Gemeinderat: Geplantes Asylheim in Unterelchingen stößt auf breite Skepsis

Alle Fraktionen im Elchinger Gemeinderat sind skeptisch, was das neue Asylbewerberheim in Unterelchingen angeht. Dort sollen in 18 Zimmern 66 Leute unterkommen. Verhindern lässt sich die Unterkunft wohl nicht.

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Das Thema Asyl treibt die Elchinger Bürger immer noch stark um. Rund 30 Zuhörer waren am Montagabend in die Sitzung des Gemeinderats im Konstantin-Vidal-Haus gekommen. Darin ging es um einen Bauantrag der Weißenhorner Firma Eraslan Logistik. Die will im Dammweg in Unterelchingen eine weitere Asylbewerber-Unterkunft errichten. Für 66 Flüchtlinge in 18 Zimmern. Ein Vorhaben, das alle Fraktionen kritisch beäugen.

 

FWE 66 Menschen auf engem Raum zusammenzupferchen, entspreche nicht ihrem Verständnis von Menschenwürde. So formulierte es Johann Gröger von den Freien Wählern Elchingen (FWE). Den Plänen zufolge sei für die Asylbewerber zu wenig Platz pro Person. Zudem seien zu wenig Duschen und Toiletten, keine Gemeinschaftsräume vorhanden. „Wir befürchten, dass der soziale Frieden im Haus und in der Nachbarschaft leiden wird.“ Und: Der Freundeskreis Asyl, der „bisher gute Integrationsarbeit“ geleistet habe, stoße an seine Grenzen.

CSU Auch Bernd Schwerdtfeger von den Christsozialen signalisierte im Namen seiner Fraktion Ablehnung. Es sei das augenscheinliche Ziel des Investors, „so viele Menschen wie möglich“ unterzubringen. Aus CSU-Sicht sind wohl höchstens 58 Plätze in dem Gebäude möglich.

UFWG Karin Batke von der Unabhängigen Freien Wähler-Gemeinschaft (UFWG) schloss sich an: „Die räumliche Aufteilung ist nicht tragbar.“ Eine Massenunterkunft zu verhindern, sei allerdings „ein schwieriges Unterfangen“. Das sei schon beim früheren Gasthof Adler „leider nicht gelungen“. Batke: „Wir bauen jetzt auf die Aussage des Landrats, uns künftig zu verschonen.“ Wie berichtet, hatte Thorsten Freudenberger signalisiert, dass in Unterelchingen nach der neuen Einrichtung im Dammweg vorerst keine weitere dezentrale Unterkunft hinzu kommt.

DGO „Elchingen stellt sich seiner Verantwortung“, sagte Armin Willbold von der Dorfgemeinschaft Oberelchingen. Jedoch kritisiere auch die DGO die Pläne. Unter anderem den Umstand, dass nur 6 Duschen für 66 Menschen vorgesehen sind. Da 80 Prozent der Flüchtlinge Männer seien, müssten sich sehr viele von ihnen eine Dusche teilen. Diese sind nämlich für Frauen und Männer getrennt vorzuhalten. „Der Architekt sollte da selbst vier Wochen drin leben“, sagte Willbold.

Eule „Es geht ums schnelle Geldverdienen.“ So empfindet es Reinhard Rotermund von der Elchinger Umweltliste (Eule). „Es ist einfach furchtbar, was uns hier geboten wird“, erklärte er. Und: Man dürfe einem Ortsteil wie Unterelchingen nicht noch mehr Asylbewerber zumuten.

Bürgermeister „Dem Landrat steht das Wasser bis zum Hals“, sagte Bürgermeister Joachim Eisenkolb. Wie lange Freudenbergers Versprechen halte, keine weiteren Asylbewerber nach Unterelchingen zu schicken, sei ungewiss. Für 2016 rechne die Kreisbehörde mit bis zu 3000 Flüchtlingen. Eisenkolb: „Ich weiß nicht, ob es gelingt, unsere Zahl in Elchingen zu halten.“ Momentan gebe es „keine rechtliche Handhabe“, eine Unterkunft zu verhindern. Eisenkolb will die Bürger in einer Versammlung informieren, sobald ein Mietvertrag geschlossen sei.

 

Eine Entscheidung über die Bauanfrage hat der Gemeinderat nicht getroffen. Mit 14:7 Stimmen wurde die Angelegenheit in den Arbeitskreis (AK) Bau verwiesen. Vorsitzender Schwerdtfeger versucht nun, den Architekten für ein Gespräch zu gewinnen. Ob das gelingt, ist fraglich. Der AK Bau wird dem Gemeinderat eine Empfehlung aussprechen, ob der Bauantrag genehmigt oder abgelehnt werden soll. In letzterem Fall kann sich aber das Landratsamt darüber hinwegsetzen.

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