Gasthof zum Bad in Langenau hat erstmals Michelin-Stern

Jubel im Gasthof zum Bad in Langenau: Gestern hat Küchenchef Hans Häge erfahren, dass er im weltweit wichtigsten Restaurantführer, dem Guide Michelin, mit einem Stern ausgezeichnet worden ist.

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Frohe Botschaft für Hans Häge senior und Sohn Hans vom Gasthaus zum Bad: Ihr Aufwand in der Küche wurde mit einem Michelin-Stern belohnt. Foto: Volkmar Könneke

"Heute ist der schönste Tag meines Lebens!" Mit diesen Worten hat ein total gerührter Hans Häge, Seniorchef des Langenauer Gasthofs zum Bad, gestern seinen Gefühlen Ausdruck gegeben, als bekannt wurde, dass die familiengeführte Traditionsgaststätte mit Hotelbetrieb einen Michelin-Stern erhalten hat. "Aber Vater: Denk an deinen Hochzeitstag", legt sein Sohn Hans Häge gleich schlagfertig scherzend nach.

Zuvor hatten Gäste aus München den 30 Jahre alten Küchenchef Hans Häge um "ein erstes Autogramm" gebeten, schon tritt ein weiterer Gratulant in den Raum und drückt ihm einen riesigen Rosenstrauß in die Hand. Turbulent ging es gestern zu im "Bad", nachdem um 11 Uhr in Berlin die Liste der Spitzenköche bekannt gegeben worden war, die nun im Guide Michelin mit einem, zwei oder maximal drei Sternen geführt werden.

Kurze Zeit später klingelte bei dem jungen Küchenchef das Telefon und ein befreundeter Kollege teilte ihm die frohe Botschaft mit. Er habe nicht damit gerechnet, aber natürlich darauf gehofft, gibt Häge zu. "Schließlich kochen wir ja mit viel Aufwand." Das seit langem angestrebte Ziel habe er aber nur zusammen mit seinem Küchenteam erreichen können. "Die müssen es ja das ganze Jahr lang mit mir aushalten." Denn im täglichen Kampf, Spitzenleistung abzuliefern, werde der Ton in der Küche schon mal etwas rauer. "Mein Sohn will seine gewählte Linie durchziehen - und wir werden verseckelt", bestätigt Vater Häge. Aber er habe immer an ihn geglaubt. "Ich fühle mich, als hätte ich einen 6er im Lotto - ich bin so stolz auf ihn, ich könnte heulen."

Bei der erwähnten Linie des Küchenchefs handelt es sich eigentlich um zwei, wie dieser erklärt. "Wir haben zwei Karten: eine mit traditionellen Gerichten und eine mit modernen - Avantgarde, die entsprechend angerichtet wird." Jede Woche gebe es ein "Großes Menü", in dieser Woche mit drei bis sieben Gängen für 43 bis 85 Euro. "Ikarimi Lachs gebeizt mit Rettich, Miso, Gurke, Kresse", wird dort etwa geboten, oder "gebratene Jakobsmuschel und Bries mit Shii-Take Pilzen und Petersilienwurzelcreme."

Dem Michelin-Testesser, der nach den Regeln des "Guide" anonym im "Bad" gespeist hat, scheint es jedenfalls geschmeckt zu haben. "Ein solches Essen soll ja nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern ein Erlebnis sein", erklärt der Küchenchef. Doch auch bei traditionellen Gerichten, wie sie etwa bei Familienfeiern serviert werden, biete man im "Bad" immer bestmögliche Qualität. Schließlich wisse man nie, wann der Michelin-Mann wieder kommt, oder was er dann isst.

"Jetzt dranbleiben am Ball, um den Stern nicht zu verlieren - lieber noch einen weiteren zu bekommen", hat sich Häge vorgenommen, auch wenn der psychische Druck weiter ansteige. Doch nun, am Tag des Triumphs, "kochen wir erst fertig, dann wird der eine oder andere gute Tropfen getrunken".

Der Gasthof in Langenau und sein Sternekoch
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Kommentare

22.11.2013 14:45 Uhr

Gänsestopfleber im Bad nicht zeitgemäß!

In 17 Ländern - darunter Deutschland, Schweiz, Großbritannien und Österreich - ist die Herstellung von Gänsestopfleber aufgrund der qualvollen Mastform des Stopfens gesetzlich verboten. Dennoch steht im Gasthof Bad "Gänsestopfleber warm und kalt" auf der Karte. Eine E-Mail an Herrn Häge bleib leider unbeantwortet. Gleichzeitig sagt die Sache für mich etwas über die Qualität eines Michelin Sterns aus: Geschmack und Service zählt, während die Produktionsmethoden, die Herkunft, die Qualität der Rohstoffe und soziale Aspekte nichts wert sind. Für mich absolut nicht mehr zeitgemäß!

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