Frohsinn feiert: Musikalische Reise in frühere Zeiten

Einen fröhlichen Abend unter dem Motto " Frohsinn mit Musik" erlebten die Gäste im vollbesetzten Saal des "Rössle" bei der Jahresfeier des Gesangsvereins Frohsinn. Die Zuhörer wurden in frühere Zeiten versetzt.

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Wirtshausstimmung erzeugte der Gesangverein Frohsinn.  Foto: 

Mal was Neues, dachten sich Chorleiter Hellmut Stolz und die Sängerinnen und Sänger des Gesangvereins Frohsinn und dachten dabei an alte Zeiten. In den Wirtsstuben war es früher üblich gemütlich beieinander zu sitzen, es wurden Bier oder Wein getrunken, Geschichten erzählt und, wenn die Stimmung passte, auch mal ein Lied miteinander gesungen. Solch eine Atmosphäre stellte der Chor in der Jahresfeier auf der Bühne nach. Dort ging"s dann zusammen mit vier Bläsern und einem Schlagzeuger der Laichinger Stadtkapelle recht eng zu. Die Sängerinnen und Sänger waren nicht wie üblich in Reih und Glied aufgestellt, sondern saßen an Wirtshaustischen mit Krügen und Bechern vor sich. Auch übliche Chorkleidung wie dunkle Hose und weißes Hemd oder Bluse mit buntem Schal war in diesem Fall verpönt. Stattdessen gab"s bei den Herren karierte Hemden, Westen, Lederhosen, bei den Damen geschnürte Mieder, trachteninspirierte Landhausmode.

Das Repertoire, das der Chor ausgewählt hatte, war aber nicht nur schwäbischen Ursprungs. Die Zuhörer wurden auf einen Reise durch mehrere europäische Länder mitgenommen. Italienisch Angehauchtes gab es beim "Ticino e vino" wo sich im italienisch-deutschen Kauderwelsch avanti auf Chianti und piazza auf ragazza reimte. Auf Kroatisch sang der Chor das dalmatinische Volkslied "Kad si bila mare", das von einer Maria handelt, die als Kind das Meer geliebt hat und später die Matrosen. Viele Lieder drehten sich um die Liebe und den Wein. Die Bläser gaben neben Märschen und Volkslieder den griechischen Wein zum Besten, eine "leicht angejahrte Boygroup", so von Modertor Heinz Surek angekündigt, sang von schönen Zeiten im Kreise der Lieben und nahm Abschied mit "Nun leb wohl du kleine Gasse". Einen Ausflug ins Bayerisch-Österreichische machte der Chor mit "Fein sein, beieinander bleiben" und mit dem Ratschlag "Treu sein, net außigrasn, denn d"Liab is so zart wia a Soafnblasn." Das Loblied des Schwabenlands und der württemberger Weine wurde gesungen und zum Schluss gab es einen Ausflug in modernere Gefilde. Mit einem anrührenden, wunderschönen "Weit, weit weg" von Hubert von Goisern beendete der Gesangverein Frohsinn das Programm.

Zum guten Gelingen des Abends beigetragen hat Moderator Heinz Surek mit Geschichten, Anekdoten und treffsicheren Bemerkungen zur schwäbischen Sprache. "Ich liebe Dich" käme einem Schwaben nicht über die Lippen, wenn überhaupt ein "I mag di". Da der Schwabe aber von Natur aus vorsichtig sei und sich nicht blamieren wolle, ist auch das manchmal noch zu direkt. So sagt er halt: "Tät"s Du mi au mega, wenn i di mega tät?", lässt sich damit eine Hintertür offen.

Nach dem Chorgesang war gemeinsames Singen mit dem Publikum angesagt, unterstützt von Bernd Spielvogel aus Süßen am Akkordeon. Das gestaltete sich am Anfang allerdings recht zäh. Harald Senkel, aus dem Norden nach Laichingen eingewandert, erzählte von seiner alten Heimat und versuchte, das Publikum zum Mitsingen bei Liedern wie dem Friesenlied und dem Shanty vom "Hamburger Veermaster" zu animieren. Das war allerdings nicht von Erfolg gekrönt. Als dann aber Singvogel auf seinem Akkordeon Melodien wie die "Schwäbsche Eisenbahn" anstimmte, kam Stimmung auf, es wurde mitgesungen und geschunkelt.

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