Großer Andrang in den Kindergärten

Mehr Plätze in den Kindergärten haben ihren Preis. Diesen bezahlen die Gemeinde Staig und auch die Eltern mit höheren Beiträgen.

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Vor gerade mal einem Jahr saniert und erweitert, stößt der Kindergarten St. Josef in Staig bereits wieder an die Kapazitätsgrenze. Es bestehe "erheblicher Handlungsbedarf", sagte Bürgermeister Martin Jung in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Das gelte auch für den Kindergarten im Teilort Steinberg. St. Josef in Staig müsse schon in den nächsten Wochen von drei auf vier Kindergarten-Gruppen aufgestockt werden. Für nächstes Jahr rechnet Jung damit, dass noch einmal 15 bis 20 Prozent mehr Kinder betreut werden müssen. Auswärtige Kinder könnten deshalb nur dann aufgenommen werden, wenn alle Anträge aus dem Gemeindegebiet berücksichtigt sind.

Im Kindergarten Steinberg ist in einer altersgemischten Gruppe Platz für höchstens 22 Kinder. Benötigt werden aber 24 Plätze. Um dem Bedarf gerecht zu werden, werde in Absprache mit der Fachberatungsstelle des Landesverbands katholischer Kindertagesstätten eine Kleingruppe mit sechs Plätzen eingerichtet, sagte Jung. Der Umbau einschließlich Toiletten-Sanierung werde etwa 40 000 Euro kosten.

Mehr Kinder bedeuteten auch mehr Arbeit. Um den zunehmenden Verwaltungsaufwand zu bewältigen, wird die Leiterin des Kindergartens St. Josef 75 Prozent ihrer Arbeitzeit dafür verwenden. Bislang sind es 50 Prozent. Zusätzlich müssten in Staig fast 1,5 Stellen und in Steinberg 1,25 Stellen geschaffen werden, sagte Jung. Qualifizierte Mitarbeiter zu finden, sei derzeit aber sehr schwierig.

Nicht zuletzt werden zum nächsten Kindergartenjahr die Elternbeiträge steigen. In Steinberg kostet die Betreuung eines Kindes künftig 99 bis 198 Euro im Monat. Das sind zwei bis vier Euro mehr als bisher. In Staig steigen die Gebühren um zwei bis fünf Euro, auf 99 bis 218 Euro. Deutlich teurer wird die Betreuung der Kleinkinder. Ein Krippenplatz kostet künftig 292 statt 245 Euro. Familien mit mehreren Kindern bezahlen weniger.

Einstimmig folgte der Gemeinderat den Gebühren- und Umbau-Vorschlägen der Verwaltung. Erich Kienhöfer erinnerte daran, dass der Kindergarten in Steinberg vor einigen Jahren wegen geringer Kinderzahlen zur Disposition stand: "Es war eine gute Entscheidung, ihn zu halten. Sonst würden wir jetzt ganz schön auf dem Schlauch stehen."

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