Gruseln auf Burg Höllenstein

Gruselig wird es bald in der Merklinger Gemeindehalle, denn Skelette, Vampire und Geister treiben dort ihr Unwesen: Der Kinderchor präsentiert am Sonntag das Grusical "Burg Höllenstein".

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Die "Notenhüpfer" haben lange geprobt für das Musical "Burg Höllenstein". Erst im Klassenzimmer, seit dieser Woche in der Gemeindehalle. Dort wird das Musical am Sonntag aufgeführt.  Foto: 

"Huhuiiiiiiii" - das klingt schon mal schön gruselig. Und dann schwingen die kleine Vampire ihre Flügel. "Schön grimmig habt ihr das Lied gesungen", lobt Chorleiterin Christine Menge, auch Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin. Nach der Horror-Ouvertüre zum Grusical "Burg Höllenstein" sucht im ersten Lied eine obdachlos gewordene Vampirfamilie ein neues Zuhause auf einer Burg. Dort wohnen seit Jahrzehnten Geister einträchtig mit Skeletten zusammen und nehmen die Vampirfamilie auf.

30 Kinder der Merklinger Grundschule lernen seit Jahresbeginn Texte auswendig. Wie das dann im Chor funktioniert, wenn sich Sprache mit Musik vereint, zeigten sie bei einer Probe: Klatschen, stampfen, im Takt bleiben, konzentriert auf Christine Menge achten und mit Volldampf loslegen: "Wir sind Skelette, aber nette. Alte Gräber dienen uns als Schlummerstätte. Alle Leute laufen panisch um die Wette, wenn sie uns sehen, uns Skelette." Genau so und nicht anders sollen sie es bei der Aufführung singen, "das war spitze", freut sich Christine Menge und klatscht begeistert. Eineinhalb Stunden dauert eine Probe im Klassenzimmer und so manch' ein Zappelphilipp möchte lieber grimmig schauend über die Bühne flitzen, als dauernd auf dem Stuhl zu sitzen. Aber auch für diese hat Christine Menge einen Plan: "Aufstehen. Vampirflügel raus, los geht's." Arme breit und bewegen. "Und als nächstes fliegt das Schlossgespenst vom Dach in den Keller: Huiiiiiiiiiii." Dann aber heißt es wieder hinsitzen. Weiter geht's mit der Probe im Klassenzimmer. Seit Montag läuft aber die Projektwoche, in dieser findet die Probenarbeit auf der Bühne statt.

Um Kinder und Jugendliche an das Chorsingen heranzuführen, ging der Liederkranz Merklingen vor 10 Jahren mit der Merklinger Grundschule eine Kooperation ein (wir berichteten). "Das ist ein langwieriger und geduldiger Prozess", sagt der Vorsitzende Hans Jürgen Kohn, aber Schulleiter Markus Marth habe sich sofort dafür engagiert. Nach zehn Jahren Chorarbeit mit Kindern kann sich der Liederkranz sogar über die ersten Früchte in Form junger Chormitglieder freuen. Die Chorstunde ist für interessierte Grundschulkinder freiwillig. Wer sich jedoch am Schuljahresbeginn dazu anmeldet, muss den Chor auch besuchen.

Christine Menge ist eine dafür extra angestellte Chorleiterin. Zur Finanzierung war die Kooperation mit der Grundschule insofern notwendig, als eine Förderung beim Schwäbischen Chorverband beantragt werden konnte. Die Zuschusshöhe berechnete sich laut Kohn über fünf Jahre nach der Jahrestätigkeit. "Je mehr gemacht wird, umso mehr wird ausgeschüttet. Jedes Jahr muss nachgewiesen werden, was getan wurde."

Zwischenzeitlich ist die Zuschussquelle versiegt, der Merklinger Liederkranz finanziert die "Merklinger Notenhüpfer" allein und wird durch Spenden unterstützt. Im 10. Jahr bereiten die "Notenhüpfer" ihr zweites Musical "Burg Höllenstein" vor, das für die Öffentlichkeit am 19. Juli um 14.30 Uhr in der Gemeindehalle aufgeführt wird.

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