Grundschulen Dietenheim und Regglisweiler: Ja zu Ganztagesschulen

Wenn alles gut läuft, werden die beiden Grundschulen und die Förderschule in Dietenheim und Regglisweiler im nächsten Schuljahr Ganztageseinrichtungen. Aber: In Dietenheim hängt noch vieles vom Geld ab.

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Bevor die Grundschule in Dietenheim Ganztagesschule werden kann, muss kräftig umgebaut werden.  Foto: 

Den Grundsatzbeschluss fasste der Dietenheimer Gemeinderat schon im Mai. Die Grundschulen und die Förderschule in Stadt und Ortsteil sollen im nächsten Schuljahr Ganztagsangebote nach der neuen Konzeption des Landes Baden-Württemberg anbieten. Seither beherrscht das Thema die Verwaltung und die drei Schulrektoren, wie Hauptamtsleiter Dietmar Kögel in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Montag in Regglisweiler wissen ließ.

Denn: Eine Einführung ist nicht nur an pädagogische, räumliche und organisatorische Vorgaben geknüpft und bedarf eines Beschlusses der Schulkonferenz und des Schulträgers sowie einer Eltern-Umfrage. Jede Schule muss auch einen eigenen Antrag mit individuellem Konzept formulieren.

Im Bürgerhaus stellten die drei Rektoren Heidi Kleck (Grundschule Dietenheim), Michael Necker (Förderschule Regglisweiler) und Ulrike Kopp (Grundschule Regglisweiler) diese Konzepte nun vor. "Die Förderschule und die Grundschule am Ort wollen gemeinsam Ganztagesschule werden", schickte Necker seinen Ausführungen voraus. Obschon die Inklusion derzeit in aller Munde ist, bedürfe es in Sachen Ganztagesbetreuung noch zweier eigenständiger Anträge. "Unser pädagogisches Konzept gilt aber für beide Schulen." An drei Wochentagen, nämlich am Montag, Dienstag und Donnerstag von 8.35 bis 15.35 Uhr sollen die Kinder demnach in Regglisweiler betreut werden. Vormittags findet wie bisher Unterricht statt, unterbrochen durch zwei Pausen. Der schulische Mittagstisch soll über das Catering-Angebot der benachbarten Kita gelöst werden. Nach der Mittagspause geht es am Nachmittag weiter mit Lernzeiten sowie sportlichen, musischen oder sonstigen Angeboten. Falls eine durchgehende Betreuung gewünscht, könne der Mittwoch Nachmittag mit Jugendleiter-Angeboten gefüllt werden. Während in der Grundschule mit aktuell 81 Schülern laut Ulrike Kopp in jedem Fall eine Ganztages-Gruppe zustande kommt, kämpft die kleine Förderschule noch mit den rechnerischen Vorgaben. "Es könnte problematisch werden", sagte Necker und bezog sich auf die Mindestzahl von zwölf Ganztages-Kindern. Derzeit gibt es zehn Interessenten.

Am Kernzeiten-Angebot hält die Stadt Dietenheim für alle ihre Schulen fest. Will heißen: Kinder sind auch in den Randzeiten vor Schulbeginn ab 7.45 (Regglisweiler) und 7 Uhr (Dietenheim) und nach Schulschluss bis 17 Uhr versorgt.

In der Kernstadt hat eine Befragung unter Eltern laut Heidi Kleck großes Interesse gezeigt, so dass sich die Schulleitung für viermal Ganztages-Betreuung entschied. Zwei, ja sogar drei Ganztagesgruppen könnten zusammen kommen. Eltern wüssten ihre Sprösslinge dann von Montag bis Donnerstag betreut. Jeweils vier Unterrichtsstunden gibt es am Vormittag, Unterrichtsbeginn ist um 8.35 Uhr. Zu Mittag gegessen wird in der benachbarten Mensa, die auch schon die Gemeinschaftsschule nutzt. Nachmittags stehen auch in Dietenheim Lernzeiten und offene Angebote auf dem Programm. Kleck sprach von einer "rhythmisierten Tagesstruktur".

Ein Problem gibt es freilich: Es mangelt schon jetzt an Platz, manches im Schulgebäude ist sanierungsbedürftig. Abhilfe schaffen könnte ein Umbau, denn im Dachgeschoss steht die ehemalige Hausmeister-Wohnung leer. Architekt Dirk Hübner hat im Auftrag der Stadt eine Raumkonzeption erarbeitet - und die zu erwartenden Kosten aufgelistet. Diese Rechnung entlockte dem Schultes den trockenen Kommentar: "Halten Sie sich fest!" Unterm Strich stehen 600.000 Euro.

Schon kommende Woche will Eh mit seinem Kämmerer in Tübingen Chancen auf Zuschüsse ausloten. Möglich wären 35 Prozent sowie ein Betrag aus dem Ausgleichsstock. "Wenn nichts geht, müssen wir im Oktober erneut beraten", kündigte das Stadtoberhaupt vorsorglich an. Für Ratsmitglied Toni Endler ist eine Investition in Kinder gut angelegtes Geld, doch: "Bezahlen müssen wir es halt auch können."

Die Ratssitzung war von ungewohnt großem Interesse begleitet. Den Müttern, die sich für die Ganztages-Konzeptionen interessierten, erteilte Eh, obschon unüblich, das Wort. Angefragt wurde unter anderem, ob nachmittagsweise Betreuung auch für Halbtageskinder möglich sei. Dem erteilte Kögel eine klare Absage: "Wir schaffen keine Konkurrenzveranstaltung für die Ganztagesschule." Auch an Gemeinderäte waren Wünsche nach mehr Flexibilität herangetragen worden. Das freilich, so die Verwaltung, ist organisatorisch nicht zu lösen.

Das Ratsgremium votierte am Ende einstimmig für die Einführung.

Neuer Name: "Gemeinschaftsschule im Illertal"

Lang und sperrig war sie bisher, die Bezeichnung "Gemeinschaftsschule Dietenheim-Illerrieden". Jetzt bekommt das Kind einen Namen. Alle damit befassten Gremien einigten sich auf "Gemeinschaftsschule im Illertal". Am Montag stimmte auch der Gemeinderat zu. Hauptamtsleiter Dietmar Kögel sprach von einem beide Standorte verbindenden Namen und von einem historischen Beschluss: "Das ist das erste Mal, dass in Dietenheim ein Schulname vergeben wird." Es sollen weitere "identitätsstiftende Maßnahmen" ergriffen werden, um die weiterführende Wahlschule "in allen ihren Facetten und Qualitäten" gut zu präsentieren. Der Gemeinderat beauftragte zwei Dietenheimer Grafik-Büros mit der Erstellung eines Logos. Über die Entwürfe entscheiden wird der Schulausschuss mit den Bürgermeistern Eh und Kaiser, den betroffenen Schulrektoren und ihren Stellvertretern sowie je zwei Ratsmitgliedern.

BELE

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