Feuerwehr Merklingen: Helfer hatten dieses Jahr einmal großes Glück

33 - exakt so viele Einsätze wie im Vorjahr hatte die Merklinger Feuerwehr 2015 zu bewältigen. Spektakulär: Nach einer Hilfeleistung auf der A8 fuhr ein Auto in zwei Fahrzeuge der Wehr. Verletzt wurde niemand.

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Bürgermeister Sven Kneipp (l.) durfte eine außergewöhnliche Ehrung vornehmen: Jakob Salzmann (r.) ist seit 70 Jahren bei der Feuerwehr. Gerhard Moll (2. v. r.) und Georg Lohrmann (Mitte) sind 40 Jahre aktiv. Feuerwehrkommandant Rainer Voigtländer stieg zum Oberbrandmeister auf.  Foto: 

17 Mal musste die Merklinger Feuerwehr im vergangenen Jahr zu Bränden ausrücken und 16 Mal technische Hilfe leisten, sagte Rainer Voigtländer. Er leitet seit einem Jahr die Abteilung aus 46 Männern und einer Frau. Es waren damit genau so viele Einsätze wie im Vorjahr, Tote gab es diesmal aber nicht zu beklagen.

Unter anderem brannte es in einer örtlichen Schreinerei, hinzu kamen einige Unfälle auf der Autobahn. Dort musste die Feuerwehr zum Beispiel einen LKW, eine Baumaschine und einen Kleintransporter löschen sowie ein umgekipptes Wohnmobil aufstellen. Ein Einsatz auf der A8 wird vermutlich unvergessen bleiben. Nach einem abgeschlossenen Öleinsatz beim Parkplatz Widderstall wollten zwei Feuerwehrfahrzeuge losfahren, als ein Auto in den Vorausrüstwagen und ins Hilfeleistungs-Löschfahrzeug prallte. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn das Auto Sekunden frühen den Unfall verursacht hätte. So blieb es bei einem hohen Sachschaden. Niemand wurde verletzt. Und sonst? Auch Ölspuren und einen durch schwere Regenfälle verursachten Wasserschaden im Neubau des Kinderhauses musste die Feuerwehr 2015 beseitigen.

Um für alle Fälle gewappnet zu sein, übten die Freiwilligen oft. "Der durchschnittliche Übungsbesuch lag bei 57 Prozent. Das ist nicht schlecht, könnte aber besser sein", sagte der Kommandant. Wie bereits sein Vorgänger Manfred Weberruß, führte auch Voigtländer über alles genau Buch. Die vier Feuerwehrfahrzeuge waren 5939 Kilometer unterwegs. In der Regel rückte die Abteilung zwischen 6 und 17 Uhr aus (19 Einsätze). Die meisten Einsätze fanden dienstags und mittwochs (jeweils 8) statt. Die Helfer arbeiteten 1972 Stunden ehrenamtlich, inklusive Einsätze, Übungen und Fahrzeugpflege. Gedankt wurde zehn Merklinger Firmen, die ihre Mitarbeiter stets ohne Murren während der Arbeitszeit gehen lassen. Voigtländer: "Das ist nicht selbstverständlich."

Auch Merklingens Bürgermeister Sven Kneipp lobte die Feuerwehr: "Ihr leistet eine hervorragende Arbeit." Er sei stolz, eine so gut ausgebildete, engagierte und motivierte Mannschaft in der Gemeinde zu wissen. "Passt auf euch auf, dass ihr immer gesund nach den Einsätzen zurückkommt." Kassier Tim Klostermann berichtete, dass die Abteilung finanziell bestens dasteht: Die Kasse sei mit 22.600 Euro im Plus. Klostermann hatte im Lauf des vergangenen Jahres die Arbeit des erkrankten Karl Ruhland übernommen, der das Amt 30 Jahre lang innehatte.

Für 70 Jahre Treue zur Merklinger Feuerwehr wurde Jakob Salzmann geehrt. Der heute 87-Jährige kam 1945 als 17-Jähriger zur Wehr. Von 1970 bis 1976 war er Kommandant. "Einst war ich der Jüngste, heute bin ich der Älteste", sagte Salzmann. Sven Kneipp, der ihn ehrte sagte: "Für 70 Jahre Mitgliedschaft gibt es gar keinen Urkundenvordruck, deshalb mussten wir selbst eine kreieren." Er überreichte ihm einen sogenannten Römer als kleine Anerkennung. Geehrt wurden zudem Gerhard Moll und Georg Lohrmann für 40 Jahre Treue. Zudem gab es Beförderungen: Feuerwehrkommandant Rainer Voigtländer stieg zum Oberbrandmeister auf. Die Schulterklappen für den Hauptfeuerwehrmann erhielten Sascha Moll und Stefan Schuler. Feuerwehrmann wurde Kai Grimm.

Auch der Spaß kam in 2015 nicht zu kurz: Viele Ausflüge und gesellige Zusammenkünfte hatte die Seniorenabteilung unternommen, sagte Georg Danzer. Er übergab am Abend den Altersvorsitz an Rolf Bletzinger. Auch die zehn Jungen der Jugendfeuerwehr waren laut des neuen Jugendwarts Andreas Baumann bei 18 Übungen und zahlreichen Weiterbildungen mit von der Partie. Er erinnerte an die Aktion "Wasser vom Atlantik ins Schwarze Meer". Im Juni hatten die 10- bis 17-jährigen der Jugendfeuerwehr mit Kameraden aus Baden-Württemberg und Bayern eine Schlauchleitung vom Filsursprung bei Wiesensteig in die kleine Lauter bei Herrlingen verlegt.

Auch dieses Jahr steht einiges an. Der Maibaum wird aufgestellt, eine Wärmebild-Kamera gekauft, die Pflasterflächen vor dem Feuerwehrmagazin müssen erneuert werden und man nimmt am Leistungsmarsch im September teil sowie mit einem Stand am Weihnachtsmarkt.

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