung, es werde schon jemand anderes kommen, er habe gehandelt. Das wünsche er sich auch heute in Situationen, in denen weggesehen wird, zum Beispiel bei der Not der vielen Flüchtlinge in aller Welt, aber auch vor Ort. Martin habe gezeigt, wie die Kirche eine „Weltkirche wird“. Das heißt, wie „Kirche in der Welt“, im Alltag geschehen kann.

Pfarrer Jochen Boos hatte schon zuvor Martins „wärmenden Mantel“ in eine Zeit gewünscht, in der es „eher ich, ich, ich“ heiße. Die Martinslaternen seien nicht nur nett anzuschauen, sondern das Licht für eine Welt, „in der es so oft dunkel ist“, sagte Boos. Schlussendlich dankte der Pfarrer allen am Jubiläumsjahr Beteiligten, ob Kirchengemeinderat, Ministranten oder anderweitig Engagierten. „Ihr habt euren Mantel in dieser Zeit mit vielen geteilt“, sagte Boos.

Hätte es in der sanierten Pfarrkirche durchaus noch Platz gegeben, war das anschließend in der Gemeindehalle gefeierte Martinusfest umso besser besucht.

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