Ersetzt ein Neubau altes Gemäuer in Langenau?

Das Eckhaus links vom Steigerhaus ist keine Zier. Für einen möglichen Ersatz kann der Bebauungsplan geändert werden. Die Weichen dafür sind gestellt.

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Das 1527 errichtete Amtshaus, das „Steigerhaus“ in der Hindenburgstraße, zählt mit zu den prächtigsten Gebäuden der Innenstadt. In seinem Schatten fristet jenseits der Kuftenstraße ein baufällig wirkendes Häuschen sein Dasein. Dessen Tage könnten gezählt sein. Der Ausschuss für Technik und Umwelt des Langenauer Gemeinderats hat die Bauvoranfrage für einen Neubau anstelle des alten Gemäuers zwar abgelehnt. Denn das vorgesehene Bauwerk widerspricht dem geltenden Bebauungsplan in einigen Punkten. Gleichzeitig aber hat der Ausschuss signalisiert, dass ein Änderungsverfahren für den Bebauungsplan an dieser Stelle eingeleitet werden kann.

Eingereicht worden war die Voranfrage für ein dreistöckiges Haus mit gewerblicher Nutzung im Erdgeschoss und fünf Wohnungen in den zwei darüber liegenden Stockwerken. Zulässig wären nur zwei Vollgeschosse, erläuterte Julia Holzschuh vom Bauamt des Verwaltungsverbands.

Die erlaubte Traufhöhe von 6,50 Metern würde ebenfalls um etwa 2,50 Meter überschritten, außerdem sieht die Skizze zusätzlich zum  Hauptgebäude mit dem vorgeschriebenen Satteldach einen flachen Anbau vor. Flach gedeckt sind auch die Gauben, die das Denkmalamt zur Auflage gemacht hatte. Ob die Behörde ihnen in der Form und dem Bau als Ganzes zustimmt, sei noch nicht abschließend geklärt, sagte Julia Holzschuh.

Grundsätzliche Bedenken gegen den Neubau wurden nicht laut im Ausschuss. Allerdings müsse darauf geachtet werden, dass der Gehweg auch künftig breit genug ist, hieß es mehrfach. Der Ausschuss war dafür, ein Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans einzuleiten, sodass in der Nachbarschaft des Steigerhauses ein Neubau entstehen kann. Das Eckhaus konnte im Zuge des bereits errichteten Neubaus an der Kuftenstraße nicht abgerissen werden, weil das Denkmalamt ein Veto eingelegt hatte. Etwa ein Jahr lang war es zum Kauf ausgeschrieben. Aber es fand sich kein Interessent, der das Haus mit seinen niedrigen Raumhöhen kaufen und sanieren will. Somit scheint der Nachweis erbracht zu sein, dass es nicht mehr genutzt und gerettet werden kann.

Bei einem Neubau werde das Denkmalamt vor allem wegen der Umgebung gefragt, sagte Julia Holzschuh auf Anfrage. Zu klären sei noch, ob der Bebauungsplan nur für dieses oder auch für weitere angrenzende Grundstücke geändert werden solle, wie Gemeinderat Wolfgang Haide (FWG)  vorgeschlagen hatte. Auf jeden Fall werde es noch einige Zeit dauern, bis der Gemeinderat letztlich darüber entscheide. „Das geht nicht in ein paar Wochen.“

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