Erstes Breitband-Projekt der neuen Netcom BW

In der Netcom bündelt der ENBW-Konzern sein Telekommunikationsgeschäft. Das erste Projekt ist die Breitbandverkabelung von Ettlenschieß.

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Die Landesstraße 1229 zwischen Lonsee und dem Teilort Ettlenschieß ist an Holprigkeit kaum zu überbieten. Ähnlich sieht es mit der Internetverbindung aus. Das Kupferkabel erlaubt Geschwindigkeiten von zwei Megabit pro Sekunde - gerade genug für eine gemütliche Tour durchs weltweite Netz. Wers schneller mag oder braucht, Unternehmen zum Beispiel, muss sich noch ein Jahr gedulden, dann sollen in Ettlenschieß 50 Megabit die Regel sein - das entspricht schon einer gut ausgebauten Autobahn.

Der Startschuss für den Bau der Glasfaserleitung zwischen Lonsee und Ettlenschieß diente auch zur Präsentation eines neuen Unternehmens: Netcom BW. Dabei handelt es sich um den Zusammenschluss zweier Tochterunternehmen der ENBW, an dem auch der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke beteiligt ist (siehe Info-Kasten). Die Netcom wird das Breitbandnetz in Ettlenschieß bauen und betreiben.

Welche strategische Bedeutung die Netcom und das Breitbandgeschäft für den Konzern haben verdeutlichte ENBW-Vorstandsvorsitzender Frank Mastiaux. Zum einen verfolge das Unternehmen mit der Netcom eine Nischenstrategie: in kleinen Orten, wie dem etwa 500 Einwohner zählenden Ettlenschieß, die "weißen Flecken" auf der Breitband-Landkarte tilgen. 30 Millionen Euro sollen innerhalb von drei Jahren investiert werden. Weder Mastiaux noch Netcom-Geschäftsführer Bernhard Palm verschwiegen, dass dies nur mit Beteiligung der jeweiligen Kommune und mit Landeszuschüssen möglich ist. In Ettlenschieß zum Beispiel sind die Gemeinde Lonsee und das Land an Bau und Betrieb mit jeweils etwa 80 000 Euro beteiligt. Telekommunikation im Allgemeinen und das schnelle Internet im Besonderen, sagte Mastiaux weiter, spiele für die ENBW ferner die Rolle des Türöffners auf dem Weg zum intelligenten Stromnetz. Das so genannte "smart grid" gilt als wichtiger Baustein der Energiewende: anhand der Daten über Erzeugung, Verteilung und Speicherung von Strom werden Kraftwerke gesteuert. Zum Dritten stehe die Netcom für die regionale Verankerung der ENBW, die weiter ausgebaut werden solle.

"Ein flächendeckender Breitbandausbau ist unumgänglich", sagte Alb-Donau-Landrat Heinz Seiffert, der in Ettlenschieß auch den Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) repräsentierte.

Zweckverband OEW an ENBW-Tochter beteiligt
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