Frauenfigur - üppig oder abstrakt

Eine 14 000 Jahre alte, kleine Frauenfigur, die so genannte Petersfels-Venus, ist von Sonntag an im Blaubeurer Museum zu sehen. Besucher können so drei der weltweit ältesten Frauenfiguren vergleichen.

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  • Die Venus vom Hohlen Fels (li.) ist die älteste Frauenfigur, die Petersfelser Venus (re.) ist jünger und abstrakter gestaltet. Fotos: Volkmar Könneke/Urgeschichtliches Museum 1/2
    Die Venus vom Hohlen Fels (li.) ist die älteste Frauenfigur, die Petersfelser Venus (re.) ist jünger und abstrakter gestaltet. Fotos: Volkmar Könneke/Urgeschichtliches Museum
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Die älteste Frauenfigur der Welt, die Venus vom Schelklinger Hohlen Fels, ist mit einem vergleichsweise flachen Po und großen Brüsten versehen. Die anderen beiden, nur wenige Zentimeter großen Frauenfiguren der jüngeren Altsteinzeit, die Venus vom Vogelherd im Lonetal und die Petersfels-Venus, lassen dagegen kaum Brüste erkennen, dafür aber Po-Wölbungen in sehr abstrakter Form. Das können jetzt Besucher des Urgeschichtlichen Museums Blaubeuren beim Vergleich der drei originalen Frauendarstellungen aus der älteren und der jüngeren Altsteinzeit ganz genau ansehen. Die Petersfels-Venus aus dem Archäologischen Museum in Freiburg wird noch bis zum 15. März in Blaubeuren zu Besuch sein.

Die Petersfels-Venus wurde nahe der Stadt Engen etwa 25 Kilometer westlich vom Bodensee gefunden. Dort bilden eine Höhle, der Höhlenvorplatz und benachbarte Stellen einen wichtigen Fundort für das Magdalenien, also für die Zeit zwischen 12 000 und 17 000 Jahren. Die Figur aus Freiburg ist aus Gagat gefertigt, eine besondere Art von fossilem Holz, die gut zu verarbeiten ist und wegen seiner tiefschwarzen Farbe als Rohmaterial für Schmuck beliebt war, wie der Archäologe Hannes Wiedmann vom Urgeschichtlichen Museum sagt.

Die Petersfels-Venus ist mit Betonung des Gesäßes gestaltet - Kopf, Arme, Brüste und Beine fehlen. Damit gleicht sie der aus einem Wildschweinzahn geschnitzten Venus vom Vogelherd. In beiden Figuren wird die Abstraktion eines Frauenkörpers angewendet - eine Linie mit Gesäßwölbung. Diese Art der Darstellung wurde nicht nur für Figuren aus verschiedenen Materialien gewählt, sondern auch für Zeichnungen und Ritzungen in Höhlen und Steinplatten: "Es ist eines der universellen Zeichen, das in der Altsteinzeit europaweit vorkommt", heißt es im Begleittext.

Familientag und Führungen

Das Urgeschichtliche Museum bietet ein Begleitprogramm zum Besuch der Petersfels-Venus in Blaubeuren: Am Sonntag sowie am 3. und 5. Oktober veranstaltet das Museum Familientage von 10 bis 17 Uhr mit einem Elfenbeinschnitzer und der Steinzeitwerkstatt. Es gibt Museumsführungen und an diesem Sonntag auch Stadtführungen um 14 und 16 Uhr über besondere Blaubeurer Frauen und Männer.

SWP

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