Erstes Open-Air in Laichingen soll möglichst kein Einzelfall bleiben

Fabian Janda und Mehmet Karakurum sind Veranstalter des ersten Laichinger Open-Air-Festivals "Bulletproof". Fünf Bands rocken am Samstag die Zuckerbuche: mit Glam- und Hardrock über Punk bis Metal.

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Fabian Janda und Mehmet Karakurum offen beim ersten Laichinger Open-Air bei der Zuckerbuche auf 400 bis 500 Besucher Bei kostenfreiem Eintritt und voraussichtlich gutem Wetter keine Utopie..  Foto: 

Das erste von erhofft vielen Open-Air-Rockfestivals auf der Laichinger Zuckerbuche mit dem Namen "Bulletproof" steigt am morgigen Samstag. Urheber sind die Laichinger Fabian Janda und Mehmet Karakurum. Die Geschichte dahinter ist so kurios wie spannend: Eine Jugendclique feierte ihren Geburtstag jedes Jahr gemeinsam im Schützenheim der Laichinger Schützengilde. Der Grund: Fabian Janda ist dort Jugendleiter. Irgendwer machte dort immer Livemusik. Am Ende spielten drei Bands: die Geburtstagsfeier war zum Musikevent mutiert. Von der Clique sind noch Fabian und Mehmet übrig und die dachten in einer solchen Geburtstagslaune: Wenn schon drei Bands aufspielen, könnte das doch auf einer öffentlichen Veranstaltung sein. Geboren war die Idee im Februar diesen Jahres, Austragungsort des Festivals sollte das Gelände ums Schützenheim sein.

Die beiden stellten dem Vereinsausschuss ihre Pläne vor und stießen auf offene Ohren. Der Termin stand schnell fest: der 29. August. Mehmet Karakurum ließ seine Kontakte zur Musikszene spielen, ruckzuck waren neben der Laichinger Band "Geers" vier Bands bereit zum Auftritt. Dann begann das Genehmigungsverfahren. Bürokratie hat ihre eigenen Tücken und über die stolperte der Schützenverein als Veranstalter. Das Gelände um das Schützenheim ist naturschutzrechtlich geschützt, dort darf kein Festival ausgetragen werden. Also Standortwechsel in die Zuckerbuche. Der Antrag landete im Regierungspräsidium Tübingen - keiner weiß weshalb und warum, Tatsache ist, auch an der Zuckerbuche gelten Naturschutzrechte. Die Genehmigung liegt nun zwar seit zwei Wochen vor, jedoch unter teuren Vorgaben, die so beim Schützenheim nicht notwendig gewesen wären: Das Festivalgelände muss mit einem Bauzaun wegen der angrenzenden Landstraße und zu schützender Hecken abgegrenzt sein. Für Gastronomie und Backstagebereich werden Zelte nötig, ein Kühlwagen für Getränke und Speisen muss her. All das konnte den Verein nicht abhalten: Das Festival, treffenderweise "Bulletproof", also "Kugelsicher" getauft, wird stattfinden; ausgerichtet von der Schützengilde, die die Bands engagiert und bewirtet.

Mit im Boot als Veranstalter ist das örtliche Tonstudio Ms-Hasebrink. Dessen Chef, Bernd Hasebrink, ist im übrigen einer der Musiker von Geers, die als erste auftreten. Die spielen Mainstream-Rock der 80-er und 90er Jahre mit Coversongs von Manfred Man, Santana, Dire Straits, Bon Jovi, Hollies und Barclay James Harvest. Der Band gehören neben Hasebrink weitere Musiker aus Laichingen an: Percussionist "Hasi", Bassist Manfred Duchrow. Die anderen vier Bands covern nicht, sondern spielen eigene Musik. Hauptact beim "Bulletproof" sind die Ulmer "Fuzzgun". "Unser Stil ist Fuzzrock", sagen sie von sich selbst, also eigentlich nicht zuordenbar. Ihre Musik geht in Richtung Punkrock, Alternativerock und Psychedelic. Zuvor treten nach "Geers" die Münchner Gruppe "Urbaner Verschleiß" auf mit "etwas härterem Deutschrock", wie Mehmet Karakurum sagt. "Planet Watson" aus Ludwigsfeld übernehmen daraufhin die vermutlich schon kräftig vorgeheizte Bühne mit punkigem Hardrock. Das Warten auf "Fuzzgun" versüßen dann "Dice of Destiny". Die Nürtinger Jungs und ihre Bassistin haben Alternative-Hardrock bis Metal im Gepäck.

Dass alles bei kostenlosem Eintritt stattfinden kann, ist den vielen Sponsoren zu verdanken, die, ebenso wie Fabian und Mehmet, hoffen, damit eine Reihe von jährlichen "Bulletproof-Open-Airs" starten zu können. "Das wäre mal was in Laichingen", meint Fabian lachend und schätzt: "400 bis 500 Leute brauchen wir, um gewinnbringend zu sein." Da auch gutes Wetter zu erwarten ist, könnte es klappen.

Los geht es um 19.30 Uhr, die letzten Musikriffs werden wohl gegen ein Uhr verklingen, der Ausschank geht bis 2.30 Uhr. Wegen der Länge gibt es Kontrollen, nach 24 Uhr müssen unter 18-Jährige das Gelände verlassen.

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