Gewitter verursacht Feuer im Kalkwerk

Großeinsatz mit 120 Rettungskräften im Herrlinger Kalkwerk: Feuchter Branntkalk hat am Samstag zu einem starken Feuer geführt, die B 28 wurde gesperrt. Gestern Nachmittag galt der Brand als gelöscht.

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Mit gefährlichem Material haben es am Samstag die Feuerwehren aus Blaustein und Ehingen bei einem Großbrand im Kalkwerk in Herrlingen zu tun bekommen: ungelöschtem Branntkalk, der sich bei Feuchtigkeit extrem erhitzt und zu einer ätzenden Lauge wird.

Kurz nach 17 Uhr wurde die Blausteiner Feuerwehr wegen eines Brands auf dem Gelände des Märker-Kalkwerks an der Bundesstraße 28 alarmiert. Große Holzstapel standen dort in Flammen, zudem habe sich starker Rauch entwickelt, sagt der Blausteiner Feuerwehrkommandant und Einsatzleiter Hans Danyi.

„Wir haben uns entschieden, das Feuer zu bekämpfen, damit die Fahrzeuge auf der B 28 ungefährdet sind“, erklärt Danyi. Doch das Wasser aus den Löschschläuchen habe überhaupt keine Wirkung gezeigt. Da sei klar geworden, dass erhitzter Branntkalk die Brandursache war. Ungünstigerweise habe noch Aufwind Branntkalk in die Höhe befördert, so dass Funken sprühten in einem Umkreis bis zu 50 Metern. „Da stehen normalerweise wir mit unseren Einsatzfahrzeugen“, sagt Danyi.

„Daraufhin haben wir rasch mit der Polizei beschlossen, die B 28 zu sperren.“ Bis Mitternacht war sie nicht befahrbar. Es hieß abwarten, bis sich der Brand beruhigt. Rund 120 Rettungskräfte waren vor Ort, die Feuerwehr Blaustein, der ABC-Zug der Feuerwehr Ehingen, der Katastrophenschutz des DRK, Polizei, auch der Chemiefachberater der Feuerwehr Jürgen Schwarz und der Ulmer Augenarzt Hans-Walter Roth als langjähriger Feuerwehr-Arzt. Branntkalk kann im schlimmsten Fall bei Augenkontakt zur Erblindung führen

Zunächst waren von Freitag an wie geplant die Abbrucharbeiten des Gebäudes auf dem Gelände des Kalkwerks gelaufen. Gegen 16 Uhr war die Firma fertig, das Abbruchmaterial hatte sie in große Stapel sortiert – Stahl, Beton und Holz.

Das Unglück nahm seinen Lauf, als am Samstagnachmittag ungewöhnlich starker Regen über Blaustein niederging – „mindestens 20, 30 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde“, sagt Danyi. Der Regen setzte eine Kettenreaktion in Gang: In der Erde unter dem Abbruchholz befand sich offenbar eine Menge Branntkalk, der sich durch die Nässe erhitzte und das Holz entzündete. „Wir wussten zwar, dass auf dem Betriebsgelände Branntkalk liegt, dass es solche Mengen sind, konnte keiner ahnen“, meint er. Im Werk verteilt befinden sich etliche hunderte Kilo Branntkalk, schätzt er, Spuren des Kalkabbaus und der Kalkverarbeitung über Jahrzehnte.

Gegen 20 Uhr begannen die Löscharbeiten: „Wir hatten keinen Zeitdruck mehr, der Verkehr wurde umgeleitet“, erklärt Danyi. Das Tanklöschfahrzeug der Ehinger Feuerwehr verfügt über einen Leichtschaum-Generator, der den Löschschaum herstellte. „Wir konnten das Gelände nicht betreten, darum haben wir die Drehleiter über das Trümmerfeld geschwenkt“ – es war der erste Einsatz für die neue Drehleiter der Blausteiner Wehr. Die Brandstelle – ungefähr 20 auf 30 Meter – wurde einen halben Meter hoch mit dem Löschschaum bedeckt. Gegen Mitternacht war der Brand gelöscht. Um sicherzugehen, war die Feuerwehr bis 3.30 Uhr vor Ort. Zehn Feuerwehrfahrzeuge wurden bei dem Einsatz mit Staub und Partikeln bedeckt: Sie mussten komplett leer geräumt und dekontaminiert werden, berichtet Danyi – „gereinigt bis in jede Schublade“.

Zum Glück habe es keine Verletzten gegeben, sagt der Einsatzleiter. Ein Messwagen habe die Werte in einem großen Radius um die Brandstelle gemessen und keine Gefährdung für die Umgebung festgestellt. „Zum Glück gibt es 100 Meter weit um das Kalkwerk keine Häuser.“ Am Sonntag ging der Einsatz weiter: Die Blausteiner Feuerwehr kontrollierte die Brandstelle. Die Abbruchfirma erhielt eine Sondergenehmigung, damit sie am Sonntag im Kalkwerk arbeiten konnte. Die Firma beseitigte Abbruchmaterial und trug auf den Branntkalk feinen Wassernebel auf, um eine langsame chemische Reaktion auszulösen: „Danach ist der Branntkalk gelöscht und ungefährlich“, erklärt der Einsatzleiter. Großer Sachschaden sei nicht entstanden, da es sich um Abbruchholz handelte, sagte der Polizeisprecher. Gespannt verfolgten die Feuerwehrleute am Abend das Wetter. Denn erneuter Starkregen kann das Feuer in der Nacht wieder anfachen.

 

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Kommentare

08.09.2014 22:50 Uhr

PS: Haufen, nicht staoel

Wie man auf den Bildern sieht, waren das Haufen, keine Stapel. Und hätte man die abgedeckt, wäre Ruhe gewesen.

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08.09.2014 22:48 Uhr

.. Also Fehler der Abbruchfirma. DANKE an dei Feuerwehrleute!!!

.. Also Fehler der Abbruchfirma. DANKE an dei Feuerwehrleute!!!

Denen kann man nicht oft genug danken!

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