Gemeinde Lonsee hält sich in diesem Jahr mit Investitionen zurück

Ausgewogen und solide finanziert: So beschreibt der Lonseer Bürgermeister Jochen Ogger den Haushaltsplan der Gemeinde. 1,1 Millionen Euro sollen investiert, gleichzeitig die Schulden abgebaut werden.

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Die Löcher in der Hindenburgstraße sollen gestopft werden, ohne ein Loch in den Haushalt der Gemeinde Lonsee zu reißen. Die Kommune erwartet Sanierungszuschüsse vom Land. Foto: Amrei Groß

Trotz der jüngsten Hiobsbotschaften - die Gemeinde muss an Heidelberger Druckmaschinen Gewerbesteuer zurückzahlen und erhält vom Land weniger Fördermittel als erhofft: Der Haushalt dieses Jahres sei "grundsolide" und berge keine größeren Risiken. Diesen Worten von Bürgermeister Jochen Ogger ließ Kämmerer Alexander Keller in der Gemeinderatssitzung am Montag Zahlen folgen. Aufgrund der guten Einnahmen werde der Verwaltungshaushalt, aus dem die Gemeinde die laufenden Ausgaben bestreitet, einen Überschuss von 335 000 Euro erwirtschaften. Allerdings werde dieser Betrag vollständig für die Schuldentilgung benötigt. Dies sei einerseits erfreulich: "Unsere Kredite können aus dem laufenden Betrieb getilgt werden." Andererseits, sagte Keller, stünden für Investitionen keine freien Mittel zur Verfügung. Die so genannte die Netto-Investitionsrate beträgt in diesem Jahr null Euro.

Gleichwohl sieht der Vermögensteil des Haushalts Investitionen von etwa 1,1 Millionen Euro vor. Größtes Vorhaben ist der zweite Sanierungsabschnitt der Hindenburgstraße, für den laut Etat 230 000 Euro zur Verfügung stehen. Hinzu kommen 140 000 Euro für neue Wasserleitungen, die über den kommunalen Eigenbetrieb Wasserversorgung finanziert werden. Weitere Investitionen sind zum Beispiel die Neugestaltung der Gehwege an der Dorfstraße in Ettlenschieß und der Austausch der Straßenlampen dort für insgesamt 129 000 Euro. Ein neues Löschfahrzeug für die Feuerwehrabteilung in Urspring, das etwa 150 000 Euro kostet, sowie 30 000 Euro für Urnenstelen auf dem Lonseer Friedhof sind ebenfalls eingeplant. Außerdem sind 40 000 Euro für die Kindergarten-Planung reserviert. Zu prüfen ist, ob der Kindergarten "Am Waldesrand" grundlegend saniert wird und einen Anbau erhält, oder ob ein Neubau sinnvoller ist. Umgesetzt werden soll die Planung im nächsten Jahr.

Zur Verwirklichung ihrer Vorhaben ist die Gemeinde auf Zuschüsse angewiesen. Da die Hindenburgstraße im Sanierungsgebiet "Ortskern II" liegt, werden die Arbeiten dort zu 60 Prozent vom Land finanziert, für das Löschfahrzeug sind insgesamt 107 500 Euro als Fachförderung sowie aus dem Ausgleichsstock des Landes eingeplant.

Grundstücksverkäufe sollen 277 500 Euro in die Kasse spülen, die Kredite betragen bis zu 185 000 Euro. Zu einem Anstieg der Verschuldung kommt es durch die hohe Tilgungsrate aber nicht. Zum Jahresende rechnet Kämmerer Keller mit einer Gesamtverschuldung von 4,9 Millionen Euro oder 1045 Euro je Einwohner. Bürgermeister Ogger, der die Grenze von 1000 Euro Schulden pro Kopf unterschreiten will, kommt diesem Ziel somit näher. "Das wäre ein historischer Tiefstand." Dieser sei zuletzt im Jahr 1988 erreicht worden.

Für den Eigenbetrieb Wasserversorgung rechnet Keller in diesem Jahr mit einem Gewinn von 22 800 Euro. Der Betrag kann per Gewinnverwendungsbeschluss am Jahresende an den Haushalt der Gemeinde ausgeschüttet werden.

Der Gemeinderat stimmte dem kommunalen Haushaltsplan und dem Wirtschaftsplan der Wasserversorgung einstimmig zu.

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