Essen und Trinken: Huhn statt Meerschweinchen bei Peru-Kochkurs

Kräuter, Früchte und Gemüse sorgen für eine Vielfalt an Aromen in der peruanischen Küche. Schüler des Langenauer Gymnasiums haben unter Anleitung von Hobbykoch Marc Bensch Leckeres zubereitet.

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Frische Zutaten kommen in die peruanische Linsensuppe. Rechts der fertig angerichtete Huhn-Reis-Eintopf.  Foto: 

Peruaner essen Meerschweinchen. Dieses Vorurteil konnte Hobbykoch Marc Bensch aus Bernstadt nicht aus der Welt räumen. "Es stimmt - und gebraten oder kross frittiert sind sie eine echte Delikatesse." An diesem Abend wollte er anlässlich der Peru-Woche am Langenauer Robert-Bosch-Gymnasium die Schulkameraden seiner Tochter Theresa in die peruanische Küche einführen. Dass dann doch keine Meerschweinchen in der Pfanne landeten, ist der Tochter zu verdanken. Als die protestierte, gab der Vater nach: "Den peruanischen Reis-Eintopf kann man wahlweise mit Meerschweinchen oder Hühnerbrust zubereiten", erklärt er. "Wir haben uns heute für das Huhn entschieden." Anlässlich der Peru-Woche wollten sie die Küche des Andenstaates entdecken. Und die hat einiges zu bieten: "Die Geschichte Perus ist von Einwanderern geprägt", erklärt Bensch.

Im 16. Jahrhundert eroberte der spanische Conquistador Francisco Pizzaro das Land; die Küche seiner Landsleute verband sich mit den Ernährungstraditionen der indigenen Bevölkerung. Mitte des 19. Jahrhunderts brachten Einwanderer Einflüsse aus der chinesischen Küche nach Peru, durch Sklaven hielten afrikanische Elemente Einzug.

Hobbykoch Marc Bensch beeindruckt vor allem die Vielfalt der verwendeten Kräuter, Gemüsesorten und Früchte: "Die peruanische Küche ist sehr, sehr frisch." Während in Deutschland Gewürze wie Oregano und Koriander meist getrocknet und gerebelt zum Einsatz kommen, werden sie in Peru frisch und erst kurz vor dem Servieren zugegeben. Karamellisierte Zwiebeln, geriebene Zitronenschalen und Ingwer setzen geschmackliche Akzente, Zitronenmelisse, Stern-Anis, Kurkuma und Kreuzkümmel sorgen für die passende Würze an Fisch, Fleisch und Meeresfrüchten.

Die Zubereitung vieler Gerichte ist gar nicht so schwierig. Auf dem Speiseplan stehen an diesem Abend eine peruanische Linsensuppe, der Huhn-Reis-Eintopf und ein süßer Bananenfladen mit Honig zum Nachtisch. Die Schüler sind mit Feuereifer am Werk, Bensch selbst wirbelt durch die Küche, hilft hier, probiert da und gibt Tipps. Karotten, Lauch, Sellerie und Paprika müssen geschnitten, Kochbananen geschält und zerdrückt werden, in einer Pfanne beginnt Zucker zu schmelzen. Bensch ist indes gedanklich bereits beim Hauptgang: Die Hühnerbrust muss zerkleinert und mariniert werden. Männersache, wie der Küchenchef findet. Zu viert kümmern sich die Herren der Schöpfung um das Fleisch, sie zerkleinern Ingwer und Oregano für die Marinade und wenden das Huhn sorgfältig in der Mischung aus Sojasoße, Erdnussöl, Pfeffer und Kräutern. Dann geht es für das Fleisch in den Kühlschrank - und für die Köche zu Tisch. "Die Linsensuppe ist fertig", informiert Bensch. Nun darf gekostet werden. Das Fazit fällt positiv aus: "Das ist richtig lecker", bekunden die Schüler einstimmig. Für Begeisterung sorgt vor allem die für deutsche Gaumen ungewöhnliche Aromenvielfalt: Ein Löffel trägt den fruchtig-frischen Geschmack der Zitrone, der nächste die Süße karamellisierter Zwiebeln, wieder ein anderer das moschusartige Aroma der Korianderblätter. "Ungewohnt, aber gut", urteilen die Testesser.

Für Lara Hönig und Anne Laible ist mit dem Mahl eine erste Feuerprobe bestanden: Die beiden wollen nach ihrem Abitur für ein freiwilliges soziales Jahr in die peruanische Stadt Arequipa, wo das Robert-Bosch-Gymnasium seit 2008 eine Partnerschule hat und die Schulküche mit finanziert.

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