Feststimmung etwas getrübt

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Ein Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in Dornstadt verabschiedet sich mit Blumen von den Mitgliedern des Helferkreises. Die Unterkunft wird zum 30. Juni geschlossen.  Foto: 

In der Gemeinschaftsunterkunft des Alb-Donau-Kreises in Dornstadt haben 728 Menschen aus 22 Nicht-EU-Staaten in den vergangenen drei Jahren ein Zuhause auf Zeit gefunden. Zum 30. Juni schließt die Einrichtung. Die verbliebenen etwa 170 Bewohner müssen in den nächsten Wochen an andere Standorte des Landkreises umziehen. Der Helferkreis Asyl hatte sie sowie alle Mitarbeiter und Helfer der Gemeinschaftsunterkunft zu einem Abschiedsfest mit Speisen aus aller Welt eingeladen.

Allerdings war die Stimmung am Samstagnachmittag etwas gedrückt. „Niemand von diesem Camp geht zur Party“, stand auf einem Plakat an einem der Gebäude, viele Bewohner blieben dem Treffen im Festsaal des Betreuungs- und Pflegezentrums fern. „Wir wissen, dass viele über den Umzug nicht glücklich sind“, sagte Josef Barabeisch, Sozialdezernent des Alb-Donau-Kreises. Aber: „Es geht nicht anders.“

Derzeit betreibe der Landkreis an 34 Standorten in 18 Kommunen Gemeinschaftsunterkünfte mit insgesamt 2000 Plätzen. „Tatsächlich benötigt werden aktuell aber nurmehr 1100.“ Das Gebot der Wirtschaftlichkeit erfordere es daher, die Zahl der Standorte zu verringern, um die Einrichtungen sinnvoll auszulasten. Da der Mietvertrag des Kreises mit der Evangelischen Heimstiftung über die Gebäude in Dornstadt zum 30. Juni ohnehin auslaufe, biete sich die Schließung des Standorts an. Der Umzug der bestehenden Bewohner solle „so sozialverträglich wie möglich“ vonstatten gehen. „Wir versuchen, die Flüchtlinge nach Ethnien, Nationen, Religionen sowie Bindungen der betroffenen Kinder so passend wie möglich zu verteilen“.

Barabeisch und der Dornstadter Bürgermeister Rainer Braig nutzten die Gelegenheit, um den vielen Ehrenamtlichen zu danken, die die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft über drei Jahre in den unterschiedlichsten Bereichen unterstützt hatten. „Ohne Sie hätten wir das so nicht geschafft“, bekannte Braig. Er sei stolz darauf, wie viele Dornstadter über diesen langen Zeitraum hinweg bereit gewesen seien, sich einzusetzen, wann und wo immer Not am Mann gewesen sei.

Freilich habe während des Betriebs nicht immer eitel Sonnenschein geherrscht, gab Barabeisch ganz offen zu: „Wir haben mit den Flüchtlingen nicht nur Highlights erlebt“. Die Mitglieder des Helferkreises hätten sich aber nicht entmutigen lassen:  „Sie haben die Ärmel hochgekrempelt, haben angepackt.“ Den Flüchtlingen sprach er Mut zu: „Gehen Sie es positiv an.“ Auch in anderen Gemeinden gebe es Helferkreise und Ehrenamtliche, auch in anderen Orten würden sie unterstützt.

Einer, der frohen Mutes in die Zukunft blickt, ist Ali Zadeh. Der 26-jährige Afghane darf auch nach dem 30. Juni auf dem Gelände des Betreuungs- und Pflegezentrums bleiben: Seit Februar ist er bei der Heimstiftung als Pflegehelfer beschäftigt, in Kürze wird er dort ein Mitarbeiterzimmer beziehen. „Ich bin sehr glücklich, dass ich hier arbeiten darf“, sagte Zadeh und strahlte. Er wolle sich revanchieren für das viele Gute, das ihm in Deutschland widerfahren sei. „Vielleicht kann ich wenigstens ein kleines bisschen davon zurückgeben“.

Unterstützung Die meisten Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in Dornstadt werden in andere Unterkünfte des Landkreises verlegt. Einige erfüllen die rechtlichen Voraussetzungen für die so genannte Anschlussunterbringung in den Kommunen. In Dornstadt werden zur Jahresmitte insgesamt 40 Flüchtlinge mit Bleibeperspektive leben. Sie will der Helferkreis Aysl auch in Zukunft unterstützten. „Ehrenamtliche sind weiterhin herzlich willkommen“, sagt Erwin Schrade, von Beginn an im Helferkreis aktiv. „Ohne uns sind diese Menschen verloren“. Der Helferkreis leiste unter anderem bei Behördengängen und Arztbesuchen Unterstützung und biete Fahrdienste an.

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