Großer Preis von Nellingen abgesagt

Wegen des Regens musste der "Große Preis von Nellingen" erstmals in zwölf Jahren abgesagt werden. Das Bauernrennen war dank vieler anderer Wettbewerbe dennoch ein Publikumsmagnet.

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Spannende Rennen gab es trotzdem, auch wenn der "Gróße Preis von Nellingen" ausfallen musste  Foto: 

Der Samstagabend bescherte den Veranstaltern des Nellinger Bauernrennens, der Freiwilligen Feuerwehr, ein rappelvolles Zelt, ganze Scharen drängten sich um das riesige Lagerfeuer draußen. Der mechanische Bulle war quasi in Daueraktion. Selbst Bogenschießen war mit Scheinwerfern eine begehrte Abwechslung. Die Countryband "Silver Eagle" lockte mit Musik, die den Wilden Westen direkt nach "Nallo City" brachte. Auch die Line-Dancer aus Nellingen hatten ein großes Publikum. Wie herb dagegen war die Enttäuschung am nächsten Morgen: Das Lagerfeuer war nur noch ein qualmendes Häuflein mit triefend nassem Holz in der Asche, denn der Regen nahm und nahm kein Ende und durchnässte alles. Immer wieder trat man in den matschigen Wiesen in knöcheltiefe Wasserlachen. Auch die Wiese, auf der die Reiterwettbewerbe stattfinden sollten, sahen nicht anders aus, weshalb die Veranstalter schon früh das Signal an die Reiter gaben: Das Pferderennen "Der Große Preis von Nellingen" wird abgesagt. Zu hoch sei das Verletzungsrisiko für Ross und Reiter auf dem schlüpfrigen Wiesengrund.

Dagegen standen Eisenrösser schon schnaubend und teils dampfend in den Startlöchern: alte Arbeitsmaschinen der Landwirtschaft, nämlich Schlepper und Unimogs, deren Fahrer wild darauf waren, ihr Geschick im Umgang mit den Oldtimern zu messen. Ein gar nicht so kleines Publikum hat sich dazu eingefunden und so gaben Fahrer und Fahrerinnen auf Eicher, Hanomag, McCormick, Unimog und Konsorten ihr Bestes. Eine echte Herausforderung war es, nach der Wende auf dem Weg zum Ziel das Gefährt rückwärts mit ein oder zwei Rädern auf einen Baumstamm zu manövrieren. Nicht nur sauberes Zielen war gefragt, sondern großes Geschick, das Rad auf dem rutschigen Stamm zu halten, bis eine biegsame Stange berührt wurde. Nicht nur hierbei jubelten die Zuschauer, die unter Regenschirmen und in Regenjacken zusahen und ihre Tipps auf die Wiese riefen. Spannung herrschte, wenn die Oldtimer unter den anfeuernden Rufen der Zuschauer oft nur knapp getrennt über die Ziellinie sausten. Die besten drei Fahrer machten schließlich das sehr knappe finale Rennen unter sich aus: Roland Fink, Christian Uhland und Markus Aigner.

Inzwischen war es Mittagszeit, aus dem Zelt duftete es verführerisch und die Leute flüchteten dort hinein ins Trockene. Auch vom Dorf lockte es viele, weil die Küche kalt geblieben war, zu Bauernbraten und Westernwurst. Ebenso kamen noch einige Reiter vom Freundschaftsritt zurück. "Es war toll", sagte Susanne Glöggler aus Tomerdingen. Sie und ihre Freundin Petra Pfriem waren in lange Wachsmäntel gehüllt und deshalb trotz des langen Ritts trocken im Festzelt angelangt. Dort sah man mittlerweile immer mehr "Cowboys". Unter anderem die "Veteranen" des Bauernrennens, die von der ersten Veranstaltung an dabei waren. "Wir haben früher ausgebüchste Pferde eingesammelt und darauf geachtet, dass die Zuschauer sicher sind", sagte einer. Dieses 13. Bauernrennen sei das zweite, an welchem sie nicht mehr im Einsatz sind. Und weil das Pferderennen nicht stattfand, konnten auch keine Tiere ausbüchsen. Die gar nicht so wenigen Gäste hatten am Sonntag dennoch genügend Abwechslung. Der mechanische Bulle war wieder im Dauereinsatz, die Archäoschmiede aus Blaubeuren hielten ihr Feuer am Brennen, damit Kinder das Eisen schmieden konnten. Und ein echter Indianer vom kanadischen Stamm der "Mohawk" war da, der zusammen mit peruanischen Indianer musizierte und tanzte. Sogar das Tretschleppercross führte Werner Staudenmeier durch, der schon das Oldtimerschlepperrennen moderiert hat. Niko Kümmel war dabei der Schnellste.

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