Eugen Wohlhüter feiert 90.

Mit 17 in die Kriegsgefangenschaft, ist der Sinninger noch heute körperlich und geistig fit.

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Eugen Wohlhüter aus Sinningen feiert heute seinen 90. Geburtstag.  Foto: 

Es ist alles andere als selbstverständlich, dass Eugen Wohlhüter senior heute im Flößerweg bei guter körperlicher und geistiger Verfassung seinen 90. Geburtstag feiern kann, denn mit gerade 17 Jahren geriet der junge Sinninger in Ungarn in sowjetische Kriegsgefangenschaft und musste viereinhalb Jahre in einem Lager im grusinischen Kaukasus verbringen. Erst im Mai 1949 konnte er wieder nach Hause zurückkehren. Im Jahr 1947 war Eugen Wohlhüter sogar dem Tode nahe: „Ich lag mit Malaria und Ruhr bereits im Sterbezimmer“, erinnert sich der 90-Jährige, der noch über ein außerordentliches Gedächtnis verfügt und alle Daten und Orte parat hat. Sein Bruder Hubert hat die teilweise schrecklichen Erlebnisse Wohlhüters in Buchform festgehalten (wir berichteten).

Eugen Wohlhüter wurde am 13. Oktober 1927 als Sohn des Landwirts und Arbeiters sowie späteren Bürgermeisters Wohlhüter geboren und wuchs neben der Michaelskapelle auf. Schon im zweiten Jahr seiner Bäckerlehre musste Wohlhüter mit 16 Jahren und vier Monaten zum Reichsarbeitsdienst und bald darauf an die Front.

Nach seiner Heimkehr ließ sich Eugen Wohlhüter zum Maurer umschulen und arbeitete zunächst bei der Kirchberger Baufirma Göser und schließlich bis zu seinem Ruhestand bei der Grünau in Illertissen. 1953 begann er mit dem Bau seines Eigenheimes im Flößerweg und heiratete 1955 Josefine „Finny“ Lang aus Kirchberg. Aus der Ehe gingen drei Töchter und ein Sohn hervor. Inzwischen hat der Jubilar zehn Enkel und fünf Urenkel, deren Geburtstage der Großvater beziehungsweise Urgroßvater natürlich alle auswendig weiß. Seit zwölf Jahren ist Eugen Wohlhüter Witwer und wird von seinen Kindern liebevoll versorgt.

Eugen Wohlhüter senior war 1954 Gründungsmitglied des Schützenvereins Sinningen, dessen Vorsitzender sein Sohn Eugen junior seit vielen Jahren ist. Enkelin Eva ist Sinningens beste Schützin. Gerne erinnert sich der rüstige Mann an seine Zeit als Theaterspieler im Kronensaal.

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