Geistliche Abendmusik

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Kirchliche Abendmusik in der Blaubeurer Stadtkirche mit der Kirchenmusik Merklingen.  Foto: 

Mit einer geistlichen Abendmusik konnten sich rund 150 Zuhörer in der evangelischen Stadtkirche in Blaubeuren auf die Passionswoche einstimmen lassen. Drei Klangkörper aus Merklingen gestalteten das Konzert. Es wird am Karfreitag um 20 Uhr in der evangelischen Kirche in Merklingen wiederholt.

Der Posaunenchor in Merklingen nennt sich Kirchenmusik Merklingen und weist Besonderheiten auf. Zunächst kann er auf eine sehr lange Tradition zurückblicken. Der Bläserchor existiert ununterbrochen seit 311 Jahren und dürfte somit einer der ältesten Posaunenchöre in der Württembergischen Landeskirche sein. Des weiteren verfügt er über ein Holzbläserregister, eine zehnköpfige Querflötengruppe. Die Flötenklänge verleihen dem Chor seine eigene Note und harmonieren bestens. Die schiere Anzahl der Flöten bewirkt, dass deren Klang immer gut hörbar ist und nicht untergeht, was angesichts der rund vierzig Blechbläser leicht passieren könnte.

„Mich freut es, dass es in einer Gemeinde noch so einen großen Posaunenchor gibt“, mit diesen Worten begrüßte Pfarrer Ernst Börkircher die Merklinger Bläser. Er gestaltete die Liturgie des Abends. Wo andere Chöre Personalmangel haben, da ist die Merklinger Kirchenmusik bestens aufgestellt. Die gute Besetzung im tiefen Blech sorgt für ein ausgewogenes Klangbild. Bei der Abendmusik brachten die Bläser unter Leitung von Johannes Ruhland und Saskia Grimm ein anspruchsvolles Programm aus verschiedenen musikalischen Epochen eindrücklich zu Gehör. Barocke Werke von Johann Sebastian Bach sowie etliche zeitgenössische Stücke bildeten Schwerpunkte. Bis zu achtstimmig wurde da mit viel Einsatzfreude musiziert.

Zunächst gab es die Klassiker: Bei der Bach´schen „Sinfonia und Choral“ wurden die Kontraste gut heraus gespielt. Das Adagio wurde fünfstimmig transparent mit Einfühlungsvermögen aufgeführt. Dagegen hob sich der Choral mit mächtigen Klängen ab. Barocker Bläserglanz leuchtete bei „Alla Siciliana und Presto“ auf. Sehr ansprechend gelang die dreisätzige Suite von Guiseppe Battista Sammartini. Das bewegte Allegro hob sich von dem andächtig gespielten Adagio ab, Akzente konnten die Flöten setzen. Mit vollem Klang und viel Dynamik kam die Vertonung der Jahreslosung „Ein neues Herz“ nach einem zeitgenössischen Satz von Hans-Joachim Eißler zu Gehör.

Flott und beschwingt wurden mehrere moderne Vertonungen aufgeführt. Etwa die beiden eingängigen Lieder von Michael Schütz „A Brighter Day“ und „Wo Menschen sich vergessen“, die richtig mitreißend präsentiert wurden. Bei „You Make The Sun Rise in My Heart“ von Uli Gutscher gab es tolle Steigerungen im Volumen, strahlende Klänge und einen fulminanten Schlussakkord zu hören.

Der Gemischte Chor vom Liederkranz Merklingen unter der Leitung von Hellmut Stolz hatte sich inhaltlich auf die Passionswoche eingestimmt. Die beiden vierstimmig gesungenen Bach-Choräle „Wer hat dich so geschlagen“ und „Wenn ich das Kreuz dort auf Golgatha seh’“ wurden gefühlvoll interpretiert. Bei „Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen“ von Kurt Lissmann gelang das Kyrie Eleison besonders schön.

Der Song Circle des Liederkranz Merklingen, ebenfalls unter der Leitung von Hellmut Stolz, hatte sich zwei eingängige moderne Glaubenslieder ausgesucht. Das Gospel „Were you there“ wurde vom Chor dynamisch ansprechend gestaltet. Klangschön wurde der populäre Song „From a distance“ bekannt durch Bette Midler präsentiert. Hellmut Stolz begleitete die auf der Empore singenden Chöre teils am E-Piano. Die Mischung zwischen Passionsmusik und unterhaltsamer Musik war etwas grenzwertig, vielleicht wäre die Entscheidung für eins von beidem sinnvoller gewesen. Am Ende gab es noch eine Zugabe von der Merklinger Kirchenmusik.

Merklinger Noten

Bereits seit 1850 wurden eigene Kompositionen aufgeschrieben, die als „Merklinger Noten“ bekannt sind und bis heute immer noch gespielt werden. Mit „Auf Karfreitag“ gab es eine Kostprobe der weiteren Besonderheit des Bläserchores. Die Spenden der Konzertbesucher kamen je zur Hälfte dem Gemeindehaus in Merklingen und der Sanierung des Matthäus-Alber-Hauses in Blaubeuren zugute.

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