Gemeinschaftsschule bietet Chance für Vereine

Zum Thema Ehrenamt im Sport hat Andreas Stoch, SPD-Minister für Kultus, Jugend und Sport, in Blaubeuren mit Vereinsvertretern diskutiert.

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Kultusminister Andreas Stoch (Mitte sitzend) diskutierte gestern in Blaubeuren über Ehrenamt im Sport. Mit dabei auch der SPD-Landtagskandidat für den Wahlkreis Ehingen, Alex Kübek-Fill (stehend).  Foto: 

Es war eine "unkommode Uhrzeit", wie es der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Torsten Kneer ausdrückte, zu der es Andreas Stoch (SPD), Minister für Kultus, Jugend und Sport, am Montag nach Blaubeuren geführt hatte. Um 16.30 Uhr können in aller Regel hauptsächlich Schüler und Rentner an einer Wahlveranstaltung teilnehmen. Und so war es nicht verwunderlich, dass viele Ältere gekommen waren, um mit Stoch über das Ehrenamt - vor allem - im Sport zu diskutieren. Neben SPD-Mitgliedern waren auch einige Vertreter von Vereinen aus der gesamten Region gekommen.

Der Landtagskandidat für den Wahlkreis Ehingen, Alex Kübek-Fill, betonte zu Beginn, dass Baden-Württemberg Spitzenreiter in Sachen Ehrenamt bei den Bundesländern sei: Über 40 Prozent der Bürger engagierten sich in Vereinen, Organisationen und Verbänden. Das Land unterstütze die Vereine, "damit Ehrenamt möglich sein kann", sagte der Minister. Er betonte zudem, dass er ein "echter Minister für Sport" sei: "Weil ich mit dem Sport groß geworden bin". Schon mit sieben Jahren habe er im Verein Sport betrieben und tue das auch heute mit 46 Jahren noch.

Stoch zitierte Statistiken, wonach nur noch 30 Prozent der Kinder am Tag mindestens eine Stunde Bewegung haben. Dabei sei diese wichtig, um gesund aufzuwachsen. "30 Prozent der Kinder mit 15 haben Rückenprobleme." Die Gemeinschaftsschule biete die Möglichkeit, Vereine und geschultes Personal in den Unterricht einzubeziehen. Weil die Kinder durch die Gemeinschaftsschule weniger Freizeit hätten, "müssen wir die Vereine zu den Kindern bringen", sagte Stoch. So könne es gelingen, dass sie auch später im Verein Sport treiben. Das Land habe deshalb die Sportförderung ausgeweitet, will in der kommenden Legislaturperiode insgesamt 87 Millionen Euro mehr in die Sportförderung stecken (Solidarpakt II). Durch die so genannte Monetarisierung sei es Schulen künftig möglich, qualifizierte Übungsleiter mit bis zu 35 Euro pro Stunde angemessen zu entlohnen. In der Diskussion wurde auch darauf aufmerksam gemacht, dass neben deutschen Kindern vor allem viele Flüchtlingskinder nicht schwimmen können. Stoch verwies darauf, dass Rettungs- und Schwimmunterricht bei der Ausbildung von Sportlehrern Pflicht sei. Dass die Vereine eine wichtige Rolle bei der Integration spielen, stand für Stoch außer Frage. Das Land werde deshalb im Rahmen des Solidarpaktes II alleine dafür eine Million für die Vereine zur Verfügung stellen.

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