Kochen für einen guten Zweck

Bernd Steinbach kocht seit zehn Jahren in seinem Privathaus ein großes Menü für Freunde und Bekannte und spendet den Erlös des Abends für einen guten Zweck

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  • Bernd Steinbach (links) begrüßt seine Gäste auf der Terrasse an der Blau. Am Wochenende passte alles für das „Fest zur Sommersonnenwende“, das er seit zehn Jahren auf die Beine stellt. 1/3
    Bernd Steinbach (links) begrüßt seine Gäste auf der Terrasse an der Blau. Am Wochenende passte alles für das „Fest zur Sommersonnenwende“, das er seit zehn Jahren auf die Beine stellt. Foto: 
  • Gourmet Fest Blaustein, fotografiert von Leah Geywitz, Honorierung noch nachtragen! 2/3
    Gourmet Fest Blaustein, fotografiert von Leah Geywitz, Honorierung noch nachtragen! Foto: 
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    Gourmet Fest Blaustein, fotografiert von Leah Geywitz, Honorierung noch nachtragen! Foto: 
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Essen hält Leib und Seele zusammen. Die Redensart ist so alt wie wahr. Und sie trifft auch zu auf Bernd Steinbach und sein Gourmet-Fest, das er jedes Jahr veranstaltet: Er serviert seinen Gästen gutes Essen – in der Regel ein Fünf- oder Sechs-Gänge-Menü und verbringt einen vergnüglichen Abend mit ihnen. Das Geld, das er bei seinem „Fest zur Sommersonnenwende“ einnimmt, spendet der Blausteiner für einen guten Zweck. Und das seit inzwischen zehn Jahren. So kommen Leib und Seele zu ihrem Recht.

So auch am vergangenen Wochenende: Maximal 24 Leute – es kommen Nachbarn Verwandte, Freunde – kann Steinbach in seinem Haus an der Blau in Blaustein verköstigen. So viele nahmen am Samstag zunächst auf Steinbachs schöner Terrasse an der Blau einen Aperitif und kleine Appetithäppchen ein und anschließend das Menü im Haus.

Dazu gab es Live-Musik und später eine Lightshow, die auf die Bäume am gegenüberliegenden Ufer der Blau projiziert wurde. Auch bei der Auswahl der Gerichte lässt sich der Hobbykoch nicht lumpen. So gab es unter anderem Avocado-Papaya-Carpaccio und Rinderfilet unter der Chorizokruste mit Limettentofu. „Je nachdem wie die Stimmung ist, kann der Abend bis zwei Uhr nachts gehen“, sagt der Gastgeber.

Geld für krebskranke Mutter

58 Euro bezahlt jeder Gast für den Abend, jeder Cent des Erlöses wird gespendet. Das sind jedes mal zwischen 700 und 800 Euro. Der Kiwani-Club, dessen Mitglied Steinbach ist, rundet den Betrag jedes Jahr auf 1000 Euro auf. In diesem Jahr geht das Geld an eine junge krebskranke Mutter aus Pfuhl. „Ich hatte dieses Jahr keine Idee, deshalb habe ich mich an die Aktion 100 000 der Südwest Presse gewendet“, erzählt Steinbach. Aktionsleiter Karl Bacherle habe vorgeschlagen, die Mutter zweier Kinder zu unterstützen. Was er gerne tue, wie der Blausteiner betont: „Unbürokratische Hilfe scheint mir hier angebracht.“

„Ich koche schon immer sehr gern“, sagt der studierte Ernährungswissenschaftler, der Geschäftsführer der Firma Bofrost in Neu-Ulm ist, über seine Motivation. Schon von Berufswegen hat er „eigentlich schon immer“ mit Lebensmitteln zu tun. Vor zehn Jahren kam ihm die Idee zu dem Gourmet-Fest, das jedes Jahr am Sommeranfang, also am 21. Juni, stattfindet. „In den ersten zwei Jahren ging es etwas schleppend“, erzählt Steinbach. Doch seit sieben Jahren sei der Abend jedes Mal komplett ausgebucht. Diesmal reiste ein Ehepaar sogar eigens aus der Schweiz für den Abend an.

Unterstützung nötig

Alleine stemmen könnte der gebürtige Mainzer ein solches Event natürlich nicht. Hilfe erhält Steinbach von seiner Frau, einer Nachbarin und einer Mitarbeiterin der Firma Bofrost. „Wenn man für so viele Leute kocht, kann es schon Mal sein, dass das Dessert im Schlafzimmer steht“, sagt er.

Insgesamt hat Steinbach mit seinen „Festen zur Sommersonnenwende“ in den vergangenen Jahren knapp 7000 Euro für wohltätige Zwecke gesammelt. Ihm ist wichtig, dass das Geld nicht in einen großen Topf wandert, sondern konkret für eine Maßnahme verwendet wird. Unter anderem ging bereits Geld an die Schülernachhilfe für Migranten-Kinder in Wiblingen und das Hospiz in Illertissen. Und Bernd Steinbach wird weitermachen mit seinen Festen: „Ich mache das solange es mir Spaß macht und ich Lust darauf habe.“

Charity-Organisation „Kiwanis ist eine weltweite Organisation von Freiwilligen, die sich aktiv für das Wohl von Kindern und der Gemeinschaft einsetzen.“ So steht es auf der Internetseite des Kiwanis-Clubs Ulm/Neu-Ulm, in dem Bernd Steinbach Mitglied ist. Frauen und Männer aus allen Berufen und Bevölkerungsschichten engagieren sich demnach überparteilich und über Konfessionen hinweg – vor allem für Kinder. „Kiwanis kommt aus dem Indianischen und bedeutet so viel wie Freunde sein und Gutes tun“, sagt Steinbach.

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