Mensa stößt an ihre Grenzen

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Als sich 2006 der Erbacher Gemeinderat mit dem Bau einer Mensa für das Schulzentrum beschäftigte, war nur eine Warmhalteküche geplant, in der geliefertes Essen portioniert wird. Der ehrenamtlichen Aktion „Eltern kochen für Schüler“ wurde keine Zukunft zugetraut, obwohl sie seit Jahren funktionierte. Mit einem Schulterschluss von Eltern und Schulen sprach sich dann doch eine Mehrheit für eine richtige Küche aus. Nun stoße diese an ihre Grenzen, sagte Stadtbaumeisterin Sandra Dolderer im Technischen Ausschuss des Gemeinderats am Montag. Wurden anfangs 50 bis 100 Essen am Tag ausgegeben, sind es jetzt bis zu 340.

Dolderer schlug vor, dem Küchenbereich im Norden mit dem Anbau eines 17,5 Quadratmeter großen Lagers mehr Platz zu geben. Derzeit stünden sechs Quadratmeter zur Verfügung. Weiterer Platz könne durch eine Umorganisation im Gebäudes gewonnen werden. Zum Beispiel soll ein einst geplantes, aber nie eingerichtetes Internetcafé der Küche zugeschlagen und der Spülbereich von der Küche abgetrennt werden. Das sei auch eine Forderung des Gesundheitsamts. Neu sind auch ein Büro für die Mensaleitung, Umkleideraum sowie Toilette für das Personal. Eine geräumige Kühlzelle wurde in das Internetcafé bereits im Sommer eingebaut. Dolderer sprach sich dafür aus, die Erweiterung in Anlehnung an die preisgekrönte Architektur in Holzständerbauweise mit Lärchenschalung zu bauen. Die Kosten bezifferte sie auf 365 000 Euro. Allein 160 000 Euro sind für Küchengeräte eingeplant. Das bisherige Interieur soll ersetzt werden: Die Geräte seien nach fast zehn Jahren ziemlich abgenutzt und Arbeitsabläufe müssten dem neuen Raumkonzept angepasst werden. Der Umbau soll vor allem in den kommenden Pfingst- und Sommerferien stattfinden. Zeitweise wird dann wie einst in der Lehrküche der Schillerschule gekocht. Die Fertigstellung ist zum Beginn des Schuljahres 2017/18 vorgesehen.

Markus Gerster (CDU) stellte sich voll hinter das Konzept. Die Erweiterung sei aufgrund der Zunahme an  Mensabesuchern nötig. Er erinnerte an die anfängliche Diskussion  – inzwischen seien die Essensausgaben im Durchschnitt verdoppelt worden. „Das ist ein Verdienst der Akteure in der Mensa“, bedankte er sich. Sein Fraktionskollege Thomas Hartmann wollte wissen, ob die Küche der Mensa ausreicht, wenn die Zahlen weiter steigen, etwa durch ein Ganztagsangebot der Realschule. Dolderer räumte ein, dass mit dem Umbau der Küchenbereich ausgereizt ist, dieser aber für die nächsten Jahre sicher ausreiche. Wie die Schulen sich entwickeln, könne heute nicht vorhergesehen werden.

Der Ausschuss stimmte der Vorlage geschlossen zu. Die endgültige Entscheidung trifft der Gemeinderat am 5. Dezember.

Einsatz Eltern kochen für Schüler: Die Aktion nahm 2003 in einer Teeküche der Schillerschule ihren Anfang. Über Flure und Stufen mussten Speisen in den Werkraum gekarrt werden, wo die Schüler aßen. Später wurden Klappgarnituren in der Aula aufgestellt, die die Hausmeister auf- und abbauten. Anfangs standen 14 Mütter und 1 Vater auf der Helferliste, heute sind es 100 Helfer im Verein. Ideengeberin Verena Knöpfle, längst Hauswirtschaftsmeisterin, leitet die Mensa. 

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