Großbrand auf Erbacher Flugplatz: Luftsportverein hart getroffen

Technik der Flugleitung, Vereinsunterlagen und Privates: Beim Brand des Flugplatzgebäudes in Erbach wurde der Luftsportverein ins Mark getroffen.

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    Ein Bild der Zerstörung: Das Vereinsheim auf dem Erbacher Flugplatz fiel den Flammen zum Opfer. Foto: 
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    Die Feuerwehr kämpft um die Rettung des Hangars. Foto: 
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Vom Gewitterregen diesmal verschont, wurde die Erbacher Feuerwehr am frühen Sonntagmorgen dann aber doch zu einem Großeinsatz gerufen: an den Flugplatz im „Tauben Ried“. Dort standen die Räume über dem Gastraum in Flammen. Das Feuer, das nach einer ersten Einschätzung des Gesamtkommandanten und Einsatzleiters Thomas Böllinger an der Außenseite im Erdgeschoss begonnen hatte, erfasste rasch die Vereinsräume im Obergeschoss und eine dort untergebrachte Wohnung. Die Gäste, die nach einer Geburtstagsfeier dort nächtigten, konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Das weitgehend in Holzbauweise errichtete Gebäude und die Bitumenbahnen des Dachs nährten die Flammen, die bald den Tower und dessen Funktechnik erreichten.

Aus dem ganzen Umkreis beteiligten sich Feuerwehren, unter anderem mit Drehleitern aus Erbach und Ulm. Weiter waren Kräfte aus Staig mit Kommandant Michael Haag in der Führungsgruppe dabei. Hinzugestoßen war auch Kreisbrandmeister Ralf Ziegler.

Das größte Problem der 105 Einsatzkräfte war der Wassermangel. Bis eine 2000 Meter lange Schlauchleitung von Erbach her verlegt war, überbrückte ein Wassertankzug aus Ulm mit 30 000 Litern den Bedarf. Selbst ein auf dem Flugplatzgelände aufgestelltes großes Wasserbasin musste restlos geleert werden.

Als klar war, dass der Gebäudeteil nicht mehr zu retten war, entschied sich Böllinger, das Dach mit Hilfe eines Baggers zu öffnen, um die Flammen besser bekämpfen zu können. Parallel musste ein Übergreifen auf den angebauten neuen Hangar verhindert werden. Die Flugzeuge hatten Vereinsmitglieder, die herbeigeeilt waren, bereits aus der Halle geschoben und in sicherem Abstand abgestellt. Eine eilends ins Dach gesägte, einen halben Meter breite Fuge sorgte schließlich dafür, dass die Flammen, die hätten überschlagen können, unter Kontrolle gehalten wurden. Noch am Nachmittag mussten Rauch entwickelnde Glutnester unter Wasser gesetzt werden. Böllinger ordnete deshalb eine sechsstündige Brandwache an.

Hinzugestoßen war auch Kreisbrandmeister Ralf Ziegler. Über die Ursache wollte er sich an „keinen Spekulationen“ beteiligen. Allerdings teilte er Böllingers Ansicht, dass der Brand das Gebäude wohl von außen erfasst hatte. Die Kripo hat schon vor Ende der Löscharbeiten mit Ermittlungen begonnen.

Mitglieder des Luftsportvereins waren erschüttert über das Unglück. „Unterlagen über die Vereinsgeschichte, Flugzeuge, Piloten – alles weg“, befürchtete Uli Sayler. Die Feuerwehr packte, was noch brauchbar erschien, in gelbe Plastikboxen und schaffte es aus dem verkohlten Gebälk. Für Luftsportfreunde war es zu gefährlich, ohne Helm und Ausrüstung die einsturzgefährdete Ruine zu betreten. Bis auf die Brandwache rückten gegen 14.45 Uhr die letzten Feuerwehrmänner ab. „Ich glaube, zu Hause wartet eine Gulaschsuppe auf uns“, sagte Böllinger – vom Einsatz ermüdet.

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