Gemeinderats beschluss: Bahnunterführung für Fußgänger und Radler

Eben bleiben, nach oben oder nach unten gehen? Der Blausteiner Gemeinderat hat die Frage der Bahnquerung in der Hummelstraße geklärt: unten durch.

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"Beseitigung des schienengleichen Bahnübergangs in der Hummelstraße nach der Eisenbahnkreuzungsvereinbarung." So heißt im Amtsdeutsch das Thema, mit dem sich in Blaustein der Ehrenstein-Klingenstein-Ausschuss und der Gemeinderat schon viele Male beschäftigten. Die wichtigste Maßnahme, der Brückenschlag über die Bahn für den Autoverkehr, ist längst erledigt, östlich des alten Übergangs rollt der Verkehr ungehindert über die Osttangente. Jetzt ist es im Gemeinderat wieder einmal darum gegangen, eine Variante für Radfahrer und Fußgänger zu finden, die auf Kosten der Bahn an der Stelle des bisherigen "schienengleichen Bahnübergangs" beim Bahnhof Ehrenstein gebaut werden soll.

Bei der Frage, ob eine Über- oder eine Unterführung besser sei, gingen im Blausteiner Gemeinderat die Meinungen so weit auseinander wie in Stuttgart beim Thema S 21. Manche Bürger wollen gar, dass alles so bleibt, wie es ist. Das hat Kristina Nußbaumer (Freie Wähler), die in der Nähe ein Geschäft betreibt, bei einer Umfrage unter anderen Ladeninhaberinnen erfahren. Eindeutig ist die Meinung der Geschäftsfrauen zu einer Unterführung: Nein danke! Kristina Nußbaumer: "Das sieht pissig aus." Dr. Robert Jungwirth (Grüne) drückte seine Ablehnung förmlicher aus: Unterführungen seien oft dunkel und verdreckt, daraus ergebe sich "die subjektive Empfindung einer Gefährdung".

Es gebe auch Frauen, die sich davor fürchteten, über eine Brücke zu gehen, sagte Elisabeth Couvigny-Erb (SPD). Auch ihre Fraktionskollegin Heidi Ankner votierte für die Unterführung. Josef Oßwald (Freie Wähler) stellte fest, dass der zu bewältigende Höhenunterschied bei einer Unterführung kleiner ist als bei einer Überführung. Eberhard Ziegler (CDU) plädierte trotzdem für eine Brücke, die "etwas Verbindendes" habe und ansprechend gestaltet werden könnte.

Wie vom Ehrenstein-Klingenstein-Ausschuss vorgeschlagen, stimmte der Gemeinderat am Ende mit 16 zu 6 Stimmen für die Lösung im Untergrund, mit Treppen und Aufzügen. Der Auslass zur Ortsmitte und zum Bahnhof erfolgt in östlicher Richtung, um nicht in Konflikt zu kommen mit dem westlich gelegenen Bahnhofsgrundstück, das sich nach wie vor in Privateigentum befindet. Zur Gestaltung der Unterführung hatte Peter Enderle (CDU) einen Vorschlag: Zwischen den Gleisen eine Lichtkuppel einbauen. Wie bei Stuttgart 21.

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