Fehlzeiten in der Region: Psychische Erkrankungen bei fast zehn Prozent

Der Krankenstand in der Region ist einem Bericht der AOK zufolge leicht angestiegen: Psychische Erkrankungen machen mittlerweile einen Anteil von beinahe zehn Prozent aus. Und Männer sind häufiger und länger krank als Frauen.

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Im zurückliegenden Jahr ist der Anteil psychischer Erkrankungen als Ursache für Arbeitsunfähigkeit in der Region angestiegen. Mittlerweile geht fast jeder zehnte Ausfalltag auf psychische Probleme zurück.  Foto: 
Der Krankenstand in der Region ist nach Analyse der AOK Ulm-Biberach leicht gestiegen. Mit 4,7 Prozent lag der Krankenstand 2011 um 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert und damit genau im AOK-Landesdurchschnitt. Die Erhebung der AOK zu den Fehlzeiten ihrer pflicht- und freiwillig versicherten Mitglieder ergab zudem eine Zunahme an psychischen Krankheiten.

Im Vergleich zum Vorjahr haben Erkrankungen der Psyche um 0,7 Prozentpunkte von 8,7 auf 9,4 Prozent zugenommen. Somit war knapp jeder zehnte Arbeitsunfähigkeitstag auf psychische Probleme zurückzuführen. Landesweit lag der Anteil mit 9,9 Prozent sogar noch etwas höher, wie die Krankenversicherung mitteilte. Nach Angaben der AOK war im Jahr 2011 jeder Beschäftigte in der Region Ulm/Alb-Donau-Kreis durchschnittlich 17 Tage arbeitsunfähig. Weiter heißt es, dass im vergangenen Jahr 56 Prozent aller Beschäftigten mindestens einmal krankgeschrieben wurden.

Die häufigsten Ursachen für Krankmeldungen in der Region waren im vergangenen Jahr - wie schon in den Vorjahren - Muskel- und Skeletterkrankungen. Alleine Rückenleiden waren für knapp 23 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage verantwortlich. Auch Atemwegserkrankungen, Verletzungen und Vergiftungen hatten hohe prozentuale Anteile. Der Bericht legte zudem offen, dass Männer mit fünf Prozent im Jahr 2011 häufiger und länger krank waren als Frauen. Die weiblichen Versicherten wiesen lediglich einen Krankenstand von 4,3 Prozent auf.

Der Krankenstand unterscheidet sich auch hinsichtlich der beruflichen Tätigkeit und der Stellung im Beruf und der Branche. Beispielsweise waren Lager- und Transportarbeiter aufgrund ihrer gesundheitlich eher belastenden Aktivitäten häufiger krank als etwa Sprechstundenhelfer/-innen. Doch auch alterspezifische Unterschiede waren festzustellen: Während der Krankenstand der jungen Arbeitnehmer zwischen 20 und 29 Jahren 3,5 Prozent betrug, lag dieser bei den über 60-Jährigen bei 7,7 Prozent.

Für den Landkreis Neu-Ulm liegen derzeit noch keine konkreten Zahlen vor, wie Thomas Mehnert, Pressesprecher der AOK in Günzburg, mitteilte. In Gesamtbayern aber sei der Krankenstand mit 4,2 Prozent deutlich geringer als der Bundesdurchschnitt von 4,7 Prozent. Genaue Zahlen für die Region Günzburg und Neu-Ulm kündigte er für Mitte April an.
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