Geld vom Land für neue Radwege bei Dornstadt und Arnegg

Nicht immer liegt's am Geld, wenn sich ein Projekt verzögert. Zum Beispiel der Radweg zwischen Dornstadt und Bollingen. Das Land hat die Finanzierung zugesichert, aber die Grundstücke fehlen - noch.

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Der sichere Radweg in Richtung Bollingen hört etwa einen Kilometer vor dem Dornstadter Teilort auf. Wenn es mit dem Grunderwerb klappt, soll in diesem Jahr weitergebaut werden.  Foto: 

Der sechsspurige Ausbau der A 8 und die neue ICE-Trasse haben's möglich gemacht. Mit diesen Projekten hat die Landesstraße 1239 zwischen Dornstadt und dem Teilort Bollingen einen neuen Fahrbahnbelag und einen Radweg bekommen. Allerdings enden Ausbaustrecke und Radweg etwa 200 Meter nach der Brücke über die Bahntrasse. Für die Autofahrer beginnt eine Rumpelpiste, Radfahrer werden auf einen Feldweg auf der gegenüberliegenden Seite der Landesstraße verwiesen.

Schon in der im Jahr 2010 vom Kreistag verabschiedeten Radwegkonzeption des Alb-Donau-Kreises gehörte die Verbindung Dornstadt-Bollingen zur Kategorie der wichtigen Strecken. Als im Mai 2014 eine Radfahrerin auf der Landesstraße von einem Auto erfasst und getötet wurde, erhöhten Kommunalpolitiker den Druck. Im vergangenen Jahr hieß es dann aus dem Verkehrsministerium in Stuttgart, der fehlende Kilometer gehöre zu den 55 Radwegen an Landesstraßen, die 2015 oder 2016 gebaut werden.

In dieser Woche teilten die Landtagsabgeordneten Jürgen Filius (Grüne) und Martin Rivoir (SPD) mit, der Weg stehe nun tatsächlich im Bauprogramm dieses Jahres, die 300.000 Euro, die der Weg kostet, seien bewilligt. "Wir würden gerne bauen", bestätigt Hartmut Geiger, Leiter des zum Regierungspräsidium Tübingen gehörenden Straßenbaureferats in Ehingen. Jedoch fehlten noch Grundstücke entlang der Landesstraße. Diese zu beschaffen, hat sich der Dornstadter Bürgermeister Rainer Braig fest vorgenommen, zumal die Gemeinde auch die Planung des Radwegs übernommen hatte: "Wir wollen auf jeden Fall in diesem Jahr bauen."

In Kürze sollen die Gespräche mit den Grundeigentümern fortgesetzt werden, die nach Braigs Worten von der Notwendigkeit des Radwegs nicht überzeugt werden müssen. Noch aber bestünden unterschiedliche Preisvorstellungen. Verhandlungsgrundlage seien die üblichen Preise, die das Land bei Flurneuordnungen anbiete. Seiner Ansicht nach sei bald mit Einigungen zu rechnen, sagt Braig.

Die Landesstraße zwischen Dornstadt und Bollingen selbst soll erst dann einen neuen Fahrbahnbelag bekommen, wenn die Arbeiten an Autobahn und ICE-Trasse so weit gediehen sind, dass weniger Baulastwagen unterwegs sind. Das dürfte nach Auskunft von Hartmut Geiger frühestens 2018 der Fall sein.

Im Alb-Donau-Kreis hat es nach Mitteilung der beiden Abgeordneten noch ein Radweg ins aktuelle Bauprogramm des Landes geschafft: die Umfahrung von Arnegg. Bislang müssen Radler den Blausteiner Teilort durchqueren, künftig sollen sie nördlich des Orts und auch nördlich der Blau durchs Blautal rollen. Außer dem Weg müssen zwei Brücken gebaut werden, für die eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich ist. Die Blausteiner Stadtverwaltung hat die zweieinhalb Kilometer Radweg bereits geplant und geht laut Franz Schmutz davon aus, dass in diesem Jahr gebaut wird. Die Kosten betragen nach Auskunft des Regierungspräsidiums Tübingen voraussichtlich 1,3 Millionen Euro.

Zusammen mit dem Landkreis will Blaustein in diesem Jahr einen weiteren Radweg in Angriff nehmen: zwischen Herrlingen und Weidach (wir berichteten). Die beiden Abschnitte sollen 2016 und 2017 verwirklicht werden. Dafür muss die Verbindung zwischen Bermaringen und Temmenhausen noch warten.

Programm für 2017 bis 2020

Planung Im Radweg-Bauprogramm des Landes stehen für die Jahre 2017 bis 2020 einige Strecken im Alb-Donau-Kreis: an der L 255 zwischen Ehingen-Dettingen und Ehingen-Dintenhofen, an der L 1261 zwischen Hüttisheim und Oberholzheim, an der L 1079 zwischen Seligweiler und dem Wirtschaftsweg zu den Staudenhöfen, an der L 1229 zwischen Lonsee und Ettlenschieß, an der B 10 von Amstetten Richtung Geislingen, an der B 311unter anderem von Gamerschwang bis Öpfingen und in Ehingen-Deppenhausen.

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