Evangelische Kirchenbezirke Ulm und Blaubeuren wollen enger zusammenarbeiten

Die evangelischen Kirchenbezirke Ulm und Blaubeuren wollen enger zusammenarbeiten. Bei einer Sondersynode gab es überwiegend Zustimmung.

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Es gab keinen förmlichen Beschluss. Aber am Ende doch ein klares Votum aus zufällig gebildeten Kleingruppen: vier waren dagegen, zehn dafür, eine gemeinsame Arbeitsgruppe der evangelischen Kirchenbezirke Ulm und Blaubeuren einzurichten. Diese soll sich Gedanken machen über Gottesdienste und Vertretungen in Urlaubszeiten und bei Vakaturen, also wenn eine Pfarrstelle ein zeitlang unbesetzt ist – über die Grenzen der Bezirke hinweg. Das ist eines der Ergebnisse der gemeinsamen Sondersynode am Freitag in Blaubeuren.

 Eine Mehrheit der Mitglieder der Bezirkssynoden könnte sich auch vorstellen, einen gemeinsamen Pfarrplan-Ausschuss einzurichten. Beim so genannten Pfarrplan, der jeweils im Abstand von einigen Jahren aktualisiert wird, geht es darum, wie mit der geringer werdenden Zahl an Pfarrstellen umgegangen wird. Bei der Frage, ob gemeinsame Dienstbesprechungen der Pfarrer beider Bezirke abgehalten werden sollen, hielten sich Ja- und Nein-Stimmen die Waage.

Insgesamt gehe es darum, wie die Kirche auf dem Land präsent bleiben und wie sie in der Stadt ihre Aufgaben erfüllen könne, hatte Dr. Matthias Freudenmann, der Vorsitzende der Ulmer Bezirkssynode, zu Beginn der Sitzung in der Blaubeurer Stadthalle gesagt. Im Frühjahr waren Fragebögen an die 39 Gemeinden im Bezirk Ulm und an die 29 Gemeinden im Bezirk Blaubeuren verteilt worden. In den inzwischen ausgewerteten Antworten wurde deutlich, dass es schon viele Kooperationen von Gemeinden gibt. Und dass kirchliche Grenzen nicht den kommunalen Zugehörigkeiten der Orte entsprechen und auch die „sozialräumlichen Strukturen“ andere sind. Wie Thomas Holm, Schuldekan für beide Bezirke, sagte, gehen beispielsweise Kinder aus den Orten Temmenhausen, Tomerdingen und Scharenstetten, die zum Bezirk Blaubeuren gehören, nach Dornstadt zur Schule, das zum Kirchenbezirk Ulm zählt.

Der Blaubeurer Bürgermeister Jörg Seibold und die Ulmer Kultur- und Sozialbürgermeisterin Iris Mann waren gebeten worden, aus ihrer Erfahrung darzustellen, wie Kooperationen im Bereich der Kommunen gelingen können. Seibold nannte als Beispiel den in Blaubeuren gestarteten Prozess der Innenentwicklung in den Dörfern. Stadt, Bürger und Fachleute hätten gut kooperiert. Schwierig werde es freilich dann, wenn aus zwei Kindergärten in zwei Dörfern einer oder aus zwei Feuerwehrabteilungen eine werden solle. Iris Mann berichtete von der Sozialarbeit der Stadt Ulm mit der Bildung von fünf „Sozialräumen“ mit überschaubaren Größen. Dies konnte als Anregung verstanden werden, keine zu großen Einheiten zu schaffen.

Die Ulmer Prälatin Gabriele Wulz berichtete, dass sie Forderungen nach mehr Pfarrern hört, aber auch die Bereitschaft von Kirchengemeinden wahrnimmt, näher zusammenzurücken. Kooperation müsse immer auf Augenhöhe geschehen. Ganz biblisch, riet sie, es einfach zu wagen: Beim Auszug des Volkes Israel habe sich das Meer erst dann geteilt, als der erste seinen Fuß ins Wasser setzte.

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