Erbach: Weg vom Museum, hin zur Kultur

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Uli Häussler und Dietrich Zieher vom Heimatverein Erbach vor einer Kulisse, die das Rathaus zeigt – noch mit Turm.  Foto: 

Das Ziel war klar, als sich im November 1968 Erbacher zusammenfanden und einen Verein gründeten: Die Gemeinde braucht ein Freibad! Folgerichtig wurde als Name „Freibadverein“ gewählt (siehe Info-Kasten). 15 Jahre später war das Ziel erreicht, der Badesee angelegt. Daraufhin wurde der Name in „Heimatverein“ geändert. Im Mittelpunkt stand nun der Erhalt des alten Erbach. So finanzierte der Verein etwa die Restaurierung des Deckengemäldes in der katholischen Pfarrkirche St. Martin.

Doch die Gründungsmitglieder wurden älter, immer weniger junge Erbacher engagierten sich, so dass schließlich das Vereinsleben zum Erliegen kam. Nun aber hat sich um den neuen Vorsitzenden Uli Häussler ein neues Team zusammengefunden. Mit neuen Zielen. „Erbach hat ein Kunst- und Kultur-Vakuum“, sagt der Grafikdesigner. Um das zu füllen, hat der im Frühjahr gewählte Vorstand eine ganze Fülle von Ideen zusammengetragen: Theater, Ausstellungen, Musik von der Jugend-Disco bis zur Jam-Session.

Doch nicht nur an Kunst ist gedacht, der neue Heimatverein soll auch ein Treffpunkt für Alt und Jung werden, zum Beispiel in einem „Reparaturcafé“. Das alles soll im Vereinsheim an der Heinrich-Hammer-Straße stattfinden. „Die Lage fernab einer Wohnbebauung, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Jugendhaus und dem Musikverein, ist ideal“, sagt Häussler. Auch gibt es direkt vor dem Haus den Parkplatz des Donauwinkelstadions. Und zum Festplatz sowie zur Seebühne ist es außerdem nur ein Katzensprung.

Für letztere könnte der geräumige Vereinsstadel bei schlechtem Wetter Ausweichquartier sein – zumindest für kleinere Veranstaltungen. „Die ideale Lage gibt viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit und für Synergien“, sagt Häussler. Diese wünscht sich der Vorsitzende vom Kindergarten bis zur vh, von freischaffenden Künstlern bis zur Ulmer Kulturszene. Häussler möchte vor allem die Erbacher einbinden, er will aber auch in der Region punkten. Gut erreichbar sei der Standort allemal – unter anderem wegen des nahen Bahnhofs.

Noch sei alles am Anfang, sagt der Vorsitzende. Und die Ideen seien auch nicht in Stein gemeißelt: „Einmischen ist ausdrücklich erwünscht.“ Das gelte für Anregungen, aber genauso für Hilfe bei praktischen Umsetzungen, etwa bei der geplanten Neugestaltung des Vereinsheims. War es bis jetzt für handwerkliche Arbeiten und das Sammeln von historischen Utensilien konzipiert, soll nun beispielsweise eine Bühne Platz finden.

Um die Erbacher für den neuen Heimatverein zu begeistern, können Interessierte zwanglos zu den Ausschusssitzungen kommen und sich informieren. Jeder sei herzlich eingeladen, sagt Häussler. Die Treffen finden an jedem letzten Mittwoch im Monat um 19.15 Uhr im Vereinsheim statt.

Legendär In den 1960er Jahren träumten viele Gemeinden von einem eigenen Freibad. So auch Erbach. Die Gemeinde entschied sich für ein „Allwetterbad“ am Baggersee, der heutigen Badeanlage. Vor allem mit dem legendären Heimatfest gelang es dem Verein von 1970 an, sein Konto zu füllen. 451 174 Mark übergab der Verein 1983 an die Kommune. Die hatte sich verpflichtet, den gleichen Betrag beizusteuern, den der Verein aufbringt. 1978 wurde der Verein vom Land als „vorbildliche kommunale Bürgeraktion“ ausgezeichnet.

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