Gemeinde übernimmt Abwasser-Defizit

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Die neuen Gebühren für die Abwasserentsorgung in Westerstetten stehen fest. Laut einstimmigem Beschluss des Gemeinderats werden rückwirkend zum 1. März 2011 pro Kubikmeter Schmutzwasser 2,25 Euro verlangt. Hinzu kommen pro Jahr 40 Cent für jeden Quadratmeter versiegelter Grundstücksfläche. Die Sätze der jetzt gesplitteten Abwassergebühr gelten bis Ende dieses Jahres. Bislang bezahlen die Westerstetter 2,90 Euro pro Kubikmeter Abwasser, die berechnete Menge richtet sich nach dem Trinkwasserverbrauch.

Nach den Worten von Wolfgang Mauz vom Beratungsbüro Heyder und Partner, der die neue Satzung im Auftrag der Gemeinde ausgearbeitet hatte, sind die Abwasser-Defizite der Jahre 2006 und 2007 nicht berücksichtigt worden. Wäre dies geschehen, würde der Kubikmeterpreis 2,50 Euro, der Quadratmeterpreis 0,44 Euro betragen. Den Vorschlag von Bürgermeister Alexander Bourke, die Unterdeckung der beiden Jahre mit insgesamt 25 000 Euro zu berücksichtigen, lehnte der Gemeinderat mehrheitlich ab. "Ich tue mich schwer damit, dass der so lange Jahre zurückliegende Abmangel jetzt in die Kalkulation aufgenommen wird", sagte Ulrich Klingler. Wenn, dann hätten die Abmangelbeträge schon früher eingerechnet werden müssen, ergänzte Willi Rau. Es sei eigenartig, dass seit 2004 jedes Jahr ein fast gleich hohes Minus zu verzeichnen sei, sagte Inge Höhe. Vielleicht basiere die Kalkulation auf falschen Annahmen.

Was die Höhe der Abwassergebühren vom 1. Januar 2013 an betrifft, muss Bürgermeister Bourke zufolge abgewartet werden, wie sich die neue Satzung auf das Gebührenaufkommen auswirkt. Laut Abgabengesetz können Defizite bis zu fünf Jahre später noch berücksichtigt werden. Der Westerstetter Gemeinderat wird also darüber entscheiden müssen, ob das Abwasser-Minus des Jahres 2008 im nächsten Jahr von den Gebührenzahlern ausgeglichen wird oder wie bisher aus dem Gemeindehaushalt.

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