Gemeinsam Hilfe leisten

Durch eine Kooperation von Notfallseelsorge und DRK-Notfallnachsorgedienst soll die Psychosoziale Notfallversorgung in der Region noch schlagkräftiger werden.

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Neue Partnerschaft: Gerhard Bundschuh von der Notfallseelsorge (links) an einer Einsatzstelle im Gespräch mit Mitja Weilemann vom Notfallnachsorgedienst.  Foto: 

Wenn Menschen sich durch einen Unfall oder durch Verletzung und Tod von Angehörigen in einer akuten Krisensituation befinden, leisten Einsatzkräfte der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) Erste Hilfe für die Seele. Um dieses Angebot in der Region zu optimieren und eine flächendeckende zeitnahe Versorgung mit PSNV-Kräften zu gewährleisten, verbindet die Notfallseelsorge Ulm/Alb-Donau-Kreis sowie den Notfallnachsorgedienst (NND) des Kreisverbands Ulm im Deutschen Roten Kreuz ab sofort eine Arbeitsgemeinschaft. „Unser Ziel ist die Erhöhung unserer Schlagkraft, indem wir Kompetenzen bündeln“, erklärt NND-Leiter Mitja Weilemann.

Künftig sollen bedarfsorientiert zusammengesetzte Einsatzteams beider Organisationen eine optimale und zeitnahe psychosoziale Notfallversorgung von Betroffenen wie Einsatzkräften vor Ort gleichermaßen sicherstellen. Wer durch die Lage seines Wohnorts oder Arbeitsplatzes schneller vor Ort sein kann, übernimmt die Erstbetreuung; weitere Kräfte rücken gegebenenfalls nach. Michael Lobenhofer, Geschäftsführer der Notfallseelsorge Ulm/Alb-Donau, beschreibt die Ziele der Vereinbarung: „Unter der Achtung der jeweiligen Eigenständigkeit und des Profils von Notfallseelsorge und Notfallnachsorge wollen wir die Psychosoziale Notfallversorgung in der Region weiterentwickeln und ausbauen.“

Es geht darum, eine gemeinsame Alarmierungsstruktur zu schaffen und einheitliche Qualitäts- und Mindeststandards sicherzustellen, Großschadenslagen zu bewältigen und gemeinschaftlich Einsatzfahrzeuge zu beschaffen. „Notfallseelsorge und Notfallnachsorgedienst leisten seit vielen Jahren hervorragende PSNV-Arbeit für Ulm und den Alb-Donau-Kreis“, sagt Weilemann. Durch die Vereinbarung und die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Notfallversorgung entstehe nun ein Fundament, das den steigenden Bedarf an entsprechender Unterstützung sicher tragen könne.

„Meine persönliche Zukunftsvision ist, dass über die Leitstelle ‚PSNV‘ alarmiert wird und unsere beiden Organisationen Strukturen haben, über die ein Einsatzkopf schnell die optimale Versorgung aus gemischten oder reinen NFS/NND-Teams bereitstellen kann – je nach dem, was für die Betroffenen und die Situation am besten passt.“

Intensiv geschult

Die Notfallseelsorge Ulm/Alb-Donau-Kreis wurde zum Jahresende 1998 auf Initiative des Ulmer Betriebsseelsorgers Werner Baur ins Leben gerufen. Zwei bis drei Mal pro Woche werden ihre Mitglieder zu Einsätzen ins Stadtgebiet und den Landkreis alarmiert. Sie alle haben eine intensive Schulung durchlaufen; die meisten Notfallseelsorger verfügen zudem über eine seelsorgliche, beraterische oder therapeutische Berufsausbildung. Derzeit stehen 27 Notfallseelsorger und 9 muslimische Notfallbegleiter zum Einsatz bereit. Darüber hinaus stellt die Notfallseelsorge Ulm/Alb-Donau fünf Leiter PSNV für Großschadenslagen.

Der Notfallnachsorgedienst des Deutschen Roten Kreuzes im Kreisverband Ulm ist auf Initiative der Ehinger Rotkreuzlerin Elisabeth Waibel seit 1999 in der Region aktiv. Haupteinsatzgebiet seiner Kräfte sind derzeit der Altkreis und die Stadt Ehingen, die Gemeinde Laichingen und seit rund einem Jahr auch der Raum Blaubeuren. Die ehrenamtlichen Mitglieder haben alle eine spezielle DRK-Ausbildung zum Kriseninterventionshelfer absolviert. Das Spektrum ihrer beruflichen Hintergründe reicht von der Polizei über den Pflege- und Erzieherbereich bis hin zu Kommunikationsfachleuten. Der Notfallnachsorgedienst des DRK stellt aktuell 23 Helferinnen und Helfer, die im Schnitt 35 Mal im Jahr zu Einsätzen gerufen werden.

Film Ein mehrminütiger Imagefilme wird am Freitag vor geladenen Gästen mit OB Gunter Czisch präsentiert. Anschließend wird das Video auf dem Facebook-Auftritt der Notfallseelsorge eingestellt und kann dort angeschaut werden.

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